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Weihnachtsbäume: Anbauerpreise ziehen an - um wie viel?
Es ging um die dieses Jahr besonders spannende Frage, wie sich die Baumpreise bis zum Dezember entwickelt haben werden. „Die Preisfindung läuft“, leitete IGW-Vorsitzender Peter Geiß (Peiting) das Thema ein. Dass die Erzeugerpreise anziehen – vielleicht hauptsächlich zulasten der Zwischenhändler und weniger des Endkunden – sei abzusehen, da allein schon die Transportkosten um zehn bis 20% höher lägen. Geiß appellierte: „Überspannt den Bogen nicht! Auch eine schlechter gestellte Rentnerin soll sich zu Weihnachten einen Baum leisten können, wie alle Jahre.“
Die Marktsituation stellt sich aus Sicht der Anbauer so dar: Keine Überproduktion, eine gewisse Verknappung bei den größeren Bäumen ab 1,50 Meter und besonders ab zwei Meter, geringes Angebot in der Qualitätsstufe Aktion, große Ungewissheit infolge der andauernden internationalen Krisen. Frei Haus werde aufgrund dessen kaum noch geliefert, jetzt heiße es „Verkauf ab Hof“, hat Peter Geiß beobachtet. Glücklicherweise seien im Großen und Ganzen keine Wetterkalamitäten hinzugekommen, bis auf zuletzt Hitze- und Sonnenbrandschäden in den Kulturen. Man höre in der Branche von beabsichtigten Aufschlägen von zwei bis sieben Euro je Baum im Vergleich zum Vorjahr.
Unter dem Motto „Werbung durch Aufklärung“ hat sich die IGW 2021 mit dem Carlsen Verlag Hamburg zusammengetan und das Pixi-Buch „Schatzsuche zwischen Weihnachtsbäumen“ herausgegeben, das aktuell eines der erfolgreichsten der bekannten Reihe ist: 50.000 Stück orderte die Drogeriemarktkette Müller vor zwei Jahren, und die Auflage von 35.000 der IGW geht zur Neige. Einstimmig beschloss die Versammlung einen Nachdruck in Auftrag zu geben. Um eine ausreichende Menge zu bestellen, bittet die IGW jetzt um Bestellungen unter pixibuch@i-g-w.de Auch Nichtmitglieder können Bücher ordern (Mindestabnahme 50 Stück).
Richtet sich das Pixi-Buch an Kindergartenkinder, so möchte die IGW ein etwas umfangreicheres Buch für Kinder im Grundschulalter folgen lassen. Mehrere Mitglieder der IGW haben dafür Texte erstellt, da es das Werden eines Weihnachtsbaums von der Zapfenernte über die Anzucht bis zur Ernte beschreiben soll. Peter Geiß will noch Lehrer in die Erstellung einbinden, um sicherzustellen, dass das neue Buch auch als Lehrmittel in Schulen eingesetzt werden kann. Er erhielt das ebenfalls einstimmige Votum, das Ziel weiterzuverfolgen.
Alle drei Jahre lässt der Bund Naturschutz (BUND) in der Verkaufssaison wahllos einige Weihnachtsbäume labortechnisch untersuchen, findet regelmäßig in etwa einem Drittel Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (PSM) und zieht dann medienwirksam gegen den konventionellen Anbau zu Felde. Die IGW hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem BUND auseinandergesetzt, dessen Untersuchungsergebnisse vom Bundesinstitut für Risikobewertung einordnen lassen, die Schwächen der Probennahme aufgezeigt, (negative!) amtliche Gegenproben vorgelegt, zu Betriebsbesichtigungen eingeladen und in Gesprächen um Versachlichung gebeten. Ob mit Erfolg, so IGW-Chef Geiß, werde sich in vier Monaten zeigen.
Pflanzenschutzmittel waren für Tobias Plagemann von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, mit der die IGW seit Jahren kooperiert, das Stichwort. Er informierte über die beabsichtigte Einführung von dreitägigen Biozid-/Rodentizid-Schulungen in Deutschland: „Der Bauernverband läuft Sturm.“ Immerhin habe sich das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium dafür ausgesprochen, diese Schulung zu verkürzen und der regulären PSM-Sachkundeschulung anzugliedern, und Bayern wolle gar den Turnus der PSM-Schulung zur Entlastung der Bauern von derzeit drei auf sechs Jahre erweitern. Gerda Wiesböck, IGW-Neumitglied aus Maissau (Niederösterreich) wunderte sich: „Wir in Österreich schaffen das mit einem Online-Kurs.“
Plagemann ging auch auf die Elektronische PSM-Aufzeichnungspflicht ab dem 1. Januar 2027 ein und stellte dafür den IGW-Mitgliedern eine „gut händelbare“ Excel-Tabelle zur Verfügung. Zur Forderung eines Verbots von PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, „Ewigkeitschemikalien“) führte er aus, dass etwa 30% der PSM PFAS enthalten, derzeit nicht ersetzbar seien, aber auch nur zirka 2% der Gesamtmenge an PFAS ausmachen, die in die Umwelt gelangen.
Sören Schneider, Messewart der IGW, informierte, dass man am 12. September wieder auf der Internationalen Weihnachtsbaumbörse in Eslohe-Reiste mit einem Stand vertreten sein wird. Kurz diskutierten die Mitglieder, ob künftig auch die Messe im dänischen Langesø oder im österreichischen Maria Laach besucht werden solle, fassten jedoch keinen Beschluss darüber. Vorsitzender Geiß informierte, dass sich die IGW beim Themenkomplex Mindestlohn/Sozialabgaben für Kurzzeitbeschäftigte noch nicht geschlagen gebe und die Vorstandschaft deswegen zunächst im Bundeslandwirtschaftsministerium vorsprechen werde. Die Wintertagung der IGW findet vom 11. bis zum 14. Februar 2027 in Ellerhoop statt.

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