WaldSchweiz: Klimaranking der Weihnachtsbäume

Der Klimawandel ist in aller Munde. Für viele Konsumentinnen und Konsumenten ist Nachhaltigkeit ein Entscheidungskriterium geworden. Auch bei der Wahl des Weihnachtsbaums gibt es interessante Unterschiede.

Ökologisch produziert, frisch geschlagen, kurze Transportwege: Das sind die Vorzüge der einheimischen Christbäume. Bild: IG Suisse Christbaum.

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Weit über 1 Mio. Christbäume stehen jedes Jahr in Schweizer Stuben. Nicht einmal die Hälfte davon stammt aus der Schweiz. Und der Anteil an Weihnachtsbäumen aus Plastik steigt. Manche Leute meinen, mit einem künstlichen Baum der Umwelt etwas Gutes zu tun. Dabei spricht vieles für echte Bäume aus heimischer Produktion.

Schweizer Christbäume sind "öko"

Etwa 18 kg CO2 absorbiert ein Nadelbaum in den zehn Jahren, in denen er zu einem stattlichen Christbaum heranwächst. Gleichzeitig produziert er Sauerstoff und filtert große Mengen Staubpartikel aus der Luft. Wird der Baum nach Weihnachten korrekt entsorgt, gelangt das CO2 bei der Verbrennung oder Kompostierung zwar wieder in die Atmosphäre zurück, aber nur so viel, wie während des Wachstums gebunden wurde. Daneben wird Energie in Form von Wärme frei, die noch genutzt werden kann. Ein in der Region geschlagener Baum hat keinen langen Transport hinter sich, ist darum frisch und duftet herrlich. Außerdem wird beim Kauf ein einheimischer Produzent unterstützt. Rund 500 Landwirte und Forstbetriebe produzieren Schweizer Weihnachtsbäume, sei es im Landwirtschaftsgebiet oder im Wald. Der Verkauf ist für sie ein willkommener Zusatzverdienst. Die Bäumchen aus dem Wald fallen bei den üblichen Pflegemaßnahmen an oder stammen aus Beständen unter Stromleitungen, wo sie ohnehin nicht in die Höhe wachsen dürfen. Wer einen einheimischen Weihnachtsbaum kauft, kann dies also mit guten Gewissen tun. Darum: 1. Wahl!

Importierte Christbäume haben es in sich

Ein Weihnachtsbaum aus dem entfernten Ausland absorbiert während seines Wachstums natürlich genau gleich viel CO2 wie ein einheimischer. Aber von je weiter er herangekarrt werden muss, desto mehr graue Energie und CO2-Emissionen stecken in ihm. Die meisten importierten Bäume stammen aus Dänemark, Deutschland oder den Niederlanden, wo sie in großen Plantagen herangezogen werden. Oft werden diese Bäume aus Massenproduktion lange vor der Adventszeit geschlagen und müssen in energieintensiven Kühlhäusern zwischengelagert werden. Darum: 2. Wahl!

Plastik-Christbäume sind nicht dufte

Umfragen zufolge erfreuen sich künstliche Weihnachtsbäume aus Plastik zunehmender Beliebtheit. Ein Plastikbaum kann umweltfreundlich sein, wenn er mehrmals verwendet wird. Allerdings gilt zu bedenken, das er dazu mehrere Jahre im Gebrauch sein muss. Eine australische Studie besagt, das ein künstlicher Weihnachtsbaum ganze 17 Jahre im Einsatz sein muss, bis er die Ökobilanz eines natürlichen Christbaums erreicht. Auch ohne genaue Ökobilanz-Rechnung ist klar: Kunststoffbäume werden üblicherweise in fernen Ländern produziert, allein ihr Transport verbraucht Hunderte Liter Treibstoff. Und da sie aus fossilen Rohstoffen gemacht sind, belasten sie die Umwelt früher oder später mit zusätzlichem CO2, das ist nicht gut fürs Klima. Darum: 3. Wahl!

Übrigens: Es lohnt sich auch über die Wahl des Weihnachtsbaumschmucks nachzudenken. Oft wird Massenware eingesetzt, die von weit herkommt. So sind im Handel beispielsweise sogar Föhrenzäpfli aus China zu haben, obwohl man allerlei Zapfen und anderes Dekomaterial gleich um die Ecke gratis selber im Wald sammeln kann und darf. Denn im Schweizer Gesetz ist geregelt, das wildwachsende Beeren, Pilze und dergleichen, also auch herumliegende Äste und Zapfen im "ortsüblichen Umfang", also zum Eigengebrauch und mit Maß gesammelt werden dürfen. (WaldSchweiz/ IG Suisse Christbaum)

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