BGL: Frühjahrsumfrage 2026

Der Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) präsentiert sich weiterhin insgesamt stabil und widerstandsfähig, trotz der anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage.

BGL-Präsident Thomas Banzhaf zu den Ergebnissen der BGL-Frühjahrsumfrage 2026: „Der GaLaBau bleibt ein Zukunftsmarkt mit großem gesellschaftlichem Nutzen.“ Foto: BGL/PPBraun.

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Gestiegene Kosten, schwache Kommunalfinanzen und Konsumzurückhaltung belasten die Branche, zugleich bleibt jedoch die Nachfrage nach landschaftsgärtnerischen Leistungen auf solidem Niveau. Das zeigt die BGL-Frühjahrsumfrage 2026 des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL), an der sich bundesweit 699 Mitgliedsbetriebe der elf Landesverbände beteiligten.

„Der GaLaBau zeigt sich auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch immer robust“, erklärt BGL-Präsident Thomas Banzhaf. „Gleichzeitig bleibt der Bedarf an klimaangepassten Städten mit grün-blauer Infrastruktur sowie hochwertigen Frei- und Gartenanlagen langfristig hoch. Das gibt unserer Branche nach wie vor eine stabile Perspektive.“

Geschäftslage verschlechtert sich

Die aktuelle Geschäftslage wird weiterhin überwiegend positiv bewertet, wenngleich etwas zurückhaltender als im Vorjahr. 51,8% der befragten Betriebe beurteilen ihre gegenwärtige Geschäftslage als „gut“ (Frühjahr 2025: 65%). Weitere 40,1% bewerten ihre Lage als „befriedigend“ (2025: 32,1%), während 8,2% ihre Situation als „schlecht“ einschätzen (2025: 2,8%).

Auch die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate fallen vorsichtiger aus als im Vorjahr. Nur noch 7,3% der Betriebe rechnen mit einer günstigeren Entwicklung (2025: 8,9%). 70,5% erwarten eine gleichbleibende Lage (2025: 78,6%), während bereits 22,2% von einer ungünstigeren Entwicklung ausgehen (2025: 12,5%).

„Die erwarteten, aber bislang ausgebliebenen Reformen zum Bürokratieabbau sowie der nicht in Gang kommende Bau-Turbo dämpfen die Stimmung und Zuversicht nicht nur in unserer Branche“, kommentiert Banzhaf die Zahlen.

Auftragslage stabil, kaum Impulse

Die Auftragslage bleibt insgesamt stabil, auch wenn derzeit nur begrenzte Wachstumsimpulse erkennbar sind. Zwei Drittel der Betriebe bewerten ihre aktuelle Auftragssituation im Vergleich zum Vorjahr als „gleich“ oder „besser“. Gleichzeitig berichten jedoch 33,3% von einer schlechteren Auftragslage als im Vorjahreszeitraum.

Die Auslastung bewegt sich weiterhin auf solidem Niveau: In den Bereichen Pflege und Neubau beträgt die durchschnittliche Auslastung jeweils 18 Wochen. Im Neubau liegt die Auslastung damit auf Vorjahresniveau.

Wirtschaftliches Umfeld bleibt anspruchsvoll

Die Gewinn- und Ertragssituation bleibt für viele Betriebe anspruchsvoll. 65,2% der Unternehmen bewerten ihre Ertragslage als „unbefriedigend“ oder „verbesserungsfähig“, während 34,8% angeben, dass die Gewinne den Erwartungen entsprechen.

Hohe Material-, Energie- und Personalkosten sowie die angespannte Haushaltslage vieler Kommunen belasten nach wie vor die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe. Im öffentlichen Bereich berichten knapp 29% der Unternehmen von rückläufigen Preisen beziehungsweise Auftragsvolumina, während rund 26% höhere Werte verzeichnen. Auch private Auftraggeberinnen und Auftraggeber agieren vielerorts vorsichtiger. Gründe hierfür sind insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit und das gedämpfte Konsumklima.

Beschäftigung auf konstantem Niveau

Die Beschäftigungssituation im GaLaBau zeigt sich weiter beständig. Mit durchschnittlich 22 Beschäftigten pro verbandlich organisiertem Betrieb bleibt das Personalniveau in der Branche auf hohem Level. Rund 48% der Unternehmen haben ihre Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr angepasst, die Veränderungen fielen dabei jedoch insgesamt moderat aus. Damit bestätigt sich erneut die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte für die Branche. Viele Betriebe setzen auf dauerhafte Personalbindung und Ausbildung.

Langfristige Perspektiven bleiben positiv

Trotz der aktuell herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen blickt die Branche langfristig zuversichtlich nach vorn. Für das aktuelle Jahr bewerten rund 84,2% der Betriebe die Entwicklung der Branche insgesamt mit den Schulnoten 1 bis 3. Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre rechnen rund 81,5% mit einer positiven Entwicklung des GaLaBaus.

Noch optimistischer fällt der Blick auf den eigenen Betrieb aus: Rund 88,5% der Unternehmen bewerten ihre aktuelle betriebliche Situation positiv. Für die kommenden fünf Jahre rechnen rund 87,7% der Betriebe mit guten bis befriedigenden Perspektiven für den eigenen Betrieb.

„Der GaLaBau bleibt ein Zukunftsmarkt mit großem gesellschaftlichem Nutzen. Klimaanpassung durch Stadtgrün, Regenwassermanagement und biodiverse Freiräume wird in den kommenden Jahren noch weiter an Bedeutung gewinnen und unseren Betrieben dann wachsende Umsätze ermöglichen“, betont Banzhaf. „Unsere Betriebe verfügen über das Know-how und die Innovationskraft, um diese Aufgaben erfolgreich umzusetzen.“ (BGL)

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