Laubholzbockkäfer: Quarantänezone in Kelheim aufgehoben

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg (AELF) haben den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) in Kelheim, Saal an der Donau zusammen mit den Bürgern, der Stadt Kelheim und der Gemeinde Saal a.d.Donau in einem gemeinsamen Kraftakt erfolgreich bekämpft.

Thomas Schuster und ALB-Spürhund Franzi im Einsatz gegen den ALB. Bild: LfL.

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Die Quarantänezone Kelheim, Saal an der Donau konnte zum 1. Januar 2021 aufgehoben werden. Die verantwortlichen Behörden, Kommunen und Firmen haben in enger Kooperation mit den Bürgerinnen und Bürgern die Maßnahmen des EU-Durchführungsbeschlusses 2015/893 konsequent umgesetzt. Dieses entschlossene Handeln hat eine Aufhebung nach nur vier Jahren Quarantänedauer ermöglicht und der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) konnte wieder ausgerottet werden.

Als der LfL im April 2016 ein Asiatischer Laubholzbockkäfer gemeldet wurde, war der ALB bereits in vier Befallsgebieten in Bayern entdeckt worden und seine Bekämpfung eingeleitet. Der ALB konnte sich auch in Kelheim vor seinem Fund einige Jahre unentdeckt ausbreiten. Die in und um Kelheim vorzufindenden Gehölzstrukturen, wie etwa Begleitgrün an der B 16 und Alleebäume im Hafengelände Kelheim begünstigten eine Ausbreitung über weite Entfernungen.

Seit den letzten Larvenfunden im September 2016 an mehreren Ahornbäumen an der Böschung der Bundesstraße 16 wurden bei der intensiven Überwachung vom Boden mittels Ferngläser, beim Spürhunde-Einsatz, beim Kronenmonitoring durch Baumkletterer und in den Pheromonfallen und Fangbäumen keine weiteren Anzeichen des ALB entdeckt. Das Vorkommen kann somit als erloschen gelten. Alle Auflagen der Allgemeinverfügungen der LfL und des AELF Abensberg endeten daher mit Ablauf des 31. Dezembers 2020. Die Quarantänezone Kelheim umfasste eine Fläche von insgesamt 1.612 Hektar. Im Zuge der Bekämpfungsmaßnahmen wurden 1.253 Eiablagen, 52 Larven und 5 lebende Käfer gefunden und deren Entwicklung sowie Verbreitung verhindert. Die gefundenen 223 Ausbohrlöcher von Käfern dokumentieren, dass weiteres Potential für eine Verbreitung bestanden hätte. Bei zwei Fällmaßnahmen waren überwiegend Flächen betroffen, die in der Hand der Kommune, des Staates oder der Deutschen Bundesbahn sind.

Die erfolgreiche Ausrottung des ALB und damit die Auflösung der Quarantänezonen gelang erstmals zum Jahresende 2015 in Neukirchen (Landkreis Passau) und dann zum Jahresende 2019 in Neubiberg. Mit Kelheim zusammen konnten zum 1. Januar 2021 zwei weitere Quarantänezonen in Feldkirchen und Murnau erfolgreich aufgehoben werden. Seit dem Erlass des EU-Durchführungsbeschluss im Jahr 2015 gilt die bundesweit einheitliche Bekämpfungs-Leitlinie des Julius-Kühn-Institutes und es hat sich gezeigt, dass bei konsequenter Umsetzung der Bekämpfungsmaßnahmen die Quarantänezeit eines Befallsgebiets verringert werden kann. Diese rechtlichen Vorgaben sind die Basis für das Vorgehen der LfL und sowie der jeweils zuständigen AELF bei der Bekämpfung des ALB.

Bayernweit kann die LfL auf eine gute Bilanz blicken, mittlerweile sind fünf von sieben ALB-Quarantänezonen erfolgreich aufgehoben. Aktuell finden sich noch zwei ALB-Befallsgebiete in Ziemetshausen-Schönebach (Landkreis Günzburg) und in Miesbach (Landkreis Miesbach). Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass Wachsamkeit gegenüber dem ALB geboten ist. In allen bayerischen Befallsgebieten haben konkrete Verdachtshinweise zur Bestätigung geführt, jedoch hatte sich der ALB stets an diesen Orten bereits etabliert und ausgebreitet.

Mitarbeiter der LfL werden in den nächsten Monaten die aufgelöste Quarantänezone abwickeln und stehen weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung. (LfL)

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