Wetterextreme: Risiken in der Landwirtschaft steigen

Das Jahr 2017 war geprägt von Frost, Hitze und Regen. Immer häufiger müssen Bauern mit Wetterextremen rechnen, die ganze Ernten vernichten können.

2017 war wieder von Wetterextremen geprägt. Collage: GABOT.

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Das Anbaujahr 2017 war erneut geprägt von Wetterextremen. Die Ackerbau-Kulturen sind gut ins Jahr gestartet. Obst und Wein hatten durch die freundlichen Temperaturen im März einen Wachstumsvorsprung. Die Ernüchterung kam im April, als der Spätfrost zu großen Schäden im Obst- und Weinbau führte. Starke Hitze verbunden mit Trockenheit im weiteren Vegetationsverlauf machten den Ackerbaukulturen zu schaffen. „Die Ernte ist dieses Jahr erneut eine Zitterpartie für viele Landwirte gewesen. Pünktlich zu deren Start erschwerten regelmäßige Niederschläge die Erntearbeiten“, erklärt Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbandes (LBV), beim Ernte-Pressegespräch am 24. August 2017 auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Tobias Briem in Filderstadt (Kreis Esslingen).

Obstbau mit starken Einbußen durch Frostschäden

„Im Obstbau dürfte die Menge so gering ausfallen wie seit 30 Jahren nicht mehr. Wir gehen nur noch von 40% einer normalen Ernte aus. Einzelne Betriebe hat es teilweise noch viel härter getroffen. Sie ernten vielleicht noch 10% des Normalertrags“, sagt Rukwied. Im Weinbau lägen die Einbußen bei rund 25%.

Finanzielle Unterstützung für Betriebe sowie Risikoabsicherung nötig

„Um den vom Frost existenziell betroffenen Betrieben wirksam helfen zu können, muss der vom Land zugesagte Hilfsfonds mit ausreichend Mitteln ausgestattet werden. Außerdem muss endlich für alle landwirtschaftlichen Betriebe eine steuerlich begünstigte Risikovorsorge möglich werden“, fordert Rukwied. Mit dieser Vorsorgemöglichkeit könnten die Betriebe Einkommensschwankungen ausgleichen und so Risiken mindern.

Hintergrund

Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg e. V. (LBV) vertritt rund 36.000 Landwirte aus Baden-Württemberg. 24 selbstständige Kreisbauernverbände nehmen auf regionaler Ebene die Interessen des bäuerlichen Berufsstandes wahr. Insgesamt ist jeder zehnte Arbeitnehmer in Baden-Württemberg direkt oder indirekt von der Landwirtschaft abhängig. (LBV)

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