Baumobsternte 2026: Hitze setzt Äpfeln und Kirschen zu

Die rheinland-pfälzischen Obstbaubetriebe können dieses Jahr - nach einer ersten Bilanz des Statistischen Landesamtes in Bad Ems - eine Gesamternte von 36.200 Tonnen Baumobst einfahren.

Bei der in Rheinland-Pfalz bedeutendsten Baumobstart, dem Apfel, fällt die Erntemenge sehr schwach aus. Bild: GABOT.

Anzeige

Dies entspricht einer Abnahme von 32% im Vergleich zum Vorjahr. Das Vorjahr war dabei ein überaus starkes Jahr für den Obstbau. Der sechsjährige Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 wird um 24% verfehlt.

Ein wesentlicher Grund für die kleinere Erntemenge sind wiederkehrende Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit im Frühjahr und Sommer 2026. Dadurch fielen z. B. Äpfel vorzeitig vom Baum, oder wiesen Schäden durch Sonnenbrand auf. Die Kirschen blieben teilweise kleiner, entwickelten sich nicht vollständig und fielen vorzeitig vom Baum.

Apfelernte fällt deutlich schwächer aus

Bei der in Rheinland-Pfalz bedeutendsten Baumobstart, dem Apfel, fällt die Erntemenge sehr schwach aus: Es wird von einer Gesamterntemenge von rund 18.800 Tonnen ausgegangen. Das wären 8.000 Tonnen (30%) weniger als der Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025. Gegenüber dem Vorjahr fällt die Apfelernte um 35% niedriger aus. Rechnerisch stünden jedem Einwohner in Rheinland-Pfalz 4,6 kg Äpfel aus heimischer Erzeugung zur Verfügung. Der Hektarertrag wird auf 15 Tonnen geschätzt. Der Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 beträgt 21 Tonnen je Hektar. 

Weniger Pflaumen und Zwetschen

Für die Pflaumen- und Zwetschenernte werden in diesem Jahr 9.900 Tonnen geschätzt. Das ist eine um 32% geringere Menge als im Vorjahr (14.500 Tonnen). Das langjährige Mittel wird um 10%unterschritten. Der Hektarertrag liegt mit 10,7 Tonne pro Hektar deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre von 12,1 Tonnen (minus 12%).

Auch Sauerkirschen deutlich unter Vorjahresniveau

Bei den Sauerkirschen wird eine Gesamterntemenge von 2.100 Tonnen erwartet. Das sind 23% weniger als im Vorjahr (2.700 Tonnen). Gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt werden 36% weniger erwartet (3.200 Tonnen). Der Hektarertrag liegt mit 4,5 Tonnen pro Hektar 23% unter dem Hektarertrag von 5,8 Tonnen des Vorjahres. 

Süßkirschen mit besonders niedrigen Erträgen

Die geschätzte rheinland-pfälzische Erntemenge an Süßkirschen beträgt 2.000 Tonnen und liegt damit um 46% unter dem starken Vorjahr (3.600 Tonnen) und 33% unter dem sechsjährigen Durchschnitt von 2.900 Tonnen. Der Hektarertrag liegt mit 3,0 Tonnen je Hektar auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Vergleich dazu betrug die Erntemenge im Vorjahr 5,6 Tonnen pro Hektar und im sechsjährigen Durchschnitt 4,5 Tonnen.

Apfelanbau nimmt größten Flächenanteil ein

Die Flächenangaben für die in die Ernteberichterstattung einbezogenen Baumobstarten basieren auf den Ergebnissen der Baumobsterhebung 2022 und umfassen rund 3.500 Hektar. Äpfel sind mit rund einem Drittel der Fläche (1.255 Hektar) die wichtigste Obstart. Es folgten Pflaumen und Zwetschen (926 Hektar) vor Süßkirschen (657 Hektar) und Sauerkirschen (455 Hektar). Mirabellen und Renekloden wuchsen auf 188 Hektar und Birnen auf 139 Hektar.

Wie wurden diese Ergebnisse ermittelt?

Die Daten stammen aus der Ernte- und Betriebsberichterstattung für Baumobst. Rund 100 Landwirte berichten freiwillig regelmäßig über die Erträge von Baumobst. Die Schätzungen sind vorläufig und können je nach weiterem Witterungsverlauf mehr oder weniger von den endgültigen Ergebnissen abweichen. Die Flächenangaben beziehen sich auf die Baumobstanbauerhebung 2022.

Grundlage für die Berechnung des Pro-Kopf-Verbrauchs: Bevölkerungsstand nach Zensus 2022 und Fortschreibung zum 30.06.2026

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.