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LaGa Überlingen: Positive Bilanz
Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Jan Zeitler und die beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH, Roland Leitner und Edith Heppeler, ziehen in der Abschlusspressekonferenz eine durchweg positive Bilanz. Am Samstag, 25. September, wurde der 600.000. Besuch verbucht. Bis zum Ende der ersten Landesgartenschau am Bodensee rechnet die Geschäftsführung mit knapp 700.000. Stand 28. September, 20 Uhr sind es 612.000.
Zunächst vom 23. April bis 18. Oktober 2020 geplant, dann wegen der Corona-Pandemie auf 9. April bis 17. Oktober 2021 neu terminiert, lautete der finale Durchführungszeitraum der Landesgartenschau Überlingen schließlich: 30. April bis 17. Oktober 2021. Die Verlegung auf 2021 hatte zur Folge, dass in diesem Jahr drei Gartenschauen gleichzeitig stattfanden, neben Überlingen die bayerische Landesgartenschau in Ingolstadt und die bayerische Gartenschau in Lindau. Dieser Umstand hatte jedoch keinen Einfluss auf das positive Ergebnis. Mit den Bayern und auch der Gartenschau Eppingen 2022 gab es Kooperationen, zum Beispiel den einmaligen freien Eintritt mit der jeweiligen Dauerkarte der anderen. Dies wurde knapp 5000-mal genutzt.
Für Überlingens Oberbürgermeister war die Landesgartenschau eine rundum gelungene Sache, die seine Stadt über Jahre hinaus prägen wird. „Natürlich profitiert Überlingen in erster Linie von den neu entstandenen dauerhaften Angeboten für die Bürgerschaft und die Gäste. Sei es durch den Uferpark mit freien Seezugängen und einem hochwertigen Gastronomiegebäude oder durch ein ganzjährig geöffnetes Pflanzenhaus in den Villengärten, neue innerstädtische Gärten, neue Spiel- und Freizeitmöglichkeiten sowie eine hochattraktive Uferpromenade mit Mantelhafen und Landungsplatz, deren Sanierung durch die Landesgartenschau initiiert wurde“, so das Stadtoberhaupt. „Für den Tourismus erhoffen wir uns nachhaltige Effekte aufgrund der Steigerung des Bekanntheitsgrads sowie der weiteren Profilierung Überlingens als die Garten- und Gesundheitsstadt am Bodensee.“
Was neben all dem jedoch mindestens genauso wichtig sei, sei das neue Wir-Gefühl in Überlingen. „Die Bürgerinnen und Bürger haben sich in unglaublicher Weise ehrenamtlich für unsere Landesgartenschau engagiert und waren die besten Gastgeberinnen und Gastgeber, die man sich als Stadtoberhaupt nur wünschen kann. Das wird ganz sicher nach innen, aber auch nach außen weiterleben.“ Selbst die stärksten Kritiker aus der Anfangszeit hätten ihm inzwischen ihre Begeisterung darüber versichert, über das, was durch die Landesgartenschau in Überlingen geschaffen wurde, und welch großartige Stimmung in der gesamten Stadt spürbar war.“ Es war ein Traumsommer, auch ohne Traumwetter“, so Jan Zeitler.
Sehr gutes wirtschaftliches Ergebnis
Sehr zufrieden ist auch die Geschäftsführung der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH. Die wirtschaftliche Lage sei entspannt, so die Geschäftsführer Roland Leitner und Edith Heppeler. Die LGS-Spitze rechnet zum jetzigen Zeitpunkt damit, dass die Landesgartenschau im Ergebnis mit 100% der Vorgabe vor Corona abschneidet, was die Einnahmen angehe. Leitner: „Ich bin sehr optimistisch angesichts der jetzigen Zahlen und der Tatsache, dass noch nicht alle Tickets abgerechnet sind. Der stärkste Besuchertag war der 11. August mit 8.811 Gästen. Der schwächste Tag der 6. Mai mit nur 321 Besuchern. Die stärkste Woche mit 44.500 Besuchen war die vom 9. bis 15. August, mit nahezu optimalen Bedingungen: Keine Corona- Einschränkungen, Sommerferien und herrliches Wetter.
In der Statistik lasse sich, so Leitner, ganz klar eine Korrelation zwischen Wetter und Besucherandrang ablesen. „An Regentagen war die Resonanz einfach schlecht, zumindest am Anfang, als die Corona-Maßnahmen noch strenger waren. Als dann vom 26. Mai an die Reisebusse wieder fahren durften, sah das zum Glück wieder anders aus. Insgesamt schätzen wir die Zahl der Reisebusse auf 1.000. Der überwiegende Teil der Unternehmen hatte sich bei uns direkt angemeldet.“ Nicht die Wochenenden seien stark gewesen, so Leitner. „Spitzenwerte wurden überwiegend unter der Woche erzielt. Aufwärts ging es vor allem nach dem Wegfall der Testpflicht und der Zeitfensterbuchungen.“
Die wirtschaftlichen Zielvorgaben:
▪ Vor der Corona-Pandemie lag die Kalkulation bei rund 775.000 Besuchen und Einnahmen in Höhe von rund 8,84 Mio. Euro.
▪ Nach der Verschiebung durch die Corona-Pandemie lag die Neukalkulation durch prognostizierte Mehrausgaben und Mindereinnahmen bei 658.750 Besuchen und Einnahmen in Höhe von rund 7,6 Mio. Euro, einem geschätzten Defizit von 6 Mio. Euro allein durch die Corona-Verschiebung.
▪ Nach dem aktuellen Stand rechnet die Landesgartenschau mit knapp 700.000 Besuchen, also annähernd so vielen wie vor der Pandemie, Einnahmen in Höhe von 8,52 Mio.Euro und einer Verringerung des geschätzten Corona-Defizits um rund eine Mio. Euro auf rund 5 Mio.Euro. Davon trägt das Land zwei Drittel, die Stadt Überlingen ein Drittel.
Das Land Baden-Württemberg hatte eine zusätzliche Finanzspritze von bis zu 4 Mio. Euro, die Stadt Überlingen von bis zu 2 Mio. Euro zugesichert. „Vor allem beim Verkauf der Dauerkarten lagen die Erträge deutlich höher als erwartet, um mehr als 612.000 Euro“, so Roland Leitner. Im Wirtschaftsplan war mit dem Verkauf von 7.100 Dauerkarten gerechnet worden. „Bis kurz vor der Eröffnung waren rund 17.000 verkauft, allerdings wegen Corona auch 1000 zurückgegeben worden. Nun sind wir bei 17.065 gelandet, das sind mehr als 240% über Plan.“
Rund 40 Mio. Euro an Investitionen ausgelöst
Die wirtschaftlichen Effekte für die gesamte Region und viele Unternehmen errechnete Geschäftsführerin Edith Heppeler. „Rund 40 Mio. Euro an Investitionen sind insgesamt durch die Landesgartenschau ausgelöst worden. Sei es bei der Planung und Durchführung von Projekten im Bereich Garten- und Landschaftsbau, aber auch im Hochbau oder im Straßenbau. Was im Bereich Zulieferung und externen Dienstleistungen, die über Partner und Aussteller in Anspruch genommen wurden, an Wirtschaftskraft hinzukommt, lässt sich leider nicht beziffern, aber auch das ist nicht zu vernachlässigen. Zusammen mit den 452 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern waren mit und beim Projekt rund 660 Menschen beschäftigt.“ Die Geschäftsführerin hob besonders das ehrenamtliche Engagement der zahlreichen Helferinnen und Helfer hervor. „Es ist wirklich unglaublich, wie viele Menschen mit so großem Einsatz und so großartiger Herzlichkeit unser doch kleines LGS-Team unterstützt und die Landesgartenschau Überlingen zu diesem einmaligen Erfolg geführt haben“, sagte Edith Heppeler. „Dafür können wir nicht oft genug danke sagen und uns verneigen vor so viel Einsatz in allen Lagen und bei jedem Wetter und zu jeder Zeit.“ Allein 600 Gästeführungen waren so möglich, um nur ein Beispiel zu nennen. Bis zum 29. September lag die Zahl der ehrenamtlich geleisteten Stunden bei mehr als 34.000.
Es sei fast nicht möglich, alle zu nennen, die diese Landesgartenschau zu der ihren gemacht haben. „Es sind so viele, die Garten- und Landschaftsbauer, Gärtnerinnen und Gärtner in allen Sparten, Floristen, Dienstleister, die Aussteller, die Vereine, Künstlerinnen und Künstler, Organisationen und die Sponsoren, die uns mit Geld- und Sachspenden von rund 1 Mio. Euro so vieles ermöglicht haben, was oftmals das i-Tüpfelchen war und das wir uns sonst nicht hätten leisten können.“
Die Corona-Pandemie, so Heppeler, hat neben anderen auch die Veranstaltungsabteilung mit all den Helferinnen und Helfern vor enorme Herausforderungen gestellt, vor allem, die sich im Lauf der Landesgartenschau immer wieder ändernden Regelungen. Nur wenige Male konnten die Tribüne vor der Sparkasse-Bodensee-Bühne und die angrenzende Eventwiese maximal mit bis zu 3.000 Gästen besetzt werden. Von den ursprünglich mehr als 3.000 geplanten Veranstaltungen wurden und werden noch bis zum Schluss immerhin knapp 2.000 durchgeführt.
Gelände bleibt nach dem 17.10. geschlossen
Wenn die Landesgartenschau Überlingen am 17. Oktober ihre Pforten schließt, bleiben dennoch alle Geländeteile umzäunt und wegen des anstehenden Rückbaus für die Öffentlichkeit geschlossen. Edith Heppeler: „Wir werden sehr zügig mit dem Rückbau, das heißt dem Abbau der temporären Ausstellungsbereiche und Wechselflorbeete sowie der Bühnen und sämtlichem Mobiliar beginnen, und rechnen damit, dass wir den Uferpark im Dezember der Bevölkerung zum freien Zutritt übergeben können.“ Für den 6. November ist in der Kramerhalle ein Verkaufsbasar geplant, Vorbestellungen werden nicht entgegengenommen, Details werden kurzfristig veröffentlicht. Anfang/Ende Februar werden auch die drei anderen Gärten frei zugänglich sein.
Impulse für den Tourismus
Von den positiven Effekten der Landesgartenschau weit über den 17. Oktober hinaus ist der Geschäftsführer der Überlingen Marketing- und Tourismus GmbH (ÜMT), Jürgen Jankowiak, überzeugt. „Der Übernachtungstourismus in Überlingen hat sich in den zurückliegenden Monaten sehr positiv entwickelt: Seit April 2021 konnten in allen Monaten gegenüber 2020 mehr Übernachtungen verzeichnet werden. Die Monate Juli, mit ca. 102.000 Übernachtungen, und August, mit rund 113.000 Übernachtungen, lagen nicht nur über dem Vorjahresmonat, sondern sogar noch über dem Jahr 2019 und schneiden damit besser ab als vor Corona. Diese Entwicklung wurde sicherlich entscheidend durch die Landesgartenschau beeinflusst – ein Zeichen hierfür sind die zahlreichen Anfragen nach einer Unterkunft in Verbindung mit einem Besuch der LGS, die wir nach wie vor erhalten.“
Aufgrund der Belegungszahlen sei davon auszugehen, dass auch für September und Oktober eine weiter positive Entwicklung im Übernachtungsbereich zu erwarten sei. „Zum Tagestourismus gibt es keine statistisch belegbaren Zahlen. Aber auch hier sind die Besucherzahlen offensichtlich deutlich gestiegen, was zu einem Großteil auf die LGS-Besucher zurückzuführen ist. `Die Stadt ist so voll wie noch nie` war ein Satz, den man immer wieder hörte und hört“, so Jankowiak, der bereits einen Blick in die Zukunft wirft: „Durch die Landesgartenschau sind neue Veranstaltungsorte und -formate entstanden, die zumindest teilweise auch zukünftig beibehalten werden sollen.“
„Es war ein guter Sommer“
Der Wirtschaftsförderer der Stadt Überlingen, Stefan Schneider, zieht ebenfalls eine positive Bilanz. „Da die Landesgartenschau dezentral angelegt war, lenkte der Rundweg die Besucher unmittelbar in die Stadt hinein, was zu einer erhöhten Frequenz auch in der Innenstadt führt. Hiervon profitieren in erster Linie die gastronomischen Anbieter, aber auch die Einzelhändler in Form von Impulskäufern. Dies schwankt je nach Geschäftslage und Branche. Im Gespräch mit den Händlern und Gastronomen wurde aber klar: Es war ein guter Sommer für die Händler und Gastronomen in Überlingen und auch der Herbst läuft gut an.“ Positive Effekte habe die LGS für die Innenstadt insgesamt gebracht, zum Beispiel durch Verbesserungen des Erscheinungsbildes und der Aufenthaltsqualität mit Aufwertung der Möblierung, Bepflanzung, Sauberkeit etc. „Die Landesgartenschau strahlt in die gesamte Region aus, so dass auch die Anbieter in den umliegenden Städten und Gemeinden daraus ihren Nutzen ziehen konnten“, so Schneider. (Landesgartenschau Überlingen)

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