Streuobst: Inwertsetzung ein wichtiger Schritt

Welche Ansatzpunkte gibt es, der oft mangelnden Wirtschaftlichkeit im Streuobstbau zu begegnen?

Streuobst: Inwertsetzung ein wichtiger Schritt. Bild: GABOT.

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„Produkte von unseren Streuobstwiesen stehen für Vielfalt, gelebten Naturschutz, Regionalität und Tradition. Wenn wir es schaffen, ihre Wirtschaftlichkeit zu stärken, hat der Streuobstbau eine Perspektive“, sagte die Staatssekretärin für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, am 25. März in Hohenheim/Stuttgart. Unter dem Motto 'Attraktive Preise für Streuobst' luden das Ministerium für Ländlichen Raum und der NABU Baden-Württemberg Akteurinnen und Akteure aus dem Streuobstbereich am Wochenende zu einer Tagung nach Hohenheim ein.

Welche Ansatzpunkte gibt es, der oft mangelnden Wirtschaftlichkeit im Streuobstbau zu begegnen, was können wir von den zahlreichen Vermarktungsmodellen im Land lernen und auf andere, neue Initiativen übertragen? Die vom Ministerium für Ländlichen Raum finanzierte Studie zur Aufpreisvermarktung von Streuobstprodukten liefert wichtige Ansatzpunkte, um das Modell der regionalen Vermarktung mit Aufpreis weiter auszugestalten.

„Aus den Ergebnissen der Studie können wir Empfehlungen zur Stärkung der Vermarktung im Streuobstbau ableiten und sie bestätigen die Bemühungen und diverse Initiativen des MLR in den letzten Jahren zur besseren Inwertsetzung dieser Rohstoffe. Wir hoffen somit auch, neu in die Aufpreisvermarktung einsteigenden Gruppen mit dem erarbeiteten Handlungsleitfaden eine hilfreiche Stütze zu bieten“, erklärte Gurr-Hirsch.

Die vom NABU durchgeführte Studie wurde dem anwesenden Fachpublikum vorgestellt. Der Austausch und die Diskussion von Ideen und wertvollen Erfahrungen der zum Teil seit vielen Jahren engagierten Streuobstinitiativen standen im Vordergrund. Vorträge zu Marketingkonzepten in der Schweiz und Möglichkeiten der Biozertifizierung rundeten das Programm ab.

„Die gezielte Inwertsetzung des Streuobstes und attraktive Marktpreise sind ein wichtiger Schritt, um dem Streuobstbau in Baden-Württemberg eine Zukunftsperspektive zu geben“, betonte Staatssekretärin Gurr Hirsch. Es gelte, die charakteristische Qualität und den besonderen Mehrwert von Streuobstprodukten bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern herausstellen.

Hintergrundinformationen:

Baden-Württemberg hat mit mehr als 100.000 Hektar Streuobstwiesen europaweit die bedeutendsten Streuobstbestände. Die Streuobstwiesen können Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten sein und Ursprung leckerer Früchte und Obstsäfte.

Es gibt etwa 50 Initiativen im Land, die regionale Streuobstprodukte anbieten. Das Besondere der Aufpreisinitiativen ist, dass sie höhere Preise für das Obst ausbezahlen, als auf dem Markt für Verarbeitungsobst im Allgemeinen erzielt werden kann. Sie wollen so zur Bewirtschaftung der Streuobstwiesen motivieren. Gleichzeitig stellen sie häufig besondere Anforderungen, etwa ein Pflegegebot oder die Umsetzung von Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz fördert Aufpreisinitiativen im Bereich der Vermarktung sowie vielfältige Maßnahmen in der Verwertung von Streuobstprodukten, zum Beispiel der Kleinbrenner seit vielen Jahren.

 

 

 

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