BLHV: Spricht über Biodiversität und Glyphosat

BLHV-Präsident Werner Räpple äußerte sich anlässlich der Weihnachtspressefahrt zum Beitrag der heimischen Landwirtschaft zur Förderung der Biodiversität sowie zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat.

"Glyphosat ist in der südbadischen Landwirtschaft ein wichtiger Bestandteil des chemischen Pflanzenschutzes." Bild: GABOT.

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„Landwirte betreiben aktiv Natur- und Artenschutz, indem sie zum Beispiel auf Feldabschnitten Blühstreifen für Insekten anlegen oder indem sie im Spätjahr blühende Zwischenfrüchte anbauen anstatt über den Winter eine Ackerbrache anzulegen“, so Räpple. Um dafür eine Aufwandsentschädigung zu erhalten, können Landwirte spezielle Agrarumweltmaßnahmen beantragen. Die Agrarumweltmaßnahme „Brachebegrünung mit Blühmischung“ wurde von rund 5.000 Landwirten in Baden-Württemberg beantragt, das ist zirka jeder achte landwirtschaftliche Betrieb im Land. Die Zahlen belegen, dass es den Landwirten ein wichtiges Anliegen ist, Lebensräume für Insekten in der Kulturlandschaft zu schaffen. „Die Biodiversitätsstrategie des Landes sieht vor, solche Maßnahmen für Landwirte attraktiver zu gestalten“, erklärte der Verbandspräsident. Er sei sich sicher, dass die südbadischen Landwirte das zusätzliche Angebot sehr gut nachfragen würden.

Räpple bemängelte, dass es keine validen Daten zur Entwicklung der Biodiversität in Baden-Württemberg gebe. Das Vorhaben des Landes, mehr Geld in die Forschung und in das Monitoring der Artenvielfalt zu investieren, wird daher vom Verbandspräsidenten begrüßt. Verlässliche wissenschaftliche Studien müssten auch weiterhin die Grundlage für Umweltmaßnahmen in der Landwirtschaft sein, das gelte auch für die Zulassung von chemischen Pflanzenschutzmitteln, forderte Räpple. Die Wiederzulassung von Glyphosat beruhe zum Beispiel auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass eine Gesundheitsgefährdung für Mensch und Tier eindeutig ausgeschlossen sei. Das Totalherbizid ist in der südbadischen Landwirtschaft ein wichtiger Bestandteil des chemischen Pflanzenschutzes, in der Fläche spielt es jedoch eine untergeordnete Rolle. In Getreidebeständen und im Mais wird es nicht eingesetzt, da dann auch die Nutzpflanze geschädigt würde, ebenso bei der Grünlandpflege. Glyphosat kann zur Unkrautregulierung im Weinbau oder zur Stoppelbearbeitung nach der Getreideernte oder vor der Aussaat eingesetzt werden. Wichtig sei das Totalherbizid für bodenschonende Anbaumethoden, erklärte Räpple. „Ackerbauern, die Minimalbodenbearbeitung praktizieren, müssen Glyphosat einsetzen, um auf den Pflug verzichten zu können“, so Räpple. „Diese besondere Wirtschaftsweise fördert die Artenvielfalt im Boden, trägt zum Grundwasserschutz bei und verbessert die allgemeine Bodenfruchtbarkeit“. (BLHV)

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