IPM: Ein Familientreffen der Grünen Branche

"Das ist wie ein Familientreffen der Grünen Branche", beschreibt eine begeisterte Besucherin der Internationalen Pflanzenmesse 2026 ihre Eindrücke.

Die Besuchergruppe von Agrobusiness Niederrhein am Stand von DHG aus Wachtendonk. Bild: DHG Wachtendonk.

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Und tatsächlich: Als Weltleitmesse des Gartenbaus präsentiert die IPM die Branche auf einzigartige und fast familiäre Weise. Zu einem exklusiven Rundgang hatte der Verein Agrobusiness Niederrhein im Rahmen des Interreg-Projekts Agropole Innovates nach Essen eingeladen. Unter dem Motto „Vom Saatgut bis zum Handel“ begrüßte Marcus Trappe die Besuchergruppe und führte sie zu verschiedenen Stationen der Messe.

Der Auftakt erfolgte am Stand von Gartenland Aschersleben, einem der Marktführer im Bereich Saatgut für Endverbraucher. Geschäftsführer Frank Diedenhofen berichtete über die traditionsreiche Marke Quedlinburger Saatgut. Die persönliche Verbindung zu Marcus Trappe – beide arbeiteten einst gemeinsam bei Dom Samen in Kevelaer – machte diesen Einstieg besonders passend. Anschließend ging es in die Rubrik Züchtung. Am Stand von Europlant Canders fasste Marc Canders die wichtigsten Informationen rund um die Callune zusammen. Das Straelener Unternehmen kultiviert die für den Niederrhein typischen Sorten und produziert Jungpflanzen für zahlreiche Betriebe der Region.

Weiter führte der Rundgang zu Euro Plant Tray. Bernd Braem stellte dort den Mehrwegtray für Pflanzentöpfe vor – ein europäischer Standard, der einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leistet und bei den Teilnehmenden für greifbare Aha-Momente sorgte. Einen Einblick in die Kategorie Technik erhielten die Gäste durch Axel Puff von Netafim, selbst Teil der Besuchergruppe. Am Stand von Hermann Meyer erklärte er die effizienten Tropf- und Mikrobewässerungssysteme, die Wasser direkt an die Pflanzenwurzel bringen und dadurch sowohl Ertrag als auch Ressourceneffizienz verbessern.

Die Firma DHG aus Wachtendonk, die sich als „Partner der Natur“ versteht, war die nächste Station. Geschäftsführer Werner Berg hieß die Gruppe herzlich willkommen und gab Einblicke in Themen rund um Nachhaltigkeit. Die Bandbreite des Unternehmens reicht von Torfersatzprodukten bis hin zu alternativen Grillkohlen.

Am Stand des Zentralverbands (ZVG) und des Landesverbands Gartenbau NRW wurde es farbenfroh. Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf, selbst Niederrheinerin, begrüßte gemeinsam mit Hannes Schrader, der ersten männlichen Blumenfee, die Gäste. Die Präsidentin gab einen Überblick über aktuelle Herausforderungen und Chancen des Gartenbaus.

Peter Tiede-Arlt, Versuchsleiter Zierpflanzenbau im Versuchszentrum der Landwirtschaftskammer NRW in Straelen, stellte anschließend verschiedene Versuchsreihen vor, die für den Gartenbau durchgeführt werden. Besonders beeindruckte die Bedeutung der Wirtschaftlichkeit in diesen Forschungsprojekten: „Das wusste ich nicht, dass so wichtige Forschungsarbeit bei uns am Niederrhein durchgeführt wird“, zeigte sich eine Teilnehmerin überrascht.

Es folgte die Station „Erzeuger und Verbundausbildung“ beim Straelener Unternehmen Aflora aus Auwel-Holt, das sich treffend als „Das Tor zum Gartenbau“ bezeichnet. Inhaber Peter Opschroef erläuterte, wie Produktionszahlen geplant und Lieferungen an Landgard organisiert werden. Zudem stellte er das Verbundausbildungsmodell „3 Jahre – 3 Spezialbetriebe – 1 Ausbildung“ vor, das er gemeinsam mit den Betrieben Ripkens und Boeckstegers betreibt und das für die Fachkräftegewinnung eine wichtige Rolle spielt.

Ebenfalls am Landgard-Stand besuchte die Gruppe den Rosenhof Odendahl. Franz-Josef und Claudia Odendahl sind bereits seit der Gründung des Vereins Mitglieder von Agrobusiness Niederrhein und freuten sich über den Besuch. Eine besondere Note: Das Ehepaar ist in diesem Jahr Schützenpaar der Stadt Neuss – passend, da die Landesgartenschau 2026 in Neuss stattfinden und die Grüne Branche einem breiten Publikum präsentieren wird. Nach einer kurzen Pause startete die Zugaberunde. Zuerst ging es zu Let’s Grow Bio, wo Arthur Zilleckens seine Arbeit als Social-Media-Blogger vorstellte. Bereits mit zehn Jahren begann er mit YouTube-Videos rund ums Hobbygärtnern, heute folgen ihm über 250.000 Menschen auf Instagram, und er betreibt den Online-Shop Bodenständig.

Am Stand von Baum und Bonheur präsentierte Sabine Theobald „Pro Healthy Tree“, ein Teilprojekt von Agropole Innovates. Die sichtbaren Ergebnisse der Versuchsbäume werden im Sommer 2026 gemeinsam mit dem Partner Compas Agro aus Venlo vorgestellt. Robin Palm von We Grow beeindruckte mit seiner Präsentation über den Kiribaum (Paulownia). Der schnell wachsende Baum bietet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, und in Tönisvorst wird er seit 2009 zur nachhaltigen Holzproduktion kultiviert – besonders interessant für die Baubranche.

Zum Abschluss ging es zur Baumschule Michels Classens – oder auf Niederländisch „de Boomkwekerij Michels Classens“. Sie ist Partner im neuen Interreg-Projekt „Agri Tech Innovation – Tree digital“, das 2026 startet und sich in deutsch-niederländischer Zusammenarbeit der Baumgesundheit widmet. Caroline Janssen-Michels und Jan Michels blicken dem Projekt bereits voller Vorfreude entgegen.

Die IPM ist ein zentraler Treffpunkt der Branche – mit über 1.400 Ausstellern aus 45 Nationen. Der Rundgang „Vom Saatgut bis zum Handel“ bot den Gästen vielseitige und praxisnahe Einblicke. Eine besonders wertvolle Rückmeldung kam von Ulrike Coenen: „Ich war schon so oft auf der IPM – aber durch den gemeinsamen Rundgang mit euch haben wir einen ganz anderen Zugang zu den Ausstellern erhalten. Vielen lieben Dank dafür.“ Wir sagen Danke für das positive Feedback – und freuen uns bereits auf die nächste IPM.

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