NEPG: Hohe Lagerbestände von Kartoffeln

Die Menge an verfügbaren Kartoffeln steigen im Jahr 2018 laut der Vereinigung NEPG weiter an. Schwierigkeiten bereiten derzeit Qualitätsprobleme.

Die Menge an verfügbaren Kartoffeln steigen im Jahr 2018 laut der Vereinigung NEPG weiter an. Bild: GABOT.

Anzeige

Alle aktuellen Bestandserhebungen in den NEPG-Ländern (North-Western European Potato Growers) zeigen, dass die tatsächlichen Kartoffelbestände im Vergleich zur letzten Saison höher sind als im Mehrjahresdurchschnitt. Die Erträge im Nordwesten waren um 11% höher, bei einem Flächenzuwachs von 6%. Gegenwärtig wirken sich die hohen Kartoffelbestände und das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage negativ auf die tatsächlichen freien Marktpreise aus, obwohl die verarbeitende Industrie in den letzten fünf Jahren 15% mehr Input verlangt hat.

Mehr Verluste als erwartet

Im Dezember schätzte die NEPG einen Verlust von 5% der Ernte, was für das NEPG-Gebiet realistisch oder sogar zu niedrig erscheint, da Qualitätsprobleme in den Läden gemeldet wurden. Besonders eine Sorte wird oft erwähnt. Das tatsächliche Angebot an Kartoffeln immer jedoch noch immer ausreichend, um den Bedarf der weiterverarbeitenden Betriebe zu decken.

Insgesamt sieht die Qualität der Kartoffeln in den Märkten gut aus, aber da diese aufgrund anstehender Qualitätsprobleme früher als geplant auf den Markt kommen müssen, ist ein Mangel an Kartoffeln mit guter Qualität am Ende der Saison realistisch. Die aktuelle kalte Witterung in Nordwesteuropa könnte auch zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen und wie in den Vorjahren stellt sich die Frage, wann die Neuanpflanzung im NEPG-Gebiet abgeschlossen sein wird. Die erste frühe Kartoffelaussaat in einigen deutschen Gebieten hat sich bereits verzögert.

Die Aktivität auf der Verarbeitungsseite ist gut, aber die benötigten zusätzlichen Kartoffeln sind bereits fast alle reserviert, so dass die Nachfrage auf dem freien Markt gering ist. Der Export von frischen Speisekartoffeln aus den NEPG-Ländern steigt aufgrund der attraktiven Exportpreise. Darüber hinaus befindet sich der Export von verzehrfertigen Kartoffelprodukten nach Übersee weiterhin im Aufwärtstrend.

Verträge des nächsten Jahres schwächer

Ausgehend von der aktuellen Situation wird erwartet, dass die Vertragspreise für die Verarbeitung von Kartoffeln im nächsten Jahr sinken werden, was von der NEPG bestätigt wird, die je nach Lieferzeit, Sorte und Verarbeiter Preissenkungen von 5-10% feststellt. Die Vertragspreise sind nicht nur niedriger als in der letzten Saison, sondern auch niedriger als in der Vorsaison. Laut NEPG liegen diese Vertragspreise sogar unterhalb der Produktionskosten der Erzeuger.

Den Landwirten wird empfohlen, in diesem Frühjahr eine realistische Anbaufläche für Speisekartoffeln zu planen, da der anhaltende Trend weg von Bintje hin zu den ertragreichen Verarbeitungsarten in Belgien und Frankreich anhalten wird und zu noch höheren Ernteerträgen führen könnte.

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.