VGL-BW: Vortragsreihe "Garten Aktuell"

Immer mehr Menschen möchten im eigenen Garten Urlaub machen. Marius Abels, einer der Geschäftsführer der Hügel mehr Garten GmbH in Rümmingen, verriet in der Vortragsreihe „Garten aktuell“, Tipps und Tricks zur Planung, Technik und Pflege von Pools im Garten.

Marius Abels, einer der Geschäftsführer der Hügel mehr Garten GmbH in Rümmingen, verriet in der Vortragsreihe „Garten aktuell“, Tipps und Tricks zur Planung, Technik und Pflege von Pools im Garten. VGL- BW.

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Direkt in seinem Schaugarten „Garten als Lebensmittelpunkt“ erklärte er den Aufbau des Pool-Beckens. Im Schaugarten ist ein GFK-Keramikbecken eingebaut – diese sind dickwandig (man spricht auch von Fertigbecken) und das Becken wird an einem Stück auf einem Tieflader auf die Baustelle geliefert.

Poolvielfalt

Es gibt eine breite Auswahl an Varianten, die sich den Gegebenheiten vor Ort und dem Geschmack des Gartenbesitzers anpassen. Folienbecken sind sehr vielseitig, es gibt sehr dünne Einhängefolien oder auch an Ort und Stelle verschweißte Folien, die ca. 1,5 mm dick und deshalb sehr stabil sind. Edelstahlbecken sind auch eine Möglichkeit. Neuerdings gibt es auch Pools mit Wänden aus Sichtbeton und Gegenstromanlagen wie bei einem Whirl-Pool. Naturpools dürfen auch nicht vergessen werden, sie sind aber deutlich teurer in der Bauweise.

Die Desinfektion des Wassers kann mit Chlor oder durch Salzelektrolyse betrieben werden.

Planung und Einbau

Der erste Schritt ist aber immer in intensives Gespräch mit den Gartenbesitzern über die Bedürfnisse und Gegebenheiten. Nachbarschaft, Bebauungsplan und natürlich die eigenen Wünsche und Ansprüche sollen ja berücksichtigt werden. Anlagen unter 100 m³ Volumen und unter 1,50 m Tiefe sind genehmigungsfrei.

Ein großes Thema ist hier auch die Kindersicherheit, der Grundstücksbesitzer hat die Sorgfaltspflicht.

Vor Beginn der Arbeiten ist viel zu beachten: Bei einem gewachsenen Boden reicht Ausgraben und eine Tragschicht errichten; bei Neubaugelände an dem eventuell vorher Baggerarbeiten waren ist es aus Stabilitätsgründen besser, eine Betonplatte einzubauen. Nun kann das Becken aufgestellt und außen mit Einkornbeton verfüllt werden. Parallel dazu muss aufgrund des Gegendrucks innen Wasser aufgefüllt werden. Hier kann auch Isolierbeton (Styropor mit Zement) zum Einsatz kommen, damit verliert der Pool über Nacht weniger Wärme.

Oben werden an der Außenseite Ringanker gesetzt, sie liegen unter den aufgeklebten Randabdeckplatten. Diese sind an den Rändern gefast und satiniert, also ohne scharfe Kanten und mit einer leichten Überdeckung zum Wasser hin - ein optisch schöner Abschluss.

Pooltechnik

Die Skimmer und der Bodenablauf werden saugseitig montiert, das Wasser wird druckseitig über die Einlaufdüsen wieder eingeleitet. Ein hocheffizientes Mess-, Regel-, und Dosiersystem fügt automatisch Chlor hinzu und sorgt so selbstständig für kristallklares Poolwasser. Die Rückspülung sollte mit viel Druck erfolgen, damit der Schmutz aus dem Sandfilter gedrückt wird. Umwälz- und Wärmepumpen, Wasserspiele und Beleuchtung sorgen für das i-Tüpfelchen der Anlage und können sogar ferngesteuert von unterwegs bedient werden. Der Pool kann nun mit einem Rollladen ausgestattet werden, er hat eine solare Wirkung (senkt Energiekosten) und schützt Mensch und Tier vor Unfällen.

Die Technik ist meist in einem Gartenhüttle untergebracht, es empfiehlt sich die Größe so zu wählen, dass noch andere Utensilien für den genussvollen Schwimmbetrieb darin Platz finden.

Da die Winter nicht mehr so viel Frost bringen können die Anlagen durchlaufen, man spricht hier von „aktiv Überwintern“ und ein Auspumpen des Wassers ist nicht notwendig.

Die Becken sind auf 40 Jahre Dichtigkeit geprüft und erfordern je nach Ausführung eine Investition im mittleren 5-stelligen Bereich.

„Es ist wirklich wichtig, sich vor dem Badevergnügen abzuduschen“, empfiehlt Marius Abels, „So kommen einfach schon viele Verschmutzungen nicht ins Wasser“.

Während dem Vortrag blieben immer wieder interessierte Besucher stehen und hörten den fachkundigen Ausführungen zu. Anschließend nutzen sie die Gelegenheit, einzelne detaillierte Fragen direkt mit dem Experten zu besprechen. (VGL-BW)

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