Österreich: Obsternte zwar überdurchschnittlich, jedoch unter Vorjahresniveau

Trotz der schwierigen Witterungsbedingungen des diesjährigen Sommers, belief sich die Produktion an Tafelobst aus Erwerbsanlagen (ohne Holunder) auf 256.900 t.

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Wien, 2015-11-26 – Trotz der schwierigen Witterungsbedingungen des diesjährigen Sommers, belief sich die Produktion an Tafelobst aus Erwerbsanlagen (ohne Holunder) auf 256.900 Tonnen. Damit lag die Ernte laut Statistik Austria zwar 6% unter dem starken Obstjahr 2014, aber 5% über dem langjährigen Mittel.

Einem ausgesprochen milden Winter folgte ein anfangs eher trockenes, später vielfach zu kaltes Frühjahr, was zum Teil zu einer Verzögerung des Wachstums führte. Der meist zu kühle, aber niederschlagsreiche Juni wirkte sich hingegen positiv auf die Fruchtentwicklung aus – lokal führte jedoch Hagelschlag zu Ertragseinbußen. Im Sommer kam es durch die wochenlange Hitze und Trockenheit zu Ernteausfällen. Die widrigen Wetterverhältnisse sorgten für einen vorzeitigen Fruchtfall sowie geringere Fruchtgrößen und sonnenbrandgeschädigte Früchte.

Kernobst aus Erwerbsanlagen erbrachte eine Erntemenge von insgesamt 226.100 t, um 6% weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Zehnjahresmittel entsprach die Erntemenge einer überdurchschnittlichen Produktion (+5%). Davon waren 216.100 t Äpfel (96%), wovon wiederum 82% aus steirischen Kulturen stammten. Es wurden 213.700 t an Winteräpfeln gezogen (-6% zu 2014), während der Anteil an Sommeräpfeln sich auf 1% oder 2.400 t beschränkte (-18% zu 2014). Die Birnenernte bezifferte sich auf knapp 10.000 t (-1% zu 2014), mit 5.800 t Winterbirnen (+6% zu 2014) und 4.200 t Sommerbirnen (-9% zu 2014).

Bei Steinobst betrug die Produktion 13.400 t, womit – vornehmlich durch Flächenreduktion – ein Minus von 5% zum Vorjahr und ein leichtes Plus zum Zehnjahresdurchschnitt (+2%) verzeichnet wurde. Bei Marillen konnte ein besonders guter Hektarertrag von 9,5 t pro ha erzielt werden, wodurch die Erntemenge 7.000 t erreichte (+3% zu 2014). Aufgrund des starken Fruchtansatzes wurden hierbei jedoch oft nur geringe Fruchtgrößen erreicht. Die Zwetschkenernte hingegen bezifferte sich bei unterdurchschnittlicher Ertragslage und auch aufgrund des Flächenrückgangs auf lediglich 2.400 t (-19% zu 2014). Kirschen und Weichseln erbrachten in Summe eine zufriedenstellende Produktion von 2.000 t, die allerdings um 8% unter dem Vorjahreswert notierte.

An Beerenobst (ohne Holunder) wurde eine Menge von 16.700 t produziert und somit nur ein unterdurchschnittliches Ergebnis erreicht (-4%); auch im Vergleich zu 2014 wurde ein Minus von 7% eingefahren. Mit 80% Anteil konnten Ananas-Erdbeeren nur eine Ernte von 13.400 t vorweisen (-8% zu 2014), da sich besonders bei den spät reifenden Partien die Trockenheit ungünstig auswirkte. Ferner wurden in diesem Jahr 1.700 t Ribiseln geerntet (-2% zu 2014). Himbeeren und Kulturheidelbeeren lieferten jeweils 800 t Frischobst (-13% bzw. -2% zu 2014).

Bei Holunder, dessen Früchte vornehmlich in der Lebensmittelfarbstofferzeugung Verwendung finden, betrug die Ernte 8.600 t (-11% zu 2014). Die lange Trockenperiode wirkte sich jedoch auch hier zum Nachteil aus, teilweise wurden sogar ganze Anlagen geschädigt.

Bei Walnüssen hingegen wurden ausgesprochen hohe Hektarerträge erzielt, die Produktion lag mit 800 t 53% über dem Vorjahresniveau. (staau)

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