VGL NRW: Ausbildungspreis der Landschaftsgärtner

Den Wettbewerb unter den besten Ausbildungsstätten für Landschaftsgärtner in NRW konnte ein Familienunternehmen aus dem Münsterland für sich entscheiden. Die Firma Theilmeier aus Everswinkel wurde jetzt als bester Ausbildungsbetrieb in NRW ausgezeichnet.

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (2. v. r.) kam persönlich nach Everswinkel, um Gabi und Edgar Theilmeier (m.) den Ausbildungspreis der Landschaftsgärtner NRW 2020 zu überreichen. Bild: VGL NRW.

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Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW e.V. hatte schon im vergangenen Jahr eine hochkarätig besetzte Jury darüber befinden lassen, welches der eingereichten Ausbildungskonzepte aus dem Jahr 2020 für den „Ausbildungspreis der Landschaftsgärtner NRW“ das Beste ist. Pandemie-bedingt konnte die Preisverleihung nicht wie geplant im vergangenen Herbst stattfinden. Jetzt wurde der Gewinnerbetrieb besonders geadelt, denn Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann persönlich überreichte die Siegerurkunde.

Indem der Landesarbeitsminister persönlich nach Everswinkel kam, wollte er einmal mehr deutlich machen, wie wichtig die duale Ausbildung im Handwerk für den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft und das soziale Gefüge im Land ist. Am Beispiel des Preisträgers war das besonders gut zu verdeutlichen: Die Wilhelm Theilmeier Garten- und Landschaftsbau GmbH & Co. ist ein Familienbetrieb mit 65 Mitarbeitern, der seit Jahren immer neue Konzepte zur Nachwuchsgewinnung entwickelt. Sein innovatives und vorbildliches Vorgehen in der Berufsausbildung, so der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW, habe die Jury schließlich eindeutig für Theilmeier als Gewinner stimmen lassen. Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann war persönlich nach Everswinkel gekommen, „um deutlich zu machen, wie wichtig gut ausgebildete und motivierte junge Menschen für Handwerk und Industrie sind.“

Immer wieder treten in dem Everswinkler Unternehmen die Auszubildenden selbst in den Vordergrund, wenn es um neue Kolleginnen und Kollegen geht: So fungieren bei der jährlichen Berufsorientierungsmesse in der Kreisstadt Warendorf die Azubis selbst als Botschafter ihres Betriebes. „Unsere Azubis machen die beste Werbung für uns, die man sich vorstellen kann“, ist sich Edgar Theilmeier sicher. Die Teilnahme am „Girl‘s Day“ soll zudem junge Mädchen für die grünen Berufe interessieren. Unterstützt wird das, weil die Ausbildung im Betrieb Theilmeier in den Händen zweier Ausbildungsleiterinnen liegt. Großen Wert legt man in dem Betrieb auf möglichst lange Schülerpraktika: „Ohne Praktikum stelle ich keine Azubis ein“, betont Edgar Theilmeier. „Nicht, weil ich sie vorher abprüfen möchte, sondern weil sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen auf den Baustellen klarkommen müssen. Die müssen sich kennenlernen und sehen, ob die Chemie stimmt!“ NRW-Arbeitsminister Laumann meint: „Der hohe Grad der Zufriedenheit der Auszubildenden mit der Ausbildung sollte auch weitere Ausbildungssuchende motivieren, sich mit diesem Berufsfeld bei der Ausbildungsplatzsuche näher zu befassen. Längere Praktika ermöglichen Jugendlichen, die Berufsfelder genauer kennenzulernen und dadurch Einblicke in die Arbeitswelt zu erlangen.“ Die Ausbilderinnen Monique Däumichen und Inga Grawunder stimmten dem Minister zu: „Wenn ein Schülerpraktikum in einem so abwechslungsreichen Beruf nur an einem Tag im Winter stattfindet, kann das jungen Menschen nicht genug Einblick in den Beruf vermitteln.“ Entsprechend bieten sie Schülerpraktika in den Osterferien an. Und bevor die Ausbildung beginnt, lädt ihr Betrieb jeden Azubi zum Besuch des Lehrgangs „Vorbereitet in die Ausbildung“ bei der DEULA Westfalen-Lippe in Warendorf ein. Zudem ist der erste Ausbildungstag ein „Onboarding-Tag“, an dem die jungen Leute mit ihrem Arbeitsumfeld vertraut gemacht werden.

Überhaupt sind bei Theilmeier die Angebote für Azubis vielfältig. Ausbildung auch über den Lehrplan hinaus wird großgeschrieben: Regelmäßige Azubirunden, zusätzliche Lehrgänge und sogar Auslandspraktika machen den Betrieb als Ausbildungsstelle für junge Leute attraktiv. Auch durch die Mitgliedschaft im Verein „Junggärtner“ profitieren die Azubis durch zahlreiche Fortbildungen außerhalb ihres Lehrlingsalltags. Auch das „Ulmer Lernportal“, ein interaktives Lernportal für Aus- und Weiterbildung in der grünen Branche, wird den Azubis zugänglich gemacht – die Mitglieds- und Teilnahmegebühren übernimmt die Firma Theilmeier. Die so erworbenen Fähigkeiten stellen die Azubis auch gerne im Wettbewerb unter Beweis. Die Teilnahme am Landschaftsgärtner-Cup ist für sie obligatorisch. Aber auch in den Schulen in der Umgebung zeigen die jungen Menschen mit den orangefarbenen T-Shirts in Pflanzaktionen, was sie können. Besonders in der Verbundschule Everswinkel, in der Haupt- und Realschüler unterrichtet werden, werben die angehenden Landschaftsgärtner von Theilmeier für ihren Beruf – mit Erfolg! Oft seien es solche Initiativen, die den Schülerinnen und Schülern einen ersten Einblick in die Arbeitswelt geben. Junge Menschen hätten nicht immer die richtigen Vorstellungen von Berufen. Daher sei es umso wichtiger, dass das Handwerk offen auf junge Menschen zugeht und sie sich in den unterschiedlichen Gewerken ausprobieren, so der Landesarbeitsminister. Bestätigt wurde das durch den Präsidenten des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW, H. Christian Leonhards: „Wir haben es in der Vergangenheit gut geschafft, Mitarbeiter zu halten und neue zu gewinnen. Aber wir müssen weiter daran arbeiten, deutlich zu machen, wie attraktiv und abwechslungsreich unser Berufsfeld ist. Die Firma Theilmeier geht hier mit gutem Beispiel voran.“

Abschließend führten Edgar und Gabi Theilmeier Minister Laumann über das weitläufige Betriebsgelände, durch die Werkhallen und zu dem Ausbildungsgarten, den Azubis zum 50. Jubiläum der Firma in Eigenregie angelegt hatten. Dort sprach der Minister mit den Azubis über ihren persönlichen Übergang von der Schule in den Beruf. Die Azubis waren sich einig, dass es im Corona-Jahr 2020 schwieriger war, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Einzig die Firma Theilmeier hätte nach dem offiziellen Beginn des Ausbildungsjahres im August noch eingestellt. Für Edgar Theilmeier eine Frage der sozialen Verantwortung: „Als CSR-zertifizierter Betrieb legen wir großen Wert auf die drei Säulen der Corporate Social Responsibility – Ökologie, Ökonomie und soziale Verantwortung. In die Zukunft junger Menschen zu investieren, ist ein wichtiger Teil davon!“ (VGL NRW)

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