Vereinigte Hagel: Bundesweit moderate Schadenquote

Der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit über 600 Sonnenstunden und Höchsttemperaturen von mehr als 40°C ließ Schlimmes vermuten.

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Der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit über 600 Sonnenstunden und Höchsttemperaturen von mehr als 40°C ließ Schlimmes vermuten. Nach einem ungewöhnlich hagelschwachen Vorjahr im Süden Deutschlands meldeten sich Hagelunwetter, die bereits im April einsetzen, in gewohnter Stärke mit schweren Schäden zurück. Damit bestätigte sich der Trend früher Schadenereignisse erneut. Im Juli hagelte es nahezu täglich in Deutschland. Die schadenträchtigen Hagelschauer waren oft von Platzregen und Sturmböen begleitet. Hitzegewitter am 5., 7., 18. sowie 22. Juli brachten Totalausfälle, die Ersatzansprüche in Millionenhöhe auslösten. Dennoch fiel das diesjährige Schadenvolumen insgesamt moderat aus. Mit einem Inlandprämienaufkommen von 114 Mio. Euro und einer Entschädigungsleistung von vorläufigen 73,7 Mio. Euro liegt die Schadenquote mit rund 65 % unter dem Schnitt der letzten zehn Jahre. Der erreichte Überschuss dieses Unterschadenjahres stärkt die Rücklagenbildung und kommt künftigen Schadenereignissen zugute. Dies lässt die Vereinigte Hagel gestärkt und optimistisch in die Zukunft blicken.

Gesunkene Hektarwerte durch Preisdruck und Greeningeffekt
Die Hektarwerte, d. h. die Deckungshöhe pro Flächeneinheit, fielen 2015 mit 2,8% um durchschnittlich 51 Euro. Die Anbaufläche von Winterraps war wegen schwieriger Aussaatbedingungen im Vorherbst gesunken. So verringerte sich der Hektarwert für Ölsaaten als zweitwichtigster Kulturgruppe der Vereinigten Hagel um 3,5%. Auch bei Getreide (minus 2,4%) und Zuckerrüben (minus 2,7%) sank diese Kennzahl, die die Erwartung auf sinkende Produktpreise widerspiegelt. Die Versicherungsfläche stieg mit rund 110.000 ha um 2,4%. Neben dem Neugeschäft war auch die Kölnischen Hagel an dieser Entwicklung beteiligt: Das 1853 gegründete Traditionsunternehmen hatte seine Geschäftstätigkeit eingestellt und seine Bestände zu Jahresbeginn der Vereinigten Hagel übertragen. Die gewachsene Versicherungsfläche vermochte die rückläufigen Hektarwerte nicht auszugleichen. Damit sank die Versicherungssumme um 0,5% auf 8,3 Mrd. Euro, was auch dem Greening-Effekt, Ackerflächen aus der Produktion zu nehmen, geschuldet war. Mit über 2.000 Neuverträgen entwickelte sich die Mehrgefahrenversicherung Secufarm®3 gegen Sturm- und Starkregenereignisse sehr erfreulich. Ihre versicherte Fläche stieg um 5,1% zum Vorjahr auf knapp 400.000 ha an.

Wachstumsmotor Auslandsgeschäft
Das Auslandsgeschäft hat die leicht rückläufigen Tendenzen in Deutschland mehr als ausgeglichen. Die Versicherungsfläche wuchs um 3,2 % auf 503.000 ha. Dieser Erfolg ist auf Geschäftserweiterungen in Italien, Lettland und den Niederlanden zurückführen und ließ im Gegensatz zum Vorjahresergebnis die Versicherungssumme um 8,1% auf 1,17 Mrd. Euro ansteigen. Das Prämienaufkommen im Ausland ergab ein Plus von 10,5% und erreichte mit 49,0 Mio. Euro einen erneuten Höchststand.

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