Kirschen: Beste Qualität erwartet

Die Kirschenernte in Niedersachsen hat begonnen. Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erwarten gute Erträge von hervorragender Qualität.

In diesen Tagen beginnt in Niedersachsen die Kirschernte – frühe Sorten wie diese 'Early-Korvik'-Kirschen sind jetzt reif. Foto: Kockerols/Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

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In Niedersachsen läuft seit einigen Tagen die Kirschenernte. Die erste frische Ware, die vorwiegend aus dem Alten Land bei Hamburg stammt, wird jetzt in Geschäften und auf Wochenmärkten angeboten. Fachleute der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen erwarten gute Erträge von hervorragender Qualität. „Wir rechnen wie bereits 2019 mit zehn bis zwölf Tonnen Kirschen pro Hektar, das sind etwa zwölf bis fünfzehn Kilogramm pro Baum“, sagt Dr. Matthias Görgens von der zur LWK gehörenden Obstbauversuchsanstalt (OVA) in Jork (Kreis Stade). Nur länger anhaltender Regen oder Hagel könnten die positiven Aussichten auf eine gute Ernte noch trüben.

Um solche negativen Einflüsse auszuschalten, werden immer mehr Kirschen in sogenannten Dachanlagen angebaut. „Der Trend geht weiterhin zum Dach“, bestätigt auch Görgens. Gut die Hälfte der an der Niederelbe angebauten Süßkirschen seien mittlerweile überdacht – Tendenz steigend. Eine solche Anlage kostet pro Hektar rund 100.000 Euro. Aber die Vorteile liegen auf der Hand.

Unter dem Schirm können die Früchte besser ausreifen, bilden deshalb mehr Zucker und sind leckerer. Außerdem sind sie vor Regen und damit vor einem Aufplatzen der Früchte geschützt. Hinzu kommt, dass sie glänzender aussehen und haltbarer sind. Zudem lassen sich die Dachanlagen leichter mit Netzen gegen die beiden bedeutendsten Schädlinge – die Kirschfruchtfliege und die Kirschessigfliege – schützen.

„All das schlägt sich in barer Münze nieder“, sagt Görgens und rechnet vor: „Die Investition in eine solche Anlage hat sich in neun bis zehn Jahren amortisiert.“

Auf den ersten Plantagen ist das große Pflücken jetzt in vollem Gange. Die Haupternte mit den beiden wichtigsten Sorten „Kordia“ und „Regina“ beginnt allerdings erst Anfang Juli. Die letzten heimischen Kirschen kommen somit voraussichtlich Ende Juli in den Handel. „Jeder Betrieb baut mehrere Sorten an, um über einen möglichst langen Zeitraum stets frische Kirschen anbieten zu können“, erklärt Obstbaufachmann Görgens.

Zu den Aufgaben seines Hauses, der OVA, gehört es unter anderem, Kirschensorten zu testen. Die Beratung des Obstbauversuchsrings in Jork mit ihrem Spezialberater für Steinobst, Martin Kockerols, spricht dann Empfehlungen für den Anbau aus. Daneben hat das in Jork beheimatete Institut auch eigene Sorten entwickelt, darunter die heute international bedeutende „Regina“.

Etwa 20 Kirschensorten haben aktuell an der Niederelbe große wirtschaftliche Bedeutung. Dazu kommt ein Vielfaches an alten Sorten, die in kleinerem Umfang angebaut werden.

Bewahrheitet sich Görgensʼ Vorhersage, werden in diesem Jahr rund 5.000 bis 6.000 Tonnen Süßkirschen in Niedersachsen, vorwiegend im Alten Land, geerntet werden. Dort an der Elbe werden auf rund 500 Hektar (ha) Süßkirschen angebaut. Verbraucher können die leckeren Früchte direkt ab Hof oder auf den Wochenmärkten probieren und kaufen.

Deutschlandweit werden etwa 5.500 ha Kirschen von 6.600 Betrieben angebaut. Bei einem Selbstversorgungsgrad von 30 bis 50% wird ein erheblicher Teil der in Deutschland verkauften Süßkirschen importiert. Hauptlieferanten sind die Türkei und Italien. (LWK NDS)

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