- Startseite
- Schweiz: Apfelfläche stabilisiert
Schweiz: Apfelfläche stabilisiert
Die Obstanbauflächen der Schweiz haben sich im letzten Jahr kaum mehr verändert.Gestoppt wurde der Schwund der Apfelflächen. Bewegung bleibt bei den Sorten: Feste Äpfel, knackige Kirschen und großfruchtige Zwetschgen gewinnen weiter an Boden.
Kirschen und Zwetschgen statt Äpfel: Dieser Trend der letzten Jahre hat sich im Jahr 2004 stark abgeschwächt. Ging die Apfelfläche im Jahr 2003 noch um 3,4% zurück, war sie im letzten Jahr nur 0,6% kleiner als im Vorjahr. In 4.384 Hektar Niederstammkulturen wurden im letzten Herbst Äpfel gepflückt. Das zeigt die neuste Flächenstatistik des schweizerischen Bundesamtes für Landwirtschaft.
Die Birnenanlangen, die zweitwichtigste Obstkultur, sind nach einem Zwischentief wieder fast auf dem Stand von 1999, auf 958 Hektar. Bei den Kirschen ist der große Boom vorläufig vorbei. Seit 2002 nahm die Fläche nur noch wenig zu. Sie beträgt jetzt 446 Hektar. Dagegen
setzte sich bei den Zwetschgen das kontinuierliche Wachstum fort. Im Jahr 2004 war die Fläche mit 303 Hektar eineinhalb Mal so groß wie vor 5 Jahren.
Allerdings setzt sich der Wandel zwischen den Sorten bei allen Kulturen fort. Bei den Apfelsorten hat Leader Golden Delicious flächenmäßig am meisten verloren. In den letzten 5 Jahren wurde jedes 5. Hektar gerodet. 1.055 Hektar sind übrig geblieben, knapp ein Viertel der gesamten Apfelfläche. Damit ist der goldgelbe, süße Apfel immer noch unangefochtener Spitzenreiter vor dem neuen Zweitplatzierten Gala (645 Hektar).
Internationale, knackige Sorten breiten sich aus
Die international gehandelte neuseeländische Sorte ist die größte Gewinnerin. Vor 5 Jahren lag Gala noch auf Platz 4. Profitiert hat Gala auch vom Trend zu Sorten mit sehr festem Fruchtfleisch. Das gilt auch für Braeburn, den zweiten Aufsteiger der letzten 5 Jahre. Waren die gelbgrünen Äpfel mit braunrot gestreiften Backen 1999 noch nicht in den Top-Ten, rangiert die ebenfalls neuseeländische Sorte nun mit 158 Hektar auf Rang 8. Ausbreiten konnte sich auch die schorfresistente Sorte Topaz. Die Fläche hat gegenüber 2003 nochmals um ein Sechstel zugenommen und beträgt jetzt 81 Hektar.
Prozentual gesehen ist der rotbackige Idared der größte Verlierer. Seine Fläche ist um gut 40% auf 236 Hektar zurückgegangen. Verloren haben auch die aromatische, aber weichere Sorte Elstar und die Schweizer Züchtung Maigold.
Wie bei den Äpfeln fanden auch bei Birnen, Zwetschgen und Kirschen große Veränderungen bei den Sorten statt. Bei den Birnen nahm die Flächen der Lagersorte Kaiser Alexander und der Herbstsorte Williams zu. Auch hier gilt: Kaiser Alexander ist international im Gegensatz zu den anderen zwei Hauptsorten Gute Luise und Conference. Bei Kirschen und Zwetschgen wurden großfruchtige, knackige Sorten neu gepflanzt.
Obstbauern und -händler zufrieden
Als "positiv und marktkonform" beurteilt der Schweizerische Obstverband die Entwicklung. Insbesondere begrüsst er die Stabilisierung der Apfelfläche und die neu gepflanzten Zwetschgenanlagen. Seiner Meinung nach dürften auch wieder neue Kirschbäume gepflanzt werden, die Birnenfläche dagegen sollte nicht mehr größer werden. Marc Wermelinger, Geschäftsführer des Handelsverbandes Swisscofel, teilt diese positive Einschätzung. Insbesondere ist er froh, dass so viele Golden-Anlagen gerodet wurden. "In jedem überdurchschnittlichen Jahr hatten wir unverkäufliche Mengen", bemerkt er auf Anfrage. Die Flächen von Gala und Braeburn sind seiner Meinung nach jedoch schon am oberen Limit. "Die neu gepflanzten Flächen sind noch nicht im Vollertrag", gibt er zu Bedenken. Zudem stiegen die Erträge pro Hektar, weil die Obstproduzenten professioneller arbeiteten. (lid)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.