Blumen und Zierpflanzen: Anhaltende Kaufzurückhaltung belastet den Markt

Die aktuellen Marktdaten zeigen deutlich, dass sich der Markt für Blumen und Zierpflanzen auch 2025 nicht aus seiner Schwächephase lösen konnte.

Marktentwicklung Blumen & Zierpflanzen (Gesamtmarkt). Grafik: ZVG nach Daten der AMI GmbH.

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Trotz einer zeitweise moderateren Inflation bleibt die Kaufbereitschaft der Verbraucher gedämpft, da wirtschaftliche Unsicherheiten, reale Einkommensverluste und steigende Lebenshaltungskosten das Konsumverhalten nachhaltig prägen. Der Rückgang zieht sich dabei durch nahezu alle Teilsegmente und verdeutlicht, dass es sich nicht um kurzfristige Effekte, sondern um strukturelle Herausforderungen handelt, denen sich Branche und Handel stellen müssen.

Nach Schätzungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) auf Basis der ersten drei Quartale 2025 schrumpfte der Markt für Blumen & Zierpflanzen im Jahr 2025 auf ein Niveau von 8,5 Mrd. Euro (zu Einzelhandelspreisen). Damit sanken die Pro-Kopf-Ausgaben im vergangenen Jahr um mehr als 2 Euro auf rund 102 Euro. Das sind etwa 6 Euro weniger als im Jahr 2019 vor der Pandemie und den nachfolgenden Verunsicherungen der Kunden.

„Wir sehen nach wie vor Potenzial für unsere Produkte“, betont ZVG-Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf. Entscheidend werde sein, wann das Vertrauen der Verbraucher zurückkehre. Selbst Gartenpflanzen (Beet- & Balkonpflanzen, Stauden, Kräuter, Gehölze und Blumenzwiebeln) verfehlten ihr Vorjahresergebnis vor allem witterungsbedingt um mehr als 1%, womit sie auf ein Marktvolumen von 4,1 Mrd. Euro (zu Einzelhandelspreisen) kamen. Damit verringerten sich die Pro-Kopf-Ausgaben im Jahr 2025 unter 50 Euro, da die Endkunden für Pflanzen aller Teilsegmente, mit Ausnahme der Blumenzwiebeln, weniger Geld ausgaben als noch ein Jahr zuvor. So kamen die Beet- & Balkonpflanzen, das größte Segment innerhalb der Gartenpflanzen, mit einem Vorjahresminus von etwa einem Prozent auf ein Marktvolumen von rund 1,7 Mrd. Euro (zu Einzelhandelspreisen). Damit liegt das Niveau um knapp 7% unter dem aus dem Vorpandemiejahr 2019.

Auch der Markt für Zimmerpflanzen schrumpfte im Jahr 2025 nach Schätzungen der AMI. Insgesamt kamen 1,4 Mrd. Euro als Marktvolumen zusammen, was einem Minus von 4,5% zum Jahr 2024 entspricht. Sowohl die grünen als auch die blühenden Zimmerpflanzen blieben dabei unter ihrem Vorjahresniveau. Das Minus bei blühenden Zimmerpflanzen war mit rund 5 % etwas deutlicher ausgeprägt als bei den grünen Zimmerpflanzen mit weniger als 4%. Das bedeutet, dass rechnerisch jeder Einwohner Deutschlands im Jahr 2025 blühende Zimmerpflanzen für rund 11 Euro einkaufte und für grüne Zimmerpflanzen weniger als 6 Euro ausgab.

Allein für Schnittblumen, als nach wie vor größtes Marktsegment, gingen die Pro-Kopf-Ausgaben im Vorjahresvergleich um mehr als einen Euro auf weniger als 36 Euro zurück. So erreichten Schnittblumen das 3 Mrd. Euro Marktvolumen (zu Einzelhandelspreisen) nicht mehr ganz.

Insgesamt änderte sich die Lage auf Endverbraucherebene im Jahr 2025 nicht zum Besseren: Zu den bereits bekannten Themenfeldern rund um die Verunsicherung der Kunden kam noch die Sorge um die Arbeitsplätze aufgrund der schwächelnden Wirtschaftslage hinzu. Die Inflation verlangsamte sich zwar im Lauf des Jahres 2025, die Belastung der Kunden nahm dadurch jedoch nicht spürbar ab. Ausgebliebene Lohnerhöhungen gepaart mit weiterhin hohen Kosten für Energie sowie der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt beschäftigten die Kunden ebenfalls. Zwar werden für 2026 politische Maßnahmen vorbereitet, die die Wirtschaft ankurbeln und die Kunden entlasten sollen, die positiven Impulse lassen wohl noch auf sich warten. (ZVG)

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