Studie: Hobbygärtner stellen sich auf Hitze und Trockenheit ein

Neue Studie "Garten im Wandel - Insights für die grüne Branche 2026" zeigt: Robuste Pflanzen und Regenwassernutzung werden wichtiger - viele Verbraucher denken über Veränderungen nach.

Der Hitzesommer verändert Deutschlands Gärten. Bild: GABOT.

Anzeige

Hitze und Trockenheit hinterlassen Spuren in Deutschlands Gärten – und offenbar auch in den Köpfen der Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner. Die neue Studie „Garten im Wandel – Insights für die grüne Branche 2026“ von WIR SIND GARTEN zeigt: Rund zwei Drittel der Befragten beschäftigen sich infolge des Hitzesommers 2026 mit möglichen Veränderungen ihres Gartens, Balkons oder ihrer Terrasse. Besonders die jüngeren Altersgruppen informieren sich und planen vergleichsweise aktiv. Konkrete Veränderungen vorgenommen hat bislang allerdings nur eine Minderheit.

Partner der Studie ist der Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG). Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Marktforschungsinstitut INNOFACT AG. Befragt wurden 755 Personen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren, denen ein Garten beziehungsweise eine gartenähnliche Fläche wie Balkon, Terrasse, Schrebergarten oder Parzelle zur Verfügung steht und die bei Entscheidungen rund um diese Flächen mitverantwortlich sind. Die zugrunde liegende Bruttostichprobe umfasste 1.170 Verbraucherinnen und Verbraucher und wurde nach Geschlecht, Alter und Region bevölkerungsrepräsentativ quotiert.

Der Hitzesommer kommt in den Köpfen der Hobbygärtner an

Auf die Frage, ob Hitze und Trockenheit im Sommer 2026 die Einstellung zur Gestaltung von Garten, Balkon oder Terrasse verändert haben, geben 11,8% an, bereits konkrete Veränderungen vorgenommen zu haben. Weitere 11,4% planen konkrete Veränderungen und 9,5% informieren sich derzeit über geeignete Möglichkeiten. Die größte Gruppe – 33,1% – denkt über Veränderungen nach, hat aber noch keine konkreten Pläne. 30,4% beschäftigt das Thema bislang nicht.

Damit zeichnet sich ein für die grüne Branche relevantes Bild ab: Der Anpassungsprozess hat begonnen, befindet sich bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern aber noch in einer frühen Phase. Gerade daraus können sich für Einzelhandelsgärtnereien, Gartencenter, Baumschulen, Gartenbaubetriebe sowie Hersteller und Dienstleister der grünen Branche neue Anforderungen an Sortiment, Information und Beratung ergeben.

Robuste Pflanzen und Regenwasser stehen ganz oben

Besonders deutlich wird der Wandel bei der Frage, welche Maßnahmen künftig infrage kommen, um Garten, Balkon oder Terrasse besser auf Hitze und Trockenheit vorzubereiten.

60,1% nennen hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzen. 56,7% wollen Regenwasser sammeln und nutzen, 56,3% setzen auf robuste und pflegeleichte Pflanzen. Eine wassersparende Bewässerung kommt für 33,5% infrage. Rund ein Viertel der Befragten nennt zusätzliche Schattenplätze oder das Bedecken beziehungsweise Mulchen des Bodens.

Interessant sind dabei auch die Unterschiede zwischen den Generationen. Jüngere Befragte zeigen sich unter anderem gegenüber zusätzlichen Schattenplätzen, mehr Bäumen beziehungsweise anderen Schattenspendern und der Entsiegelung von Flächen aufgeschlossener. Dach- und Fassadenbegrünung spielt dagegen insgesamt bislang nur eine vergleichsweise geringe Rolle.

Klimaanpassung bedeutet auch: Gartenbilder verändern sich

Die Studie macht zugleich deutlich, dass sich nicht nur die Pflanzenauswahl verändern könnte. Auch die Vorstellungen davon, wie ein Garten aussehen muss, geraten in Bewegung.

So würden 50,1% am ehesten auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten, wenn ihr Garten dadurch klima- und naturfreundlicher würde. 43,3% nennen Schotter- oder Kiesflächen, 41,5% versiegelte Flächen und 41,1% Pflanzen mit hohem Wasserbedarf. Deutlich geringer ist dagegen die Bereitschaft, einen Teil der Rasenfläche aufzugeben: Dies kommt lediglich für 16,6% infrage. Auch etwas mehr „Unordnung“ scheint akzeptabel zu werden: 50% der Befragten würden „sehr viel“ oder „eher viel“ sichtbare Unordnung in Garten, auf Balkon oder Terrasse akzeptieren, wenn diese Tieren hilft und das Mikroklima verbessert. Weitere 35,4% würden dies zumindest in einzelnen Bereichen zulassen.

„Der Garten der Zukunft muss mit dem Klima funktionieren“

Torsten Brämer, Gründer von WIR SIND GARTEN, sieht in den Ergebnissen ein deutliches Signal: „Der Hitzesommer 2026 hat bei vielen Menschen einen Denkprozess ausgelöst. Bemerkenswert ist, dass es dabei nicht allein ums Gießen geht. Die Menschen beschäftigen sich mit robusteren Pflanzen, Regenwassernutzung, Schatten und teilweise auch mit einem anderen Verständnis davon, wie ein Garten aussehen darf.“ Für Brämer ergeben sich daraus konkrete Chancen für die Branche: „Wenn Verbraucher ihren Garten an Hitze und Trockenheit anpassen wollen, brauchen sie die richtigen Pflanzen und Produkte und vor allem Orientierung und verständliche Beratung. Klimaanpassung dürfte damit zu einem immer wichtigeren Thema am Point of Sale und in der Kommunikation mit Hobbygärtnern werden.“

BVE: Fachberatung gewinnt weiter an Bedeutung

Auch Thomas Kirsch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Einzelhandelsgärtner (BVE), sieht in den Ergebnissen wichtige Hinweise für den gärtnerischen Fachhandel: „Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Anforderungen der Kundinnen und Kunden an ihre Gärten verändern. Hitze und Trockenheit führen dazu, dass Themen wie robuste Pflanzen, Regenwassernutzung und eine klimaangepasste Gartengestaltung stärker in den Fokus rücken. Für die Einzelhandelsgärtnereien bedeutet das eine große Chance: Mit ihrer Pflanzenkompetenz und der persönlichen Beratung können sie Verbraucherinnen und Verbraucher dabei unterstützen, ihre Gärten zukunftsfähig zu gestalten.“

Studie untersucht weitere Zukunftsfragen der grünen Branche

Der Themenkomplex Hitze und Klimaanpassung ist nur ein Teil der Untersuchung. „Garten im Wandel – Insights für die grüne Branche 2026“ analysiert darüber hinaus unter anderem Einstellungen zum Mikroklima, Umwelt- und Nachhaltigkeitsversprechen bei Pflanzen und Gartenprodukten, die Bedeutung von Verpackungen sowie Beratung durch Künstliche Intelligenz und Werbewahrnehmung.

Der Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE) wird hierzu für die Grüne Branche eine Webinar-Reihe anbieten, die diese Fragen mit Experten noch einmal intensiver beleuchtet.

Die detaillierten Ergebnisse dieser Themenbereiche sowie weitergehende Auswertungen nach unterschiedlichen Zielgruppen werden in der Pressemitteilung bewusst nicht vollständig veröffentlicht. Sie sind Bestandteil der vollständigen Studie und liefern Unternehmen und Entscheidern der grünen Branche zusätzliche Erkenntnisse für Marketing, Kommunikation, Beratung, Sortimentsgestaltung und Produktentwicklung.

Vollständige Studie für 129 Euro netto erhältlich

Die vollständige Branchenstudie „Garten im Wandel – Insights für die grüne Branche 2026“ ist zum Preis von 129 Euro netto erhältlich.

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.