Niedersachsen: Marktdaten zum Ökolandbau

In Niedersachsen wächst die Anzahl der Öko-Betriebe gegen den Bundestrend aber die Anzahl der Bio-Verarbeiter ging zurück.

46 neue Öko-Betriebe in Niedersachsen. Bild: GABOT.

Niedersachsens Ökolandbau hat sich 2024 zum Teil besser entwickelt als der Bundesdurchschnitt: Die Fläche wächst, und vor allem hat die Anzahl der landwirtschaftlichen Bio-Betriebe zugenommen. Doch das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) sieht zwei Trends mit Sorge: Die Anzahl der Bio verarbeitenden Unternehmen geht in Niedersachsen zurück und die Umstellungsförderung bevorzugt Betriebe, die kaum zur Lebensmittelversorgung beitragen wie Grünlandbetriebe. Diese Einschätzung hat das KÖN in den „Marktdaten 2025" veröffentlicht.

Mehr Öko-Höfe in Niedersachsen

Niedersachsen hatte 2024 2.692 Öko-Betriebe. Das waren 46 mehr als 2023. In Deutschland hingegen sank die Anzahl der Öko-Betriebe um 800. Die 46 neuen niedersächsischen Öko-Betriebe brachten 1.337 Hektar mit. Das ist eine Vergrößerung der Öko-Fläche um 0,9%. Niedersachsen hat damit wie im Vorjahr 6,0% Öko-Flächenanteil.

Es werden deutlich mehr Bio-Produkte gekauft

Eine weitere gute Nachricht kommt aus dem Markt. Der Bio-Markt zieht 2025 deutlich an. Der Lebensmittelhandel sieht ein Umsatzplus von 10%, das aus mehr Absatz stammt. Das bedeutet: Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen wieder mehr Bio-Produkte. „Wenn die Nachfrage nach Bio wächst, müssten auch Höfe umstellen, die Lebensmittel wie Eier, Fleisch, Gemüse oder Kartoffeln erzeugen. Wenn sie nicht umstellen, wird diese Bio-Ware aus dem Ausland importiert", sagt Carolin Grieshop, Geschäftsführerin des KÖN.

Grünland erzeugt keine Lebensmittel

In Niedersachsen stellen seit einigen Jahren überwiegend Grünlandbetriebe um, die Gras als Futter für Wiederkäuer verkaufen. Sie profitieren von der Erhöhung der Umstellungsförderung aus dem Jahr 2022. Diese Prämie für die Grünlandumstellung ist seit 2022 61 Euro höher als für Ackerland und 124 Euro höher als für Gemüseanbaufläche.

Es fehlen Vorbilder

„Die Umstellung eines Ackerbaubetriebes ist kompliziert. Sie zeugt von Mut, Entschlossenheit und Zuversicht des Betriebsleiters. Solche Vorbilder fehlen der Branche derzeit", sagt Grieshop.

Weniger Unternehmen, die Lebensmittel verarbeiten

Eine weitere Entwicklung macht dem KÖN Sorgen: Die Anzahl der Verarbeiter geht zum ersten Mal zurück. Niedersachsen verlor 2024 51 Unternehmen, die ihre Produktion von Bio-Lebensmitteln aufgaben. Es sind Bäcker und Gastronomen, Gewürzproduzenten und Getränkehersteller. „Wir wissen aus langen Jahren Erfahrung, dass dort, wo Bio-Produkte hergestellt werden, auch die Öko-Fläche wächst. Wenn Lebensmittelhersteller Bio aufgeben, dann fehlt auch ein wichtiger Anreiz für Landwirte, auf Ökolandbau umzustellen", erklärt Grieshop.

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Niedersachsen: Marktdaten zum Ökolandbau

In Niedersachsen wächst die Anzahl der Öko-Betriebe gegen den Bundestrend aber die Anzahl der Bio-Verarbeiter ging zurück.

46 neue Öko-Betriebe in Niedersachsen. Bild: GABOT.

Niedersachsens Ökolandbau hat sich 2024 zum Teil besser entwickelt als der Bundesdurchschnitt: Die Fläche wächst, und vor allem hat die Anzahl der landwirtschaftlichen Bio-Betriebe zugenommen. Doch das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) sieht zwei Trends mit Sorge: Die Anzahl der Bio verarbeitenden Unternehmen geht in Niedersachsen zurück und die Umstellungsförderung bevorzugt Betriebe, die kaum zur Lebensmittelversorgung beitragen wie Grünlandbetriebe. Diese Einschätzung hat das KÖN in den „Marktdaten 2025" veröffentlicht.

Mehr Öko-Höfe in Niedersachsen

Niedersachsen hatte 2024 2.692 Öko-Betriebe. Das waren 46 mehr als 2023. In Deutschland hingegen sank die Anzahl der Öko-Betriebe um 800. Die 46 neuen niedersächsischen Öko-Betriebe brachten 1.337 Hektar mit. Das ist eine Vergrößerung der Öko-Fläche um 0,9%. Niedersachsen hat damit wie im Vorjahr 6,0% Öko-Flächenanteil.

Es werden deutlich mehr Bio-Produkte gekauft

Eine weitere gute Nachricht kommt aus dem Markt. Der Bio-Markt zieht 2025 deutlich an. Der Lebensmittelhandel sieht ein Umsatzplus von 10%, das aus mehr Absatz stammt. Das bedeutet: Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen wieder mehr Bio-Produkte. „Wenn die Nachfrage nach Bio wächst, müssten auch Höfe umstellen, die Lebensmittel wie Eier, Fleisch, Gemüse oder Kartoffeln erzeugen. Wenn sie nicht umstellen, wird diese Bio-Ware aus dem Ausland importiert", sagt Carolin Grieshop, Geschäftsführerin des KÖN.

Grünland erzeugt keine Lebensmittel

In Niedersachsen stellen seit einigen Jahren überwiegend Grünlandbetriebe um, die Gras als Futter für Wiederkäuer verkaufen. Sie profitieren von der Erhöhung der Umstellungsförderung aus dem Jahr 2022. Diese Prämie für die Grünlandumstellung ist seit 2022 61 Euro höher als für Ackerland und 124 Euro höher als für Gemüseanbaufläche.

Es fehlen Vorbilder

„Die Umstellung eines Ackerbaubetriebes ist kompliziert. Sie zeugt von Mut, Entschlossenheit und Zuversicht des Betriebsleiters. Solche Vorbilder fehlen der Branche derzeit", sagt Grieshop.

Weniger Unternehmen, die Lebensmittel verarbeiten

Eine weitere Entwicklung macht dem KÖN Sorgen: Die Anzahl der Verarbeiter geht zum ersten Mal zurück. Niedersachsen verlor 2024 51 Unternehmen, die ihre Produktion von Bio-Lebensmitteln aufgaben. Es sind Bäcker und Gastronomen, Gewürzproduzenten und Getränkehersteller. „Wir wissen aus langen Jahren Erfahrung, dass dort, wo Bio-Produkte hergestellt werden, auch die Öko-Fläche wächst. Wenn Lebensmittelhersteller Bio aufgeben, dann fehlt auch ein wichtiger Anreiz für Landwirte, auf Ökolandbau umzustellen", erklärt Grieshop.

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