Aprilfröste: Dezimieren Obsternte

Die Obsternte in Deutschland fällt in diesem Jahr erheblich kleiner aus. Wetterextreme wie die April-Fröste sowie regional Hagel und Starkregen sorgen in einigen Anbauregionen, bei den Obstbauern für deutliche Ertragseinbußen.

Die Obsternte in Deutschland fällt in diesem Jahr erheblich kleiner aus

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Frostschäden gibt es im Obstbau vor allem in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Betroffen sind Steinobst (Kirschen, Pflaumen, Zwetschen), Kernobst (Äpfel, Birnen), Erdbeeren und das Strauchbeerenobst (Johannisbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren) sowie der Wein. „In diesem Jahr haben wir in Deutschland Frostschäden beim Obstbau in Höhe von rund 200 Mio. Euro bis hin zu regionalen Totalausfällen. Der Klimawandel und die Zunahme von Extremwetterereignissen erfordern ein wirksameres und besseres Risikomanagement für die Betriebe “, stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, auf der Pressekonferenz zur Erntebilanz 2017 fest. Neben den Frostschäden seien im Pflanzenbau bisher auch Schäden durch Hagel und Starkregen in Höhe von etwa 250 Mio. Euro aufgetreten.

Witterungsrisiken seien insbesondere für die Obstbaubetriebe durch Versicherungslösungen und auch Investitionsförderungen für Frostschutzberegnungsanlagen zu mindern, forderte Rukwied. Bei den Versicherungslösungen für diese Branche seien finanzielle Unterstützungen der Bundesländer hilfreich. Für alle landwirtschaftlichen Betriebe forderte Rukwied zudem eine steuerlich begünstigte Risikovorsorge.

In Deutschland erwarten die Apfelanbauer frostbedingt die kleinste Apfelernte seit 1991. Ausgegangen wird von einer Ernte von nur rund 555.000 t nach 1.033.000 t in 2016. Dies entspricht nur 46% der Erntemenge des Vorjahres. Insbesondere in Baden-Württemberg werden deutlich weniger Äpfel zu ernten sein, im Norden sieht es besser aus. Wirtschaftlich besonders hart getroffen sind die Betriebe mit Totalverlusten oder sehr kleinen Ernten. In der EU wird ebenso eine deutlich geringere Apfelernte erwartet. So liegt die Ernteschätzung für die EU (28) bei 9.343.000t  und damit 21% niedriger als im Vorjahr.

Die deutsche Birnenernte wird bei 19.000 t liegen, 46% weniger als 2016 (35.000 t).

Die Kirschernte ist im gesamten Bundesgebiet durch Fröste massiv dezimiert worden. Große Totalausfälle sind insbesondere aus Baden-Württemberg zu vermelden. Insgesamt wird in Deutschland bei Süßkirschen in diesem Jahr mit rund 14.000 t weniger als die Hälfte der Ernte von 2016 mit 29.400 t erwartet und auch 56% weniger als im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Die 2017er Ernte ist damit eine der kleinsten Süßkirschenernten. Wirtschaftlich besonders hart getroffen sind die Betriebe mit Totalausfall der Ernte. Die Sauerkirschenernte 2017 dürfte ebenfalls frostbedingt nur bei 9.000 t liegen und damit um 45% unter der Vorjahresernte.

Auch bei Pflaumen und Zwetschen wird mit einer der kleinsten Ernten gerechnet. Insgesamt wird von rund 22.000 Tonnen ausgegangen gegenüber 2016 mit 37.800 t.

Bei Mirabellen wird 2017 eine Erntemenge von rund 3.500 t nach 4.300 t im letzten Jahr erwartet.

Die Erdbeersaison war witterungsbedingt mehr als durchwachsen. Auch hier gab es frostbedingte Ausfälle. Insgesamt war aber der Saisonverlauf von Süden nach Norden gleichmäßiger als in den früheren Jahren. Die feuchte Witterung im Juli hat den empfindlichen Früchten zusätzlich zugesetzt. Die Erntemenge wird sich auf rund 120.000 Tonnen nach 150.000 Tonnen (2016) belaufen, also rund 20 Prozent weniger.

Beim Beerenobst wird in diesem Jahr das niedrige Vorjahresergebnis nochmals unterschritten. Derzeit ist davon auszugehen, dass die Ernte 2017 von roten Johannisbeeren bei knapp 4.000 t liegen dürfte, die bei schwarzen Johannisbeeren bei 8.000 t und bei Himbeeren um 4.000 t. Die Heidelbeerernte dürfte die 8.000 t erreichen.

Gemüse

Vielen Gemüsekulturen haben Stark- und Extremniederschläge in diesem Jahr zugesetzt.

Die Spargelsaison ist seit dem 24. Juni, dem Johannistag, beendet. Es wurden gut 127.000 t Spargel geerntet und damit 6% mehr als im Vorjahr (119.400 t).

Die Anbaufläche von Zwiebeln wurde im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland nicht mehr ausgedehnt und liegt bei rund 11.000 ha. 2017 ist von einer Ernte von gut 500.000 t auszugehen, nach 523.000 t im Jahr 2016.

Witterungsbedingt verzögerte sich die Entwicklung der Möhrenbestände, teilweise war es zu nass für die Möhren. Die Erntemenge dürfte mit 550.000 t unter dem Vorjahr (641.000 t) liegen.

Im Unterglasanbau waren die Preise für Salatgurken und Tomaten in der Frühsaison durchschnittlich, in der Hauptsaison haben die Preise für Salatgurken und Tomaten deutlich nachgegeben.

Hopfen

Beim Hopfen wird nach der vergangenen Rekordernte von 42.800 t in diesem Jahr mit 34.000 t gerechnet und damit nur mit einer unterdurchschnittlichen Ernte. Bei einer Flächenausweitung von 5% wurde 2017 Hopfen auf 19.543 ha angebaut.

Wein

Die Lese für den Federweißen hat begonnen. Für eine genauere Einschätzung der Weinernte ist es noch zu früh, denn für die Qualität des Weinjahrgangs sind immer die letzten Wochen vor Beginn der Traubenlese die entscheidenden. Die Reben zeigen sich derzeit in einem sehr guten Entwicklungsstand. Mengenmäßig wird für 2017 von einer frostbedingt unterdurchschnittlichen Erntemenge um die 8,5 Mio. Hektoliter ausgegangen. (Quelle: DBV)

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