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NL: Exportplus bei Pflanzen, Minus bei Blumen
Pflanzenexport wächst weiter, Blumen unter Druck
Der Exportwert von Schnittblumen sank um 3,5% auf 1,3 Mrd. Euro, während Pflanzen ein Wachstum von 5% verzeichneten und einen Wert von 748 Mio. Euro erreichten. Auffällig ist, dass das Volumen der Schnittblumen um 1% stieg, der Umsatz jedoch sank. Dies deutet auf Preisdruck hin. Das Pflanzenvolumen wuchs um 5%.
„Die Verbraucher scheinen vorsichtiger zu werden, was zum Teil auf die steigende Inflation zurückzuführen ist. Blumen werden häufiger als Luxusprodukt angesehen, während Pflanzen stabilere Ergebnisse erzielen“, so Matthijs Mesken, Geschäftsführer der VGB.
Unterschiede je nach Exportmarkt
Innerhalb Europas ist das Bild uneinheitlich. Deutschland verzeichnete einen Rückgang von 2%, während das Vereinigte Königreich ein Wachstum von 4% verzeichnete. In Deutschland hatten insbesondere Blumen einen schwachen Start ins Jahr, während Pflanzen sich gut entwickelten. Gleichzeitig fiel auf, dass die Inflation in Deutschland im vergangenen Monat den höchsten Stand seit Januar 2024 erreichte. Frankreich blieb stabil, während vor allem mitteleuropäische Länder starke Wachstumszahlen verzeichnen. Der Export in die Vereinigten Staaten steht hingegen unter Druck.
Der Nahe Osten macht etwa 3% der niederländischen Blumenexporte aus, ist jedoch stark von Direktimporten aus Ländern wie Kenia, Äthiopien, Kolumbien und Ecuador abhängig. Störungen in diesen Handelsströmen wirken sich indirekt auf den europäischen Markt aus.
Internationaler Handel durch Geopolitik beeinflusst
Der internationale Zierpflanzenhandel steht aufgrund geopolitischer Entwicklungen unter Druck. Die Eskalation der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat zu stark steigenden Transportkosten und Störungen in den Logistikketten geführt. Davon ist vor allem der Import von Blumen aus Ländern wie Kenia und Äthiopien betroffen. Die Situation wirkt sich auch auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen wie Mineraldünger aus, was Folgen für zukünftige Ernten haben kann.
„Die Störungen betreffen die gesamte Kette, von der Produktion bis zum Transport. Gleichzeitig ist es schwierig vorherzusagen, wie lange diese Situation andauern wird“, so Mesken.
Branche unter Druck durch Regulierung und Kosten
Neben den Marktbedingungen spielen auch politische Entwicklungen eine wichtige Rolle. So bleibt die geplante Mehrwertsteuererhöhung auf Zierpflanzenprodukte in den Niederlanden ein Grund zur Sorge für die Branche. Untersuchungen zeigen, dass dies Arbeitsplätze kosten und negative Auswirkungen auf die Nachfrage haben wird. Darüber hinaus sorgen europäische Vorschriften in den Bereichen Nachhaltigkeit, Verpackungen und Greenwashing für zusätzlichen Druck. Unternehmen müssen bei Produktangaben transparenter werden und strengere Anforderungen an Verpackungsmaterialien und Zertifizierungen erfüllen.
Ausblick
Trotz der Widerstandsfähigkeit und Flexibilität der Branche bleiben die Aussichten ungewiss. Wichtige Verkaufstermine wie der Muttertag bieten zwar Lichtblicke, garantieren jedoch keine strukturelle Erholung. Die anhaltenden globalen Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum sorgen für Zurückhaltung und anhaltenden Druck auf den Markt.
„Die Umstände sind herausfordernd und die Unsicherheit ist groß. Obwohl die Verbraucher Blumen und Pflanzen weiterhin schätzen, stellt sich die Frage, inwieweit sich dies in einer tatsächlichen Erholung niederschlägt, insbesondere bei den Blumen. Wir hoffen, dass sich der Markt im Laufe des Jahres stabilisiert“, so Mesken.

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