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NL: Blumen- und Pflanzenexport zurückgegangen
Die Exportmengen blieben relativ stabil. Bei Schnittblumen lag die Menge um 1% unter dem Vorjahreswert, während die Pflanzenmenge nahezu unverändert blieb. Dies geht aus den Exportstatistiken von Floridata hervor, die der Vereniging van Groothandelaren in Bloemkwekerijproducten (VGB) jetzt veröffentlicht hat.
„Natürlich sind wir mit einem Rückgang nie zufrieden, aber wir müssen auch realistisch sein“, sagt Matthijs Mesken, Geschäftsführer der Vereniging van Groothandelaren in Bloemkwekerijproducten (VGB). „Die Unternehmer sehen sich derzeit mit geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und zurückhaltenden Verbrauchern konfrontiert. Trotz dieser Umstände bleibt die Nachfrage nach Blumen und Pflanzen bestehen, auch wenn wir beobachten, dass sich der Absatz zunehmend in Richtung des Einzelhandels verlagert.“
Größte Exportmärkte bleiben unter Druck
Deutschland blieb im ersten Halbjahr das wichtigste Exportziel, verzeichnete jedoch einen Rückgang von 3,2%. Auch das Vereinigte Königreich (-1,7%) und Frankreich (-1,0%) verzeichneten einen leichten Rückgang. In Deutschland entwickelten sich vor allem Blumen weniger gut; der Pflanzenexport konnte sich besser behaupten.
Positive Ausnahmen bildeten verschiedene mittel- und osteuropäische Länder. Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien verzeichneten erneut Wachstum und bestätigen damit ihre zunehmende Bedeutung als Exportmärkte für den Zierpflanzenanbau.
Geopolitische Entwicklungen beeinflussen den Markt weiterhin
Der internationale Handel spürt die Auswirkungen geopolitischer Spannungen. Insbesondere die Unruhen im Nahen Osten führen zu Störungen in den Logistikketten und bei den Luftfrachtverbindungen. Dadurch werden Exportströme unter anderem aus Kenia und Äthiopien erschwert, während auch die Verfügbarkeit von Rohstoffen wie Mineraldünger unter Druck steht.
„Unternehmen brauchen Stabilität und Vorhersehbarkeit“, so Mesken. „Internationale Entwicklungen wirken sich direkt auf Transport, Kosten und das Verbrauchervertrauen aus. Das spüren wir in nahezu der gesamten Lieferkette.“
Einzelhandel baut Marktanteil aus
Die Verlagerung bei den Absatzkanälen setzte sich auch im ersten Halbjahr fort. Der Anteil der Supermärkte stieg auf fast 37% des gesamten Exportwerts. Auch Gartencenter und Baumärkte gewannen weiter an Boden. Demgegenüber steht ein rückläufiger Anteil des importierenden Großhandels, der bei 25,4% lag. Auch der spezialisierte Floristenkanal steht weiterhin unter Druck. Der Umsatz niederländischer Floristen sank im ersten Halbjahr laut dem Verband der Floristen (VBW) um 8%, während die Branche zudem weiterhin verunsichert ist hinsichtlich der geplanten Mehrwertsteuererhöhung auf Zierpflanzenprodukte.
„Glücklicherweise werden Blumen und Pflanzen nach wie vor gekauft, jedoch immer häufiger über andere Vertriebskanäle“, sagt Mesken. „Das erfordert Anpassungsfähigkeit der gesamten Lieferkette, vom Erzeugern über den Großhändler bis hin zum Einzelhändler.“
Positive Aussichten für den Handel mit dem Vereinigten Königreich
Für den Handel mit dem Vereinigten Königreich bietet das geplante SPS-Abkommen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich Perspektiven. Das Abkommen soll langfristig zum Wegfall von Grenzkontrollen und zu einer erheblichen Verringerung des Verwaltungsaufwands für Exporteure führen. Die Unterzeichnung wurde jedoch verschoben, wodurch sich die Einführung voraussichtlich um einige Monate verzögern wird.
Ausblick
Für das gesamte Jahr 2026 erwarten Floridata und die VGB, dass der Exportwert leicht unter dem Vorjahresniveau liegen wird. „Ein leichter Rückgang scheint derzeit das realistischste Szenario zu sein“, schließt Mesken. „Mehr geopolitische Ruhe, die Wiederherstellung des Verbrauchervertrauens und Klarheit hinsichtlich internationaler Handelsabkommen sind entscheidend dafür, wie sich die zweite Jahreshälfte entwickeln wird.“

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