Wissenschaft: 5. Hohenheimer Landwirtschaftsdialog

Beim 5. Landwirtschaftsdialog an der Universität Hohenheim in Stuttgart wird diskutiert über die Anwendung der Genschere in der Pflanzenzüchtung.

Diskussion über die Anwendung der Genschere in der Pflanzenzüchtung. Bild: GABOT.

An ihr scheiden sich die Geister: Ob die sogenannte Genschere Crispr/Cas Gentechnik ist oder nicht, wird weltweit heftig diskutiert. Tatsache ist, dass sich mit ihr das Erbgut gezielt schneiden und verändern lässt – und das auf sehr effiziente, einfache Art. Was einerseits viele Hoffnungen weckt, schürt bei anderen massive Ängste. Beim 5. Landwirtschaftsdialog an der Universität Hohenheim in Stuttgart diskutieren Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft und Landwirtschaft, Studierende und interessierte Bürgerinnen und Bürger über die Anwendung der Genschere in der Pflanzenzüchtung. Chancen, Risiken und Alternativen sind ebenso Thema wie ethische Fragen und die Position des Öko-Landbaus. Das Publikum ist eingeladen, seine Ansichten auch beim Digi-Voting einzubringen.

Gesteigerte Erträge, um die Weltbevölkerung zu ernähren, trockenresistente Sorten zur Anpassung an den Klimawandel und gegen Pflanzenkrankheiten resistente Nutzpflanzen: Der Pflanzenzüchtung kommt eine Schüsselrolle zu, um die großen Herausforderungen der Landwirtschaft zu meistern. Doch darüber, welche Verfahren in der Pflanzenzüchtung akzeptabel sind, gibt es große gesellschaftliche Auseinandersetzungen.

Seit einigen Jahren hat diese Debatte eine neue Dimension erreicht. Grund ist die Entwicklung der Genschere Crispr/Cas, mit der man gezielt und einfach das Erbgut verändern kann. Die neue Technik der Genom-Editierung wirft viele Fragen auf: Wie unterscheidet sich die Erbgut-Veränderung mit der Genschere von den bisherigen Verfahren der Pflanzenzüchtung? Welche Potenziale und Risiken sind damit verbunden? Welche Alternativen gibt es in der modernen Pflanzenzüchtung? Und wie sind die verschiedenen Methoden aus ethischer und gesellschaftlicher Perspektive zu bewerten? Wie steht der Öko-Landbau dazu?

All diese Fragen stehen im Zentrum der fünften Veranstaltung in der Reihe „Hohenheimer Landwirtschaftsdialog“. Ziel ist es, wissenschaftliche und praktische Perspektiven zusammenzubringen, um eine konstruktive Diskussion zu diesem brennenden Thema zu ermöglichen. Hierzu gibt es folgende Beiträge:

• Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) Baden-Württemberg, spricht ein Grußwort.

• Prof. Dr. Karl Schmid, Leiter des Fachgebiets Nutzpflanzenbiodiversität und Züchtungsinformatik an der Universität Hohenheim ist ein international renommierter Experte für Pflanzenzüchtung. Er erläutert, was Genom-Editierung ist und worin sie sich von bisherigen Methoden unterscheidet.

• Dr. Christian Dürnberger, Philosoph am Messerli Forschungsinstitut an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, analysiert die moderne Pflanzenzüchtung aus gesellschaftlicher Perspektive.

• Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer von Bioland Baden-Württemberg und der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL e.V.), stellt die Position der Biobranche zur Genschere vor.

Das Publikum hat Gelegenheit, mit eigenen Kommentaren und Fragen zur Diskussion beizutragen – und seine Meinung auch elektronisch per Digi-Voting zum Ausdruck bringen.

HINTERGRUND: Hohenheimer Landwirtschaftsdialog

Mit der Veranstaltungsreihe „Hohenheimer Landwirtschaftsdialog“ schaffen die Fakultät Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim und das Team der Jungen DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) der Universität Hohenheim ein Forum, auf dem Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, der landwirtschaftlichen Praxis, der Politik, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit auf der Basis von Fakten über gesellschaftlich umstrittene Themen der Landwirtschaft diskutieren können. Damit möchte die Universität Hohenheim ihre wissenschaftliche Expertise stärker in die öffentliche Diskussion um die Zukunft der Landwirtschaft einbringen. (Universität Hohenheim)

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