Brexit: Fordert Züchter heraus

Der Brexit fordert die Züchter vegetativ vermehrbarer Gehölze, Zier- und Obstpflanzen heraus. Offenbar aber nicht im zunächst befürchteten Ausmaß.

Brexit fordert die Züchter vegetativ vermehrbarer Gehölze, Zier- und Obstpflanzen heraus. Bild: GABOT.

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Bei der öffentlichen Mitgliederversammlung von CIOPOA Deutschland e. V. am 24. Februar 2021 per Videokonferenz wurde deutlich, dass der Brexit Züchter vegetativ vermehrbarer Gehölze, Zier- und Obstpflanzen offenbar nicht im befürchteten Ausmaß herausfordert werden. Wie Micaela Filippo von CIOPORA (International) deutlich machte, werden alle Sortenschutzanträge, die bis zum 31. Dezember 2020 eingereicht wurden, automatisch in das britische Sortenschutzrecht (PBR) umgewandelt. Der Titelinhaber muss keine Schritte unternehmen. Großbritannien wird zudem die DUS-Berichte (Prüfung auf Unterscheidbarkeit, Homogenität und Beständigkeit und zur Erarbeitung harmonisierter Beschreibungen von neuen Pflanzensorten) aus der EU übernehmen. Von Seiten der EU ist allerdings nicht vorgesehen, die Sortenprüfungsberichte aus Großbritannien zu übernehmen. Dies könnte in Zukunft für einzelne Ausnahmen möglich werden. Bestehende EU-Marken werden in Großbritannien in britische Marken umgewandelt. Die genaue Vorgehensweise wird noch verhandelt, wie Annette Benoit vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) berichtete.

Die EU-Kommission hat einen Verordnungsentwurf vorgelegt, um die wirtschaftlichen und administrativen Folgen des Brexits für die am stärksten betroffenen Sektoren und Regionen abzumildern, kündigte Dr. Brigitta von Wilmowsky (BMEL) an. Für Deutschland wird das Bundeswirtschaftsministerium federführend sein.

Auf die phytosanitären Regelungen beim Import und Export ging Dr. Thomas Schröder (BMEL) ein. Er erläuterte das 3-Stufen-Import-Modell Großbritanniens, wonach unter anderem seit 1. Januar 2021 alle Händler, die „Pflanzen und Pflanzenprodukte mit hohem Risiko“ importieren, über eine Voranmeldung und eine Gesundheitsdokumentation verfügen müssen.

Des Weiteren referierte Dr. Thorben Sprink vom Julius Kühn-Institut (JKI) über die Anwendung des Genome Editing in der züchterischen Praxis. Er macht dabei deutlich, dass die molekularbiologischen Techniken weltweit bereits vielfältig angewandt werden. Allerdings sind die neuen Züchtungstechniken in den Ländern gesetzlich sehr unterschiedlich geregelt.

Anna Kähne berichtete von den aktuellen Aktivitäten von CIOPORA (International) unter anderem zum Sortenschutz und kündigte für dieses Jahr eine verstärkte Zusammenarbeit zur Novelle des EU-Sortenschutzgesetzes und zur Erweiterung der Listen von schutzfähigen Arten an. (ZVG/CIOPORA Deutschland)

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