Schweizer Sonnenblumen: Sind im Aufschwung

Die Schweizer Bauern setzen immer öfter auf Sonnenblumen. Ein erstaunlicher Aufschwung, nachdem die Anbaufläche jahrelang zurückgegangen war und die bunte Kultur beinahe zu verschwinden drohte.

In der Schweiz sind wieder mehr blühende Sonnenblumenfelder zu sehen. Bild: Judith Beyeler/landwirtschaft.ch.

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Noch vor 6 Jahren sah es düster aus rund um die sonst farbenfrohen Sonnenblumen. Die Anbaufläche war deutlich gesunken, die Nachfrage konnte keineswegs befriedigt werden. Zu wenig attraktiv war der Anbau der Kultur für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern. Sie griffen lieber zum einfacher anzubauenden Raps.

Doch in den letzten Jahren ist die Entwicklung erfreulich. Von 3.323 Hektaren 2011 auf 4.900 Hektaren 2017 ist Fläche gestiegen, auf der Sonnenblumen angebaut werden. Wieso dieser rasante Aufschwung?

Einerseits versuchte der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV) Gegensteuer zu geben. Er erhöhte die Stützungsbeiträge aus dem Produktionspool Ölsaaten teilweise auf bis zu 12.- Franken pro 100 Kilo. Dieses Jahr lag er bei 10 Franken für konventionelle Sonnenblumen. "Neben diesem Beitrag ist der Anstieg hauptsächlich auf Landschaftsqualitätsbeiträge zurückzuführen", sagt Andrea Koch vom Getreideproduzentenverband.

Sonnenblumen in die Fruchtfolge aufgenommen

Diese Beiträge wurden auf die Agrarpolitik 2014-17 hin eingeführt. In einigen Regionen gibt es seither höhere Beiträge auf die gesamte Fläche, wenn mehr Kulturen in der Fruchtfolge vorhanden sind. "Dadurch haben einige Produzenten wahrscheinlich die Fruchtfolge um Sonnenblumen ergänzt", so Andrea Koch. Zudem gebe es in verschiedenen Kantonen Beiträge für blühende Kulturen wie die Sonnenblumen.

Der Getreideproduzentenverband setzt zudem auf Kommunikation mit den Produzenten und teilt regelmässig mit, dass der Bedarf an Sonnenblumen noch nicht gedeckt sei. Mit Erfolg, wie die Zahlen zeigen. Für 2018 sind bereits 16.775 t Sonnenblumen angemeldet. Laut Andrea Koch könnten es über 17.000 t Zuteilungsmenge werden, da Nachmeldungen weiterhin möglich sind und diese erfahrungsgemäss bis zur Aussaat erfolgen.

"Wir können uns vorstellen, dass eine Zuteilung von 18.000 t in den nächsten Jahren realistisch ist, sofern es bei den Direktzahlungen keine großen Änderungen gibt", sagt Andrea Koch zur künftigen Entwicklung.

Doch auch bei einer Zuteilungsmenge von 18.000 t wird die Nachfrage nur bei Rekorderträgen gedeckt. In den letzten Jahren lag die Produktion schlussendlich immer mindestens um 2.500 t unter der Zuteilungsmenge.

Deshalb werden weiterhin Sonnenblumen-Produzenten gesucht. (Quelle: LID)

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