Bayer: Übernahme von Monsanto auf gutem Weg

Das Jahr 2016 war für Bayer strategisch und operativ sehr erfolgreich. "Mit unserer operativen Performance haben wir ein neues Rekordniveau erreicht – und auch bei der vereinbarten Übernahme von Monsanto kommen wir gut voran", sagte Vorstandsvorsitzender Werner Baumann auf der Bilanz-Pressekonferenz in Leverkusen.

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Das Jahr 2016 war für Bayer strategisch und operativ sehr erfolgreich. „Mit unserer operativen Performance haben wir ein neues Rekordniveau erreicht – und auch bei der vereinbarten Übernahme von Monsanto kommen wir gut voran", sagte Vorstandsvorsitzender Werner Baumann auf der Bilanz-Pressekonferenz in Leverkusen. Pharmaceuticals konnte erneut mit erfreulichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen überzeugen. Consumer Health verzeichnete währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) einen Umsatzanstieg, während das Ergebnis rückläufig war. Bei Crop Science waren der wpb. Umsatz und das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA – trotz des anhaltend schwierigen Marktumfelds – konstant. Animal Health verzeichnete wpb. Umsatzzuwächse und ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Covestro erhöhte das Ergebnis kräftig, während der Umsatz wpb. das Niveau des Vorjahres erreichte. „Wir haben allen Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken, und wir sind gut ins neue Geschäftsjahr gestartet“, sagte Baumann. Für 2017 stellte er ein weiteres Wachstum von Umsatz und Ergebnis in Aussicht.

Mit der vereinbarten Übernahme von Monsanto habe Bayer im vergangenen Jahr auch strategisch einen weiteren großen Schritt nach vorn gemacht, betonte Baumann. „Die Übernahme passt perfekt zu unserer Strategie, mit unseren Life-Science-Geschäften auf attraktiven, innovationsgetriebenen Märkten führende Positionen einnehmen zu wollen.“ Nach Vollzug des Zusammenschlusses wäre Bayer in der Lage, durch mehr Innovation, stärkeres Wachstum und größere Effizienz langfristig erheblichen zusätzlichen Wert zu schaffen. Die Monsanto-Aktionäre hatten im Dezember 2016 auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Transaktion zugestimmt. Auch bei den erforderlichen behördlichen Verfahren macht Bayer Fortschritte. Bei etwa zwei Dritteln der rund 30 Behörden wurden die Genehmigungen bereits beantragt. Bayer und Monsanto arbeiten eng mit den Behörden zusammen. Bayer erwartet weiterhin, die Transaktion bis Ende 2017 abschließen zu können.

Im Geschäftsjahr 2016 erhöhte sich der Umsatz des Bayer-Konzerns um 1,5% (wpb. 3,5%) auf 46,769 Mrd. Euro (Vorjahr: 46,085 Mrd. Euro). Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 10,2% auf 11,302 (10,256) Mrd. Euro. Das EBIT erhöhte sich um 12,8% auf 7,042 (6,241) Mrd. Euro. Darin enthalten sind Sonderaufwendungen in Höhe von 1,088 (0,819) Mrd. Euro. Diese resultierten im Wesentlichen aus Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte, Aufwendungen in Verbindung mit Effizienzsteigerungsprogrammen sowie Kosten für die Integration erworbener Geschäfte. Das EBIT vor Sondereinflüssen kletterte um 15,2% auf 8,130 (7,060) Mrd. Euro. Das Konzernergebnis stieg um 10,2% auf 4,531 (4,110) Mrd. Euro und das bereinigte Konzernergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft um 7,3% auf 7,32 (6,82) Euro.

Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit im fortzuführenden Geschäft stieg um 20,8% auf 8,259 (6,836) Mrd. Euro. „Diesen erfreulichen Zuwachs verdanken wir vor allem der verbesserten Ergebnissituation und einer verringerten zusätzlichen Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen“, erklärte Finanzvorstand Johannes Dietsch. Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich im Geschäftsjahr 2016 um 32,5% auf 11,8 Mrd. Euro. Hier standen den Mittelzuflüssen aus der operativen Geschäftstätigkeit und der Begebung einer Pflichtwandelanleihe die Mittelabflüsse für Dividenden sowie negative Währungseffekte gegenüber.

Crop Science erfolgreich in schwierigem Marktumfeld
Im Agrargeschäft erzielte Bayer einen Umsatz von 9,915 (10,128) Mrd. Euro (wpb. plus 0,1%). „Für unsere Division Crop Science blieb das Marktumfeld im vergangenen Jahr weiter schwach, insbesondere in Lateinamerika“, sagte Baumann. Dennoch habe Crop Science den Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres halten können. Der deutliche Rückgang von wb. 6,9% in Lateinamerika wurde durch Zuwächse in den anderen Regionen ausgeglichen. So stieg der Umsatz in Nordamerika wb. um 3,9%, in Asien/Pazifik wb. um 2,7% und in Europa/Nahost/Afrika wb. um 1,8%.

Positiv entwickelte sich vor allem der Bereich Seeds (Saatgut und Pflanzeneigenschaften) mit wpb. plus 8,3%. Im Pflanzenschutz gab es Zuwächse bei den Fungiziden mit wpb. plus 4,0% und bei SeedGrowth (Saatgutbehandlungsmittel) mit wpb. plus 4,1%. Dagegen war das Geschäft mit Insektiziden stark rückläufig (wpb. minus 13,3%). Bei den Herbiziden gab der Umsatz mit wpb. minus 2,2% leicht nach. Environmental Science verzeichnete einen Umsatzanstieg von wpb. 4,5%.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science lag mit 2,421 (2,406) Mrd. Euro auf Vorjahresniveau (plus 0,6%). Einem positiven Währungseffekt von rund 140 Mio. Euro sowie gestiegenen Verkaufspreisen standen geringere Absatzmengen, höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie höhere Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber.

Finanzierung der vereinbarten Übernahme von Monsanto kommt gut voran
Mit der Refinanzierung der vereinbarten Monsanto-Übernahme komme Bayer gut voran, sagte Dietsch weiter. Die Akquisitionsfinanzierung über 57 Mrd. US-Dollar sowie die erste Eigenkapitalmaßnahme in Höhe von 4 Mrd. Euro hat Bayer erfolgreich umgesetzt. „Ein Gelingen derartig großvolumiger Transaktionen ist nicht selbstverständlich. Dass wir die Aufgaben so erfolgreich gemeistert haben, ist auch ein Beleg für das hohe Ansehen von Bayer am Kapitalmarkt“, so Dietsch. Für weitere Ausfinanzierungen der Akquisitionsfinanzierung plant Bayer Unternehmens- und Hybridanleihen sowie die zusätzliche Aufnahme von Eigenkapital über eine Bezugsrechtskapitalerhöhung. Sollten sich Möglichkeiten für eine Optimierung der Finanzierungsstruktur, der eingesetzten Instrumente oder des Zeitplans der Finanzierungsschritte ergeben, wird Bayer diese Möglichkeiten in Betracht ziehen.

„Innovation ist unsere Kernkompetenz“
Der Erfolg von Bayer beruhe auf Innovationen, führte Baumann aus. „Das ist unsere Kernkompetenz.“ Deshalb investiere das Unternehmen erheblich in die Stärkung seiner Innovationskraft. Im vergangenen Jahr flossen fast 4,7 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung (plus 9,2%). „Für Life Sciences gaben wir mit 4,4 Mrd. Euro knapp 13% vom Umsatz aus, auch dies ist ein neuer Höchstwert“, so Baumann. „Die Anstrengungen zur weiteren Stärkung unserer Innovationsfähigkeit zahlen sich aus, das zeigen unsere Entwicklungspipelines.“ So hat Bayer bei Pharmaceuticals eine ganze Reihe vielversprechender Produktkandidaten in der klinischen Entwicklung. Sechs von ihnen – in der mittleren bis späten Pipeline – haben nach Einschätzung des Unternehmens ein kombiniertes Spitzenumsatzpotenzial von insgesamt mindestens 6 Mrd. Euro. Bei Crop Science dürfte das kombinierte Spitzenumsatzpotenzial der Bayer-Pipeline für Pflanzenschutz und Saatguttechnologie für Produkte, die zwischen 2015 und 2020 auf den Markt kommen sollen, bei insgesamt über 5 Mrd. Euro liegen.

Fortsetzung der positiven Entwicklung im Jahr 2017 erwartet
„Für das Geschäftsjahr 2017 rechnen wir weiterhin mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung“, sagte Baumann. Der Konzernumsatz soll sich inklusive Covestro auf mehr als 49 Mrd. Euro erhöhen. Dies entspricht wpb. einem Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft will Bayer ebenfalls im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern. Hierbei ist zu beachten, dass 2017 Covestro für das volle Jahr mit 64% einbezogen ist. Ebenfalls berücksichtigt ist die im November 2016 erfolgte Platzierung der Pflichtwandelanleihe. Sie erhöhte die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Aktien. Den Prognosen sind die Wechselkurse zum Stichtag 31. Dezember 2016 zugrunde gelegt, z. B. ein Euro-US-Dollar-Kurs von 1,05.

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