Österreich: Bodenverbrauch wird zu einem ernsthaften Problem

Eine aktuelle Umfrage des market-Institutes im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung bestätigt, dass der Bodenverbrauch für Herrn und Frau Österreicher immer mehr zu einem ernsthaften Problem wird.

Eine aktuelle Umfrage des market-Institutes im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung bestätigt, dass der Bodenverbrauch für Herrn und Frau Österreicher immer mehr zu einem ernsthaften Problem wird. 4 von 5 ÖsterreicherInnen kritisieren eine Verschandelung des Landschaftsbildes und verlangen in der Folge einen Stopp des Bodenverbrauches. Der Boden ist nämlich die einzige Ressource, mit der Lebensmittel produziert werden können und deshalb ist sein Schutz für eine Sicherstellung der Ernährung der weltweit steigenden Bevölkerung unverzichtbar. Dieser nicht unendlich verfügbare Boden wurde heuer auch von der UNO ins Rampenlicht gestellt – 2015 wurde zum Internationalen Jahr des Bodens ausgerufen.

„Die tägliche Verbauung von rund 20 ha– das entspricht der Fläche von 30 Fußballfeldern – wertvoller Wiesen und Äcker für Straßen, Siedlungen, Shoppingcenter und Industriehallen, hat dramatische Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgungssicherheit, auf den Klimawandel und damit auf Schäden durch Wetterextremereignisse wie Dürreperioden, Hochwasser etc. Durch die Versiegelung des Bodens geht auch notwendiger CO2- und Wasserspeicher für immer verloren. Schon 84 Prozent der ÖsterreicherInnen kritisieren explizit die Verschandelung des Landschaftsbildes und 4 von 5 ÖsterreicherInnen verlangen in der Folge, den Bodenverbrauch in der bisherigen Form auch mit gesetzlichen Maßnahmen zu stoppen“, weist Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, auf die besorgniserregende Entwicklung hin. Bei identer Umfrage 2013 äußerten nur 60 Prozent der Österreicher den Wunsch nach gesetzlicher Beschränkung des Bodenverbrauchs.

„Verbauen wir nicht die Zukunft unserer Kinder! Österreich soll auch in Zukunft ein Land der Äcker, und nicht ein Land der leeren Industriehallen, Straßen und Einkaufszentren sein. Böden sind Kulturgüter ersten Ranges. Sie sind unsere Lebensgrundlage und verdienen daher wieder mehr Respekt“, setzt sich Weinberger für sorgsameren Umgang mit der Natur und dem Boden ein.

Die im Juli 2015 durchgeführte repräsentative Umfrage des market-Institutes zeigt, dass die sorglose Verbauung von Agrarflächen die ÖsterreicherInnen mittlerweile massiv stört: „Immer mehr Menschen in Österreich sind sich der dramatischen Konsequenzen des Bodenverbrauches bewusst: Schon 9 von 10 ÖsterreicherInnen befürchten durch die fortschreitende Verbauung eine Zunahme von Naturkatastrophen wie Hochwasser und Dürre sowie einen Verlust der Erholungsräume für die Menschen“, so Prof. Dr. Werner Beutelmeyer, Leiter des Marktforschungsinstitutes market.

In 200 Jahren: Österreich ohne Landwirtschaft?
In den letzten 60 Jahren sind bereits 350.000 ha Felder und Wiesen unter Asphalt und Beton verschwunden – dies entspricht der gesamten Ackerfläche Oberösterreichs. Wenn dieser Versiegelungstendenz nicht Einhalt geboten wird, so wird die Landwirtschaft langsam, aber sicher gänzlich aus Österreich verschwinden. Denn jährlich werden in Österreich 0,5% der Agrarflächen (Deutschland: 0,25% und Tschechien 0,17%) verbaut, was bedeutet, dass es bei fortschreitender Verbauung in 200 Jahren keine landwirtschaftlichen Flächen mehr in Österreich gibt. Das hat neben negativen ökonomischen und ökologischen Auswirkungen auch einen volkswirtschaftlichen Negativeffekt auf den Tourismus, denn ein so verbautes Land ist auch für den Fremdenverkehr nicht sehr attraktiv. Ebenso ist die Artenvielfalt gefährdet, da der Boden als Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere verloren geht.

500 Mio. m² leerstehende Gebäude und Industriehallen ungenutzt
In Österreich gibt es laut Umweltbundesamt rund 13.000 ha (= 130 Mio. m²) leerstehende Industriehallen, bei Berücksichtigung von leerstehenden Wohn- und Geschäftsimmobilien sind es rund 50.000 ha (= 500 Mio. m²) leerstehende Gebäude, welche durch entsprechende Anreizsysteme wieder wirtschaftlich genutzt werden könnten. Eine Rückführung von diesen Brachflächen würde – ebenso wie die Revitalisierung von Ortskernen anstelle von Neubauten im Grünen – dem Trend der Versiegelung von Neuflächen entgegenwirken.

Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung bei ÖsterreicherInnen im Detail
So sehen Herr und Frau Österreicher die Auswirkungen des sorglosen Umganges mit Grund und Boden:
89% befürchten den Verlust von Erholungsräumen für die Menschen.
86% nehmen eine Zunahme von Naturkatastrophen wie Hochwasser, Dürre etc. wahr.
84% kritisieren die Verschandelung des Landschaftsbildes.

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Österreich: Bodenverbrauch wird zu einem ernsthaften Problem

Eine aktuelle Umfrage des market-Institutes im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung bestätigt, dass der Bodenverbrauch für Herrn und Frau Österreicher immer mehr zu einem ernsthaften Problem wird.

Eine aktuelle Umfrage des market-Institutes im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung bestätigt, dass der Bodenverbrauch für Herrn und Frau Österreicher immer mehr zu einem ernsthaften Problem wird. 4 von 5 ÖsterreicherInnen kritisieren eine Verschandelung des Landschaftsbildes und verlangen in der Folge einen Stopp des Bodenverbrauches. Der Boden ist nämlich die einzige Ressource, mit der Lebensmittel produziert werden können und deshalb ist sein Schutz für eine Sicherstellung der Ernährung der weltweit steigenden Bevölkerung unverzichtbar. Dieser nicht unendlich verfügbare Boden wurde heuer auch von der UNO ins Rampenlicht gestellt – 2015 wurde zum Internationalen Jahr des Bodens ausgerufen.

„Die tägliche Verbauung von rund 20 ha– das entspricht der Fläche von 30 Fußballfeldern – wertvoller Wiesen und Äcker für Straßen, Siedlungen, Shoppingcenter und Industriehallen, hat dramatische Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgungssicherheit, auf den Klimawandel und damit auf Schäden durch Wetterextremereignisse wie Dürreperioden, Hochwasser etc. Durch die Versiegelung des Bodens geht auch notwendiger CO2- und Wasserspeicher für immer verloren. Schon 84 Prozent der ÖsterreicherInnen kritisieren explizit die Verschandelung des Landschaftsbildes und 4 von 5 ÖsterreicherInnen verlangen in der Folge, den Bodenverbrauch in der bisherigen Form auch mit gesetzlichen Maßnahmen zu stoppen“, weist Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, auf die besorgniserregende Entwicklung hin. Bei identer Umfrage 2013 äußerten nur 60 Prozent der Österreicher den Wunsch nach gesetzlicher Beschränkung des Bodenverbrauchs.

„Verbauen wir nicht die Zukunft unserer Kinder! Österreich soll auch in Zukunft ein Land der Äcker, und nicht ein Land der leeren Industriehallen, Straßen und Einkaufszentren sein. Böden sind Kulturgüter ersten Ranges. Sie sind unsere Lebensgrundlage und verdienen daher wieder mehr Respekt“, setzt sich Weinberger für sorgsameren Umgang mit der Natur und dem Boden ein.

Die im Juli 2015 durchgeführte repräsentative Umfrage des market-Institutes zeigt, dass die sorglose Verbauung von Agrarflächen die ÖsterreicherInnen mittlerweile massiv stört: „Immer mehr Menschen in Österreich sind sich der dramatischen Konsequenzen des Bodenverbrauches bewusst: Schon 9 von 10 ÖsterreicherInnen befürchten durch die fortschreitende Verbauung eine Zunahme von Naturkatastrophen wie Hochwasser und Dürre sowie einen Verlust der Erholungsräume für die Menschen“, so Prof. Dr. Werner Beutelmeyer, Leiter des Marktforschungsinstitutes market.

In 200 Jahren: Österreich ohne Landwirtschaft?
In den letzten 60 Jahren sind bereits 350.000 ha Felder und Wiesen unter Asphalt und Beton verschwunden – dies entspricht der gesamten Ackerfläche Oberösterreichs. Wenn dieser Versiegelungstendenz nicht Einhalt geboten wird, so wird die Landwirtschaft langsam, aber sicher gänzlich aus Österreich verschwinden. Denn jährlich werden in Österreich 0,5% der Agrarflächen (Deutschland: 0,25% und Tschechien 0,17%) verbaut, was bedeutet, dass es bei fortschreitender Verbauung in 200 Jahren keine landwirtschaftlichen Flächen mehr in Österreich gibt. Das hat neben negativen ökonomischen und ökologischen Auswirkungen auch einen volkswirtschaftlichen Negativeffekt auf den Tourismus, denn ein so verbautes Land ist auch für den Fremdenverkehr nicht sehr attraktiv. Ebenso ist die Artenvielfalt gefährdet, da der Boden als Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere verloren geht.

500 Mio. m² leerstehende Gebäude und Industriehallen ungenutzt
In Österreich gibt es laut Umweltbundesamt rund 13.000 ha (= 130 Mio. m²) leerstehende Industriehallen, bei Berücksichtigung von leerstehenden Wohn- und Geschäftsimmobilien sind es rund 50.000 ha (= 500 Mio. m²) leerstehende Gebäude, welche durch entsprechende Anreizsysteme wieder wirtschaftlich genutzt werden könnten. Eine Rückführung von diesen Brachflächen würde – ebenso wie die Revitalisierung von Ortskernen anstelle von Neubauten im Grünen – dem Trend der Versiegelung von Neuflächen entgegenwirken.

Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung bei ÖsterreicherInnen im Detail
So sehen Herr und Frau Österreicher die Auswirkungen des sorglosen Umganges mit Grund und Boden:
89% befürchten den Verlust von Erholungsräumen für die Menschen.
86% nehmen eine Zunahme von Naturkatastrophen wie Hochwasser, Dürre etc. wahr.
84% kritisieren die Verschandelung des Landschaftsbildes.

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