Bayer: Fortschritte bei Monsanto-Akquisition

Bayer hat bei Monsanto-Akquisition wichtige Fortschritte erzielt. Das wurde bei der Vorstellung der Geschäftszahlen bekannt.

Bayer: Währungseffekte überlagern operatives Geschäft – Wichtige Fortschritte bei Monsanto-Akquisition. Bild: Bayer.

Das operative Geschäft von Bayer ist im 1. Quartal 2018 von Wechselkurseffekten beeinträchtigt worden. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) hat der Konzern den Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres gesteigert. „Zuwächse erzielten wir bei Pharmaceuticals und im Animal-Health-Geschäft“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am Donnerstag bei Vorlage des Zwischenberichts. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag währungsbereinigt (wb.) auf Vorjahresniveau. Den währungsbereinigten Konzernausblick 2018 bestätigte Baumann.

„Strategisch sind wir gut vorangekommen und haben bei der geplanten Übernahme von Monsanto große Fortschritte gemacht“, betonte er. Die EU-Kommission und weitere Behörden, unter anderem in Brasilien, China und Russland, haben dem Vorhaben in diesem Jahr zugestimmt. Damit hat Bayer jetzt zwei Drittel der rund 30 kartellrechtlichen Freigaben erreicht. Die Auflagen der EU-Kommission und anderer Regulierungsbehörden sehen insbesondere den Verkauf verschiedener Crop-Science-Geschäfte von Bayer vor. Entsprechende Vereinbarungen mit BASF hat der Konzern im Oktober 2017 und April 2018 getroffen. Die Monsanto-Übernahme unterliegt weiterhin üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich notwendiger behördlicher Freigaben. Bayer arbeitet weltweit eng mit den Behörden zusammen mit dem Ziel, die Transaktion im 2. Quartal 2018 abschließen zu können.

Im April 2018 zeichnete die Investmentgesellschaft Temasek 31 Mio. neue Bayer-Aktien zu einem Bruttoemissionspreis von insgesamt 3 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anteil von ca. 3,6% des erhöhten Grundkapitals. Die Erlöse der Platzierung werden voll berücksichtigt, wenn der Umfang der Bezugsrechtskapitalerhöhung zur Finanzierung der Monsanto-Übernahme festgelegt wird.

Konzernumsatz wpb. erhöht, negative Währungseffekte belasten Ergebnis

Der Konzernumsatz erhöhte sich im 1. Quartal wpb. um 2,0% (nominal minus 5,6%) auf 9,138 Mrd. Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verringerte sich um 5,2% auf 2,896 Mrd. Euro. Negative Währungseffekte belasteten es mit rund 160 Mio. Euro. Ohne diese Effekte lag das Ergebnis auf Vorjahresniveau. Das EBIT nahm um 4,8% ab auf 2,310 Mrd. Euro. Darin enthalten sind Sonderaufwendungen von 78 (Vorjahr: 102) Mio. Euro, die vor allem in Verbindung mit der geplanten Übernahme von Monsanto standen. Das Konzernergebnis ging um 6,2% zurück auf 1,954 Mrd. Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft verringerte sich dagegen nur geringfügig um 1,3 Prozent auf 2,28 Euro.

Der operative Cashflow aus dem fortzuführenden Geschäft erhöhte sich um 19,4% auf 658 Mio. Euro, vor allem weil weniger zusätzliche Mittel im Working Capital gebunden waren. Die Nettofinanzverschuldung reduzierte sich zum 31. März 2018 im Vergleich zum 31. Dezember 2017 um mehr als die Hälfte auf 1,650 Mrd. Euro, maßgeblich durch Mittel, die aus der Veräußerung weiterer Covestro-Anteile zuflossen.

Crop Science legt wb. in drei von vier Regionen zu

Der Umsatz im Agrargeschäft (Crop Science) erreichte mit 2,861 Mrd. Euro wpb. das Niveau des starken Vorjahresquartals. „Wir sind währungsbereinigt in drei von vier Regionen gewachsen und haben so den Rückgang in Europa/Nahost/Afrika nahezu kompensiert“, sagte Baumann. Besonders stark aufwärts ging es in Asien/Pazifik mit einem Plus von wb. 10,4%. Die verstärkte Nachfrage nach Fungiziden und Insektiziden in Brasilien bei gleichzeitig fortschreitender Normalisierung der Lagerbestände halfen dabei, in Lateinamerika wb. um 4,8% zuzulegen.

Positiv entwickelten sich die Insektizide, die wpb. um 8,0% wuchsen, und Sonstige (Seeds & Traits) mit einem Umsatzplus von wpb. 12,9%. Ein wpb. Umsatzminus verzeichnete hingegen Environmental Science (14,3%) - durch geringere Produktlieferungen an den Erwerber des Konsumentengeschäfts. Ebenfalls wpb. rückläufig waren SeedGrowth (Saatgutbehandlungsmittel, 8,4%), die Herbizide (6,6%), Vegetable Seeds (Gemüsesaatgut, 6,2%) und die Fungizide (2,0%).

Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging um 6,5% (wb. 2,6%) zurück auf 1,042 Mrd. Euro. Ergebnismindernd wirkten sich unter anderem geringere sonstige betriebliche Erträge sowie höhere Herstellungskosten aus. Dem gegenüber standen niedrigere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Verwaltungskosten.

Währungsbereinigter Konzernausblick bestätigt

Bayer bestätigte die im Februar veröffentlichten währungsbereinigten Prognosen für die operative Performance. Unverändert soll der Umsatz demnach wpb. im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sowie das bereinigte Ergebnis je Aktie sollen sich nach wie vor wb. im mittleren einstelligen Prozentbereich verbessern. Unter Berücksichtigung der Wechselkurse vom 31. März 2018 ergibt sich für das Gesamtjahr ein Rückgang des nominalen Umsatzes im unteren einstelligen Prozentbereich (bisher: auf Vorjahresniveau). Absolut wird der Umsatz nun unter - statt bisher bei etwa - 35 Mrd. Euro erwartet. Für das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA rechnet Bayer entsprechend mit einer Verringerung im unteren einstelligen Prozentbereich (bisher: auf Vorjahresniveau). Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll unverändert auf Vorjahresniveau bleiben. (Quelle: Bayer)

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