Gentechnik: Anbau wächst weltweit rasant

Gegen den Anbau transgener Pflanzen regt sich in Deutschland und der EU deutlicher Widerstand, weltweit werden diese Vorbehalte jedoch nicht geteilt. In anderen Ländern ist der Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO), so die korrekte Bezeichnung, weit verbreitet.

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Gegen den Anbau transgener Pflanzen regt sich in Deutschland und der EU deutlicher Widerstand, weltweit werden diese Vorbehalte jedoch nicht geteilt. In anderen Ländern ist der Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO), so die korrekte Bezeichnung, weit verbreitet, berichtet der Landvolk-Pressedienst. Und er wächst mit deutlichen Steigerungsraten. Nach Angaben des Büros für die Akzeptanz agrarbiologischer Anwendungen (ISAAA) wuchsen gentechnisch veränderte Pflanzen 1997 weltweit auf rund 114 Mio. Hektar (ha). Innerhalb eines Jahres stieg die Anbaufläche um 9,65% auf 125 Mio. ha. Weitere 7,2% mehr Ackerfläche reservierten die Landwirte den transgenen Sorten 2009 mit 134 Mio. ha. Im vergangenen Jahr erreichte der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen mit 148 Mio. ha und einem Plus von rund 10,4% gegenüber dem Jahr zuvor seinen bisherigen Höchststand. Rund 15,4 Mio. Landwirte aus 29 Ländern haben in 2010 auf den Anbau transgener Pflanzen gesetzt. Damit ist die Anbaufläche von GV-Pflanzen seit 1996 bereits um mehr als eine Mrd. ha gestiegen, im vergangenen Jahr wuchsen sie auf rund 10% der weltweiten Ackerfläche.

Die Schwerpunkte des Anbaus liegen nach wie vor in Nord- und Südamerika sowie in Südostasien. Dabei führen die USA mit 66,8 Mio. ha, das waren rund 4,0% mehr als im Jahr zuvor, unangefochten die Produktionsstatistik an. Deutlich stärker wuchs der Anbau auf den Folgeplätzen. Sogar 19% auf 25,4 Mio. ha legte der Anbau in Brasilien zu, in Argentinien wurde eine Steigerung um rund 8,0% auf 22,9 Mio. ha ausgewiesen. Im GVO-Flächenranking belegt Indien mit einer Steigerung um rund 12% auf 9,4 Mio. ha Platz vier vor Kanada, das es im vergangenen Jahr auf 8,8 Mio. ha (plus 7,0%) brachte. Im internationalen Vergleich fällt der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU mit knapp 100.000 ha ohnehin sehr kleinflächig aus, er ist im vergangenen Jahr sogar noch leicht zurückgegangen.

2010 wurden in der EU-27 auf insgesamt knapp 92.000 ha Bt-Mais ausgesät, das waren 2.750 ha weniger als im Jahr zuvor. Auf zusätzliche 450 ha brachte es im vergangenen Jahr die gentechnisch veränderte Stärkekartoffelsorte Amflora. Global konzentrieren sich die Genveränderungen hauptsächlich auf Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps. So wurden im vergangenen Jahr gentechnisch veränderte Sorten an Sojabohnen auf 73,3 Mio. ha, Mais auf 46,8 Mio. ha, Baumwolle auf 21 Mio. ha und Raps auf 7,0 Mio. ha ausgesät. Begehrt ist dabei nach wie vor die Herbizidtoleranz, die es den Bauern ermöglicht, nicht erwünschte Pflanzen auf dem Acker auszuschalten, ohne ihre Kulturpflanzen zu schädigen. Dementsprechend modfizierte Pflanzen, dazu zählen neben Soja, Mais und Raps auch Baumwolle, Zuckerrüben und Luzerne, wuchsen 2010 weltweit auf insgesamt 89,3 Mio. ha. (LPD)

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