Agroscope: Grünes Licht für Standortstrategie

Der schweizer Bundesrat hat am 8. Mai 2020 Detailkonzept und Umsetzungsplan zur Standortstrategie Agroscope verabschiedet und damit grünes Licht für die Umsetzung gegeben.

Bundesrätin Eva Reinhard bei der Verabschiedung der Standortstrategie Agroscope. Bild: Agroscope.

Anzeige

Mit der Reform werden die Infrastruktur- und Betriebskosten im Budget von Agroscope sinken und mit den frei werdenden Mitteln wird die Forschung und der Wissensaustausch mit der Praxis gestärkt.

Agroscope wird künftig aus einem zentralen Hauptstandort in Posieux, je einem regionalen Forschungszentrum in Changins und Reckenholz sowie aus dezentralen Versuchsstationen bestehen. Die Versuchsstationen werden anwendungs- und praxisorientierte Forschungsfragen im jeweiligen lokalen Kontext bearbeiten, dies in enger Verbindung mit der Landwirtschaft und mit Partnern in Aus- und Weiterbildung sowie Beratung. Dieses Konzept wurde im engen Austausch mit den Kantonen und Branchen entwickelt. Das gemeinsame Engagement der Akteure aus Forschung, Beratung, Bildung und Praxis wird die Land- und Ernährungswirtschaft nachhaltig stärken.

Mit der Umsetzung des Standortkonzepts werden schrittweise Effizienzgewinne generiert, indem Infrastruktur- und Betriebskosten von Agroscope gesenkt werden. Bereits ab 2021 können damit erste zusätzliche Forschungsstellen finanziert werden, welche sich den dringenden Herausforderungen einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion annehmen. Bis 2028 belaufen sich die Effizienzgewinne insgesamt auf rund 60 Mio. CHF (ca. 57. Mio Euro) und ab 2028 auf rund 13 Mio. CHF pro Jahr.

Mit der Realisierung verbunden ist die Notwendigkeit, Investitionen früher und zeitlich konzentriert zu tätigen als dies beim Status quo der Fall wäre. Langfristig werden jedoch weniger Mittel für Investitionen benötigt. Zudem wird bis 2028 ein Teil der Effizienzgewinne für die vorgezogenen Investitionen verwendet, sodass der Bundeshaushalt zusätzlich entlastet wird.

Der Einsatz der verbleibenden Effizienzgewinne ermöglicht es Agroscope, die wichtigsten Herausforderungen in der heutigen Agrarforschung anzugehen. So können bis 2028 zusätzlich gut 30 Mio. CHF (ca. 28 Mio. Euro) für den Aufbau von dezentralen Versuchsstationen, die Stärkung der Forschung in den Bereichen Ernährungssicherung, alternativer Pflanzenschutz, Umweltwirkung, wirtschaftliche Tragbarkeit und Erwartungen der Gesellschaft investiert werden. Dies soll die Reduktion der Umweltbelastung, sowie die Steigerung der Wertschöpfung und der betrieblichen Effizienz fördern. Ab 2028 werden die Effizienzgewinne vollständig für die landwirtschaftliche Forschung von Agroscope verwendet.

Die Land- und Ernährungswirtschaft hat große Herausforderungen zu meistern – mit der Neuausrichtung von Agroscope, Stärkung der Vernetzung und dem verbesserten Wissensaustausch mit der Praxis werden dazu wichtige Beiträge geleistet. (WBF)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.