Geranium: Blüht auch im Schatten

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Die große Gattung Geranium hat viel zu bieten und steht deshalb in diesem Jahr besonders im Rampenlicht: Sie wurde vom Bund deutscher Staudengärtner zur „Staude des Jahres 2004“ gewählt. Die verschiedenen Geranium-Arten sind sehr unterschiedlich. Einige werden nur 10 bis 20 cm hoch, andere erreichen eine Höhe von 50 bis 60 cm. Das Sortiment ist so umfangreich, dass sich Arten oder Sorten für jeden Standort und die verschiedensten Gartensituationen finden lassen. Das Spektrum umfasst sowohl Geranium für sonnige Steingärten als auch Arten, die gut im Halbschatten gedeihen oder sich sogar für schattige Gartenbereiche eignen. Mit ihrer natürlichen, wildblumenhaften Anmutung passen diese sympathischen Stauden auch gut in Wildstaudenpflanzungen oder naturnahe Gärten.

 

Vorsicht: Verwechslungsgefahr!

 

Der deutsche Name für Geranium – Storchschnabel – klingt sehr ungewöhnlich und rätselhaft, wird aber nach der Blütezeit deutlich, wenn sich die Fruchtstände bilden: Diese sind schmal und länglich und erinnern an den Schnabel eines Storches. Auch der botanische Name ist eine Anspielung auf die eigenwillig gestalteten Fruchtstände, denn er stammt vom griechischen Wort „géranos“ für Kranich. Der Storchschnabel ist nicht mit der frostempfindlichen Balkongeranie, botanisch Pelargonium, zu verwechseln, denn der Storchschnabel ist eine Staude und übersteht den Winter draußen ohne Schaden.

 

Natürlicher Charme für den Staudengarten

 

Diese Stauden bezaubern mit farbintensiven Blüten und oft auch mit dekorativen Blättern. Die anmutigen Blüten erscheinen je nach Art und Sorte zwischen Mai und September. Ihre Farben sind von besonderer Leuchtkraft und umfassen reines Weiß und die verschiedensten Rosa-, Rot- und Blautöne. Oft sind die Blütenblätter dunkel geadert und diese feine, kontrastreiche Äderung verleiht ihnen besonderen Charme. Sie lässt die Pflanzen zart und zerbrechlich wirken, tatsächlich sind Geranium aber pflegeleicht und relativ robust. Auch die Blätter können sehr zierend sein und bei einigen Arten duften sie sogar. Manchmal sind sie handförmig geteilt oder tief gelappt. So sind Geranium auch reizvolle Blattschmuckstauden. Einige wie z.B. der reichblühende Pracht-Storchschnabel (Geranium magnificum) haben sogar eine schöne Herbstfärbung. Seine großen, intensiv blauvioletten Schalenblüten erscheinen im Juni und Juli. Die weichen, würzig duftenden, dunkelgrünen Blätter färben sich im Herbst gelborange bis leuchtend rot. Der 50 cm hohe Pracht-Storchschnabel verschönert sonnige bis halbschattige Gartenbereiche und auch das Haus, denn seine Blütentriebe eignen sich gut für die Vase.

 

Heimische Storchschnäbel

 

Viele Storchschnabel-Arten stammen aus Osteuropa, es gibt aber auch einige heimische wie den Blutroten Storchschnabel (Geranium sanguineum) und den Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum). Sie werden in Staudengärtnereien vermehrt, so dass heimische Bestände nicht durch Naturentnahmen gefährdet werden. Der Blutrote Storchschnabel blüht im Mai und Juni. Er hat leuchtend karminrote Blüten und ist eine wertvolle Bienenweide. Die tief gelappten oder geteilten dunkelgrünen, würzig duftenden Blätter färben sich im Herbst flammend rot. Dieser robuste, 20 bis 30 cm hohe Bodendecker wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten, z.B. vor und zwischen Gehölzen und eignet sich auch für Steingärten, Trockenmauern und Tröge. Der Wald-Storchschnabel gedeiht am besten im Halbschatten auf feuchten Böden. Er wird 60 cm hoch und schmückt sich von Juni bis August mit hellblauen Blüten. Von ihm gibt es auch einige Sorten wie z.B. die weiß blühende ’Album’.

 

Dichte Blatt-Teppiche

 

Geranium endressii, der Pyrenäen-Storchschnabel, gedeiht ebenfalls gut im Halbschatten, z.B. vor oder zwischen lichten Gehölzen. Die auffallenden rosafarbenen Blüten erscheinen im Juni und Juli. Dieser 40 cm hohe Storchschnabel ist sehr starkwüchsig und kann genau wie der Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum und seine Sorten) rasch größere Flächen bedecken. Der Balkan-Storchschnabel bildet circa 25 cm hohe dichte Blatt-Teppiche. Die karminrosafarbenen Blüten erscheinen von Mai bis Juli. Es gibt viele Sorten mit den unterschiedlichsten Blütenfarben, z.B. ’Spessart’ mit weißen Blüten, ’Ingwersen’ mit hellrosafarbenen Blüten und ’Czakor’ mit purpurrosafarbenen Blüten. Wegen ihrer Wuchsstärke sind der Balkan- und der Pyrenäen-Storchschnabel mit Vorsicht zu verwenden, denn sie können leicht konkurrenzschwächere Pflanzen verdrängen. Andererseits sind sie aber gut geeignet, um durch ihren dichten und schnellen Wuchs das Keimen unerwünschter Pflanzen zu verhindern.

 

Sogar für Vollschatten geeignet

 

Besonders schattenverträglich ist der Knoten-Storchschnabel (Geranium nodosum). Der merkwürdige Name bezieht sich auf die auffällige Verdickung der Sprosse oberhalb der Knoten. Die lilarosafarbenen Blüten haben eine feine, schön kontrastierende Äderung und erscheinen über einen langen Zeitraum von Mai bis August. Diese 50 cm hohe Staude ist sehr robust, denn sie verträgt sowohl Schatten als auch Trockenheit. Andere Arten, die noch im Schatten gedeihen, sind der 50 cm hohe Braune Storchschnabel (Geranium phaeum) mit dunklen, lilafarbenen Blüten, und der 40 cm hohe Verschiedenfarbige Storchschnabel (Geranium versicolor) mit hellrosafarbenen, dunkel geaderten Blüten. So können Geranium selbst in lichtarmen Gartenbereichen ihren besonderen Zauber entfalten.

 

Konkurrenzstärke beachten

 

Die meisten Geranium-Arten lassen sich sehr gut mit anderen Pflanzen kombinieren. Einige sind aber außerordentlich wuchsfreudig und konkurrenzstark. Sie bedecken rasch große Flächen und sind ideal, um den Boden schnell zu beschatten. Doch ihre Wuchskraft kann auch dazu führen, dass sie schwächere Pflanzen verdrängen. Solche starkwachsenden, Ausläufer bildenden Geranium wie der Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) eignen sich gut für flächige, arbeitsparende Pflanzungen.

 

Gute Begleiter

 

Schöne Partner für Geranium, die unter oder zwischen lichten Gehölzen wachsen, sind blühende Stauden wie Prachtspieren (Astilbe), Glockenblumen (Campanula), Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera) und Nelkenwurz (Geum). Durch geschickte Kombination verschiedener Stauden kann so die Blütezeit im Beet ausgedehnt werden. Auch Frauenmantel (Alchemilla) und einige Gräser wie Marbel (Luzula) oder Farne sind gute Begleiter, denn sie bilden einen interessanten Kontrast zu den Blättern des Storchschnabels. (BdS)

 

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