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Züchtung: "Veredelung ist Arbeit an der Zukunft"
Man müsste meinen, die Zahl der Neuheiten wäre längst auf ihrem Höhepunkt, um dann zu entdecken, dass die Veredelung von Pflanzen heute noch ganz andere Ziele haben kann als das, was man mit bloßem Auge oder mit der Nase entdecken kann.
„Die aktuelle Veredlungsarbeit befasst sich mit dringenden gesellschaftlichen Fragen", sagt Jaap Stelder, Direktor der Veredelungsgärtnerei Agriom b.v. im niederländischen De Kwakel. „Die Veredelung, die wir verfolgen, befasst sich u.a. mit Pflanzen, die man mit weniger oder ohne fossile Brennstoffe kultivieren kann. Mit Pflanzen, die so widerstandsfähig gegen Krankheiten sind, dass sie keine chemischen Pflanzenschutzmittel brauchen. Mit Pflanzen, die weniger oder keine künstliche Belichtung erfordern, und mit Pflanzenkulturen, die früher und länger blühen. Diese inneren Werte sorgen für stärkere, gesündere Pflanzen und für Gärtner sorgen sie für Wettbewerbsvorteile, bessere Planbarkeit und eine bessere Auslastung."
Gute Veredelung dauert
Agriom ist ein kleines Unternehmen im Herzen des niederländischen Zierpflanzenanbaugebiets des Unterglasbaus und arbeitet klassisch gärtnerisch, ohne Gentechnik. Das traditionelle Veredelungsverfahren mit Kreuzung und Auslese ist eine sehr langwierige Angelegenheit und fordert von den Beteiligten einen langen Atem und Vertrauen in die Zukunft. Zu den Geschäftspartnern gehören vor allem kleinere Produzenten, die sich durch die Züchtungsarbeit von Agriom mit starken Pflanzen für die Zukunft gut aufstellen wollen. Acht bis zehn Jahre ist der Zeithorizont, bis eine neue Sorte marktfähig ist. Dabei kann es sein, dass der Konsument der Pflanze ihre Besonderheit gar nicht direkt ansieht. Für den produzierenden Gärtner sind das aber möglicherweise entscheidende Vorteile, um sich effizienter und wirtschaftlicher am Markt zu behaupten.
Agriom versteht sich als vertrauensvoller Partner von Gärtnern und arbeitet international. Auch deutsche Gärtnereien gehören dazu. In der Zusammenarbeit mit der Gärtnerei Hannen in Kleve ist beispielsweise die starke Summerstar®-Serie bei Mandevilla entstanden, die sich durch kompakten Wuchs, frühe Blütezeit, viele Blüten in strahlenden Farben auszeichnet. Das Joint Venture mit Agriom heißt hier Mandevilla Breeders Association.
Mit der Hydrangea Breeders Association ist Agriom sehr engagiert, was Schnitthortensien betrifft. Ergebnis ist hier die Royal-Serie: Royal Parade®, Royal King® und Royal Benefit®, Sorten, die in Gärtnerkreisen wohl bekannt sind. Auch hier sind solide Eigenschaften der Pflanzen wichtigstes Züchtungsziel: Energie- und Wasserbedarf, Pflanzenschutz und Widerstandsfähigkeit. "Die nachhaltige Kultivierung einer Pflanze beginnt bei der Veredelung," so Jaap Stelder. „Wir arbeiten täglich an neuen Hortensiensorten, die stärker sind, die widerstandsfähiger sind gegenüber sich verändernden Umständen und die effizienter kultiviert werden können. Wir sind ständig mit der Zukunft beschäftigt und die Gärtner, mit denen wir arbeiten auch. Längere Verfügbarkeiten von Pflanzen und kühlere Gewächshäuser sowie natürliches Licht spielen dabei eine sehr wichtige Rolle. Das ist unser langfristiger Beitrag zur Nachhaltigkeit in der ganzen Kette. Die Eigenschaften einer Sorte bestimmen zu einem wichtigen Teil, welchen Aufwand der Gärtner zur Kultivierung gesunder Pflanzen einsetzen muss und das fängt bei uns mit der Bestäubung an." (Quelle: PFFH)

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