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Das Substrat der Zukunft: Torf und was noch?
Den meisten Gärtnern ist Torf die liebste Grundlage für ihre Substrate, doch der Rohstoff ist endlich. Alternativen sind gefragt und diese sind auch schon gefunden: Grünkompost, Holzfasern, Kokosmark, - fasern oder -chips, lebende Torfmoose (Sphagnum) oder Rindenhumus funktionieren gut als Torfsubstitut. Doch sind diese Stoffe auch wirklich in ausreichender Menge verfügbar?
Den Substratherstellern ist die Problematik natürlich bekannt: Lebende Torfmoose aus entsprechenden Kulturen sind derzeit noch nicht ausreichend vorhanden und Kokosprodukte stehen wegen der weiten Transportwege in der Kritik. Bei Kompost, Holz- und Rindenprodukte besteht eine sehr große Abhängigkeit, denn diese Stoffe sind „Reststoffe“ anderer Industrien – entsprechend kann die Verfügbarkeit schwanken oder im schlechtesten Fall sogar ganz versiegen. Das ist oftmals besonders bei den Stoffen gegeben, die thermisch genutzt werden können – sprich: diese potentiellen Substratzuschlagstoffe können verbrannt und damit als Energieträger genutzt werden. Ein Erdenwerk kann dagegen nicht konkurrieren – als Konsequenz steht dieser Rohstoff dann einfach nicht mehr zur Verfügung. Einige Substratproduzenten haben inzwischen in eigene Wälder investiert um der beschriebenen Konkurrenzsituation entfliehen zu können.
Der Erdenhersteller Gramoflor geht einen etwas anderen Weg: Das Unternehmen mit Sitz in Vechta hat vor einigen Jahren damit begonnen, eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung aufzubauen. Ziel ist dabei eine „Entwicklung von Torfersatzstoffen für den Erwerbsgartenbau auf Basis regionaler und nachwachsender Rohstoffressourcen in extensiver Landnutzung“. Gleichzeitig gibt es ein Verbundvorhaben zur Entwicklung von Torfersatzstoffen auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen für die Produktion von gartenbaulichen Substraten. Der Ansatz: Nicht die Reststoffe anderer Industrien als Substratkomponente verwenden, sondern eigene Stoffe finden und entwickeln, die nicht in Abhängigkeit oder Konkurrenz zu anderen Verwendungsarten stehen.
Inzwischen ist die Arbeit gut vorangeschritten und es konnte eine Eingrenzung auf acht verschiedene nachwachsende Substratrohstoffe erfolgen. In die Auswahl fielen Sida, Durchwachsene Silphie, Miscanthus, Pappel, Weide, Paulownia, Schilf und Topinambur. An und mit diesen acht Kulturen wird nun geforscht: Wie können die Rohstoffpflanzen in gartenbauliche Versuchsreihen integriert werden? Wie erhält man verlässliche Anbauerfahrungen? In welcher Form muss der Rohstoff aufbereitet werden und mit welcher Technik kann das geschehen? Der „nackte“ Rohstoff eignet sich in der Regel nicht für die Verwendung als Zuschlagstoff in den Substraten und so kommt der Veredelung des Rohstoffs eine große Bedeutung zu. Aktuelle Testsubstratmischungen beinhalten aufgefasertes und teilweise mit weiteren Zuschlagstoffen angereichertes Häckselgut der acht Rohstoffpflanzen - es gibt verschiedenste Möglichkeiten, die jeweils getestet werden müssen, um aus dem Rohstoff am Ende ein funktionierendes Produkt zu machen.
Ist man an diesem Punkt angekommen, geht es in die Praxistests: In gartenbaulichen Versuchsreihen wird mit verschiedenen Kulturen in verschiedenen Mischverhältnissen und unterschiedlichen Intensitäten getestet, wie und ob das Substrat mit dem entwickelten Zuschlagstoff funktioniert. Diese Versuche sind über eine lange Dauer angelegt und müssen dann ausgewertet und verglichen werden.
„Unser Ziel ist die langfristige Sicherung von qualitativ hochwertigen und funktionierenden Substraten und Erden, die auch bezahlbar sind!“, sagt Josef Gramann, geschäftsführender Gesellschafter von Gramoflor. „Es geht um die stetige Erhöhung der Anteile an möglichst regionalen und nachwachsenden Rohstoffen und um die Entwicklung von neuen Rezepturen mit bestehenden und neuen Rohstoffen - je nach Kundenwunsch und Kultur. So wird bei Gramoflor die Forschung nach neuen Substratrohstoffen (möglichst regional und nachwachsend) weiter vorangetrieben und im Versuchs-/Testanbau immer weiter entwickelt. „Nur wenn am Ende wirklich alles passt, erhalten wir nach 5 bis 15 Jahren ein marktreifes Produkt“, erklärt Gramann. Auch wenn der Weg lang und die Aussichten auf Erfolg nicht 100%ig garantiert sind, ist man sich dennoch bei Gramoflor sicher, dass die Investition in diese Forschungsarbeit absolut richtig und notwendig ist. „Nur so erhält man die Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette, gewährt die langfristige Rohstoffverfügbarkeit in Qualität und Quantität und sichert damit letztendlich die Verfügbarkeit sicher funktionierender und bezahlbarer Substrate für den Erwerbsgartenbau.“
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Das Substrat der Zukunft: Torf und was noch?
Den meisten Gärtnern ist Torf die liebste Grundlage für ihre Substrate, doch der Rohstoff ist endlich. Alternativen sind gefragt und diese sind auch schon gefunden: Grünkompost, Holzfasern, Kokosmark, - fasern oder -chips, lebende Torfmoose (Sphagnum) oder Rindenhumus funktionieren gut als Torfsubstitut. Doch sind diese Stoffe auch wirklich in ausreichender Menge verfügbar?
Den Substratherstellern ist die Problematik natürlich bekannt: Lebende Torfmoose aus entsprechenden Kulturen sind derzeit noch nicht ausreichend vorhanden und Kokosprodukte stehen wegen der weiten Transportwege in der Kritik. Bei Kompost, Holz- und Rindenprodukte besteht eine sehr große Abhängigkeit, denn diese Stoffe sind „Reststoffe“ anderer Industrien – entsprechend kann die Verfügbarkeit schwanken oder im schlechtesten Fall sogar ganz versiegen. Das ist oftmals besonders bei den Stoffen gegeben, die thermisch genutzt werden können – sprich: diese potentiellen Substratzuschlagstoffe können verbrannt und damit als Energieträger genutzt werden. Ein Erdenwerk kann dagegen nicht konkurrieren – als Konsequenz steht dieser Rohstoff dann einfach nicht mehr zur Verfügung. Einige Substratproduzenten haben inzwischen in eigene Wälder investiert um der beschriebenen Konkurrenzsituation entfliehen zu können.
Der Erdenhersteller Gramoflor geht einen etwas anderen Weg: Das Unternehmen mit Sitz in Vechta hat vor einigen Jahren damit begonnen, eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung aufzubauen. Ziel ist dabei eine „Entwicklung von Torfersatzstoffen für den Erwerbsgartenbau auf Basis regionaler und nachwachsender Rohstoffressourcen in extensiver Landnutzung“. Gleichzeitig gibt es ein Verbundvorhaben zur Entwicklung von Torfersatzstoffen auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen für die Produktion von gartenbaulichen Substraten. Der Ansatz: Nicht die Reststoffe anderer Industrien als Substratkomponente verwenden, sondern eigene Stoffe finden und entwickeln, die nicht in Abhängigkeit oder Konkurrenz zu anderen Verwendungsarten stehen.
Inzwischen ist die Arbeit gut vorangeschritten und es konnte eine Eingrenzung auf acht verschiedene nachwachsende Substratrohstoffe erfolgen. In die Auswahl fielen Sida, Durchwachsene Silphie, Miscanthus, Pappel, Weide, Paulownia, Schilf und Topinambur. An und mit diesen acht Kulturen wird nun geforscht: Wie können die Rohstoffpflanzen in gartenbauliche Versuchsreihen integriert werden? Wie erhält man verlässliche Anbauerfahrungen? In welcher Form muss der Rohstoff aufbereitet werden und mit welcher Technik kann das geschehen? Der „nackte“ Rohstoff eignet sich in der Regel nicht für die Verwendung als Zuschlagstoff in den Substraten und so kommt der Veredelung des Rohstoffs eine große Bedeutung zu. Aktuelle Testsubstratmischungen beinhalten aufgefasertes und teilweise mit weiteren Zuschlagstoffen angereichertes Häckselgut der acht Rohstoffpflanzen - es gibt verschiedenste Möglichkeiten, die jeweils getestet werden müssen, um aus dem Rohstoff am Ende ein funktionierendes Produkt zu machen.
Ist man an diesem Punkt angekommen, geht es in die Praxistests: In gartenbaulichen Versuchsreihen wird mit verschiedenen Kulturen in verschiedenen Mischverhältnissen und unterschiedlichen Intensitäten getestet, wie und ob das Substrat mit dem entwickelten Zuschlagstoff funktioniert. Diese Versuche sind über eine lange Dauer angelegt und müssen dann ausgewertet und verglichen werden.
„Unser Ziel ist die langfristige Sicherung von qualitativ hochwertigen und funktionierenden Substraten und Erden, die auch bezahlbar sind!“, sagt Josef Gramann, geschäftsführender Gesellschafter von Gramoflor. „Es geht um die stetige Erhöhung der Anteile an möglichst regionalen und nachwachsenden Rohstoffen und um die Entwicklung von neuen Rezepturen mit bestehenden und neuen Rohstoffen - je nach Kundenwunsch und Kultur. So wird bei Gramoflor die Forschung nach neuen Substratrohstoffen (möglichst regional und nachwachsend) weiter vorangetrieben und im Versuchs-/Testanbau immer weiter entwickelt. „Nur wenn am Ende wirklich alles passt, erhalten wir nach 5 bis 15 Jahren ein marktreifes Produkt“, erklärt Gramann. Auch wenn der Weg lang und die Aussichten auf Erfolg nicht 100%ig garantiert sind, ist man sich dennoch bei Gramoflor sicher, dass die Investition in diese Forschungsarbeit absolut richtig und notwendig ist. „Nur so erhält man die Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette, gewährt die langfristige Rohstoffverfügbarkeit in Qualität und Quantität und sichert damit letztendlich die Verfügbarkeit sicher funktionierender und bezahlbarer Substrate für den Erwerbsgartenbau.“
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