Brandenburg: Früchte für den Wald der Zukunft

Herbstzeit ist beim Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) auch Erntezeit für Eicheln, Bucheckern und Co. als Saatgut.

Die vergangenen Trockenjahre haben dem Wald stark zugesetzt. Bild: GABOT.

Anzeige

Das Erntejahr dauert von Ende Juli bis in den April des Folgejahres. Die aktuelle Zwischenbilanz des LFB für diese Ernte: Bei den wichtigsten Arten wie Eiche und Buche liegen die Ernteergebnisse aufgrund der vergangenen Trockenjahre bisher weit unter dem langjährigen Durchschnitt. Bei Esskastanie, Weißtanne und Roteiche sieht es dagegen etwas besser aus.

Die vergangenen Trockenjahre haben dem Wald stark zugesetzt. Deutlich wird das nun auch bei der Saatguternte: Lediglich 23 Tonnen Eicheln der Traubeneiche konnten 2021 in den Wäldern Brandenburgs gesammelt werden. Die Ernte der Stieleiche hingegen ist komplett ausgefallen. Damit liegt das Ergebnis im dritten Jahr in Folge weit unter den Erwartungen. Für den Waldumbau der Wälder Brandenburgs werden jedoch jährlich rund 100 bis 150 Tonnen benötigt.

Da sich das Saatgut, insbesondere von Eichen, nicht uneingeschränkt lagern lässt, muss für eine kontinuierliche Bereitstellung von Saatgut und Pflanzen jedes Jahr frisch geerntet werden. Das Saatgut geht dann in die Forstbaumschulen. Hier werden unter kontrollierten Bedingungen die Pflanzen für den Wald der Zukunft angezogen. Das Saatgut kann auch direkt im Wald ausgesät werden. Die daraus entstehenden kleinen Bäume wachsen besser an und sind robuster als gepflanzte Bäume. Für eine Aussaat im Wald, benötigt man für einen Hektar beispielsweise rund 200 Kilogramm Eicheln. Wird die gleiche Menge Saatgut in der Baumschule ausgebracht, können daraus 30.000 Pflanzen angezogen werden. Diese reichen dann für zirka 5 bis 10 Hektar. Bis die Pflanzen für den Wald groß genug sind, braucht es jedoch auch Zeit. Es ist schon jetzt abzusehen, dass in den nächsten zwei Jahren die Nachfrage nach Eichenpflanzen kaum zu decken sein wird.

Auch Bucheckern konnten, wie schon in der vergangenen Saison, kaum geerntet werden. Bucheckern lassen sich jedoch über einige Jahre aufbewahren. Da die letzte gute Ernte erst zwei Jahre zurückliegt, ist hier die Situation weniger angespannt, als bei den Eichen.

Mit fast fünf Tonnen liegt die Ernte der Esskastanie dagegen weit über den bisher gewonnenen Mengen. Diese aus Südeuropa stammende Baumart, die mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommt, ist in Brandenburg bisher sehr selten, kann aber in Zeiten der Klimaerwärmung an Bedeutung gewinnen. So auch die Roteiche und die Weißtanne, für die es durchschnittliche Ernteergebnisse gibt. Bei allen anderen Laubbaumarten konnten ebenfalls nur kleinere Mengen an Saatgut gewonnen werden.

Die Bäume bilden nicht jedes Jahr ausreichend Samen. Viele Faktoren, wie die Vitalität und die Witterung insbesondere zum Zeitpunkt der Blüte haben Einfluss auf die erneute Samenbildung.

Alle zur Saatgutgewinnung offiziell zugelassenen Waldbestände sind im Erntezulassungsregister des Landes verzeichnet, insgesamt eine Fläche von 9.900 Hektar mit 27 verschiedenen Baumarten. Über die Einhaltung der gesetzlichen Regeln aus dem Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG) durch Waldbesitzer, Baumschulen und Handelsunternehmen wacht der Landesbetrieb Forst Brandenburg in Waldsieversdorf (Landkreis Märkisch-Oderland).

Die geeignete Herkunft ist beim Forstsaatgut von entscheidender Bedeutung – bestimmt sie doch den „Anwuchserfolg“, die Qualität der zukünftigen Bäume und letztlich auch deren Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel. So entstehen aus Saat und Pflanzung - neben der wichtigen natürlichen Verjüngung - neue Wälder, die kommenden Witterungsextremen gewachsen sein müssen. (MLUK)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.