Bonn: 44. Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau 2015

Rund 160 Teilnehmer besuchten am Dienstag, 8. September 2015, das vom Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) und dem HLBS-Hauptverband der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen e.V. veranstaltete 44. Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau in der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg.

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Rund 160 Teilnehmer besuchten am Dienstag, 8. September 2015, das vom Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) und dem HLBS-Hauptverband der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen e.V. veranstaltete 44. Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau in der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg. Das Kolloquium wurde von Dipl.-Finanzwirt, Steuerberater Ernst Gossert, Vorsitzender des Steuerausschusses des HLBS und Helmut Rüskamp, Vorsitzender des Arbeitsausschusses für Recht und Steuern des ZVG geleitet.

Mit Blick darauf, dass die dreijährige Übergangsfrist im Rahmen der Neuregelung der Abgrenzung zwischen Landwirtschaft und Gewerbe demnächst endet, setzte sich Rechtsanwalt und Steuerberater Ralf Stephany von der PARTA in Bonn mit der Frage auseinander, ob und wenn ja, wann, die „Notwendigkeit zur Ausgliederung von Betriebszweigen beim Zukauf und bei Dienstleistungen?“ gegeben ist - dies vor allem vor dem Hintergrund der neuen Rechtsprechung des BFH zur Abfärbeproblematik bei Mitunternehmerschaften.

Zu „Anwendungsfragen im Gartenbau durch die Neufassung der Gewinnermittlung nach § 13a EStG“ informierte Steueroberamtsrat Hans-Wilhelm Giere, Niedersächsisches Fi-nanzministerium, Hannover, die Teilnehmer und gab diesbezüglich zu einem geplanten Schreiben des Bundesfinanzministeriums Auskunft, welches noch in diesem Jahr im Bundessteuerblatt veröffentlicht werden soll.

In seinem Vortrag „Aktuelle Steuergesetzgebung“ zeigte Rechtsanwalt Stefan Walter vom Deutschen Bauernverband e.V. (DBV) auf, welche Änderungen in den letzten Monaten im Steuerrecht erfolgt sind bzw. welche Änderungen sich noch in den Beratungen befinden.

Mit „Aktuellen Hinweisen zur steuerlichen Behandlung von Wärmenutzungen aus KWK-Anlagen“ verdeutlichte Steuerberater Sebastian Nehls vom Landwirtschaftlichen Buchführungsverband aus Kiel, welche Lösungsansätze für betroffene Betriebe gefunden wurden, aber auch, welche Rechtsfragen immer noch offen sind.

Steueramtsrat, Dipl.-Finanzwirt Steffen Wiegand aus dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) stellte die Reformüberlegungen des Ministeriums hinsichtlich von Besteuerungsmerkmalen zur Erhebung der Grundsteuer vor und zeigte auf, welche Grundsätze bei der Bewertung des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens zum Zweck der Grundsteuer angewandt werden sollen.

Mit dem Thema „Kassenführung und Aufzeichnung von Bargeschäften in gartenbaulichen und landwirtschaftlichen Betrieben setzte sich Steuerberater Dr. Hanno Vianden, PARTA, Euskirchen, auseinander. Im Rahmen seines Vortrags verdeutlichte er, dass dieser Bereich in Betriebsprüfungen eine erhebliche Bedeutung habe und zeigte typische Fehler bei der Nutzung der Registrierkasse bzw. dem Führen der offenen Ladenkasse auf.

Auf Basis des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zur Reform des Erbschaftsteuerrechts erläuterte Rechtsanwalt Hans-Josef Hartmann, HLBS, Berlin, in seinem Vortrag „Auswirkungen der verfassungsrechtlichen notwendigen Anpassungen im Erbschaftsteuergesetz auf den Gartenbau“ die derzeit ersichtlichen Veränderungen und machte deutlich, zu welchen Punkten von Seiten der Verbände schon Stellung bezogen wurde und welche auch weiterhin kritisch begleitet werden. Im abschließenden Vortrag präsentierte Rechtsanwältin Romana Hoffmann, Justiziarin des ZVG, in ihrem Vortrag „Anwendung der Mindestlohnregelung in Gartenbaubetrieben - Auswirkungen für Arbeitgeber und Berater“ aktuelle Entscheidungen der Arbeitsgerichte, aber auch neue Entwicklungen bei den Aufzeichnungspflichten aufgrund der Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung (MiLoDokV).

Interessenten können sich schon jetzt den Termin 13. September 2016 in der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg vormerken. (ZVG) 

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