Vereinigte Hagel: Mitgliedervertreterversammlung mit Rückblick auf 2021

Anlässlich der 29. ordentlichen Mitgliedervertreterversammlung der VEREINIGTE HAGEL am Mittwoch richtete sich der Blick auf das vergangene Geschäfts- und Schadenjahr.

Geprägt war das vergangene Jahr von teils heftigen Wetterereignissen.

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Vorstandsvorsitzender Dr. Rainer Langner konnte berichten, dass die Gesellschaft bei allen relevanten Kennzahlen weitergewachsen ist. Im Jahr 2021 waren mehr als 6,1 Mio. Hektar mit einer Versicherungssumme von 11,1 Mrd. Euro in Deckung genommen. Der Beitrag stieg auf 245,7 Mio. Euro.

Geprägt war das vergangene Jahr von teils heftigen Wetterereignissen, so dass die Schadenquote gut 78% betrug. Sämtliche Schäden wurden wie gewohnt schnell und fair reguliert. Uns allen noch in Erinnerung sind die Starkregenfälle Mitte Juli mit verheerenden Überflutungen im Westen Deutschlands. Verglichen mit den extremen Hochwasserschäden und dem Leid der Menschen in den Überschwemmungsgebieten erscheinen die Schäden durch Tief Bernd im Pflanzenbau da eher nebensächlich. Dennoch mussten Betriebe, deren erste Sorge dem Hof und dem Wohl der gehaltenen Tiere galt, darüber hinaus Verluste bei ihren Futterpflanzen oder Marktfrüchten hinnehmen. Sofern aufgrund der Lage vor Ort die Flächen nicht erreichbar waren, wurden diese im Einzelfall auch ohne Begutachtung reguliert, um den Flutopfern zumindest eine kleine finanzielle Hilfe zu ermöglichen.

„Klassische“ Gewitterfronten

Zuvor brachte das letzte Junidrittel schwere lokale Unwetter mit sich. Die Schäden erstreckten sich über ganz Deutschland mit erheblichen Folgen vor allem an der Nordsee und in Süddeutschland. Über 70.000 Hektar wurden innerhalb kurzer Zeit geschädigt. Die ersten Schäden traten bereits Mitte Juni in Norddeutschland auf. Von den Niederlanden über die Emsmündung bis nach Ostfriesland reichte der Schadenstrich. Insbesondere die Gemeinden Krummhorn und Norden wurden in Mitleidenschaft gezogen. Entlang der deutsch-niederländischen Grenze waren weitere Regionen entlang der Ems über den Niederrhein bis in die Nordeifel betroffen. Einige Tage später, am Abend des 21. Juni und erneut am 22. Juni, traf es den Süden Deutschlands. Ein nahezu „klassisches Gewittergebiet“ zog in West-Ost-Richtung vom Schwarzwald über Oberschwaben entlang der Grenze zu Österreich über Oberbayern bis nach Neuburg am Inn. Bei den Schadenstrichen waren nahezu alle Kulturen betroffen. Von Gemüse über Obst und Wein bis hin zu den Ackerkulturen waren teils schwerste Schäden zu verzeichnen. Maisbestände wurden derart geschädigt, dass sie direkt zum Umbruch freigegeben wurden, um Gras nachzusäen oder wo möglich erneut Mais zu legen. Verursacher waren so genannte Superzellen, die von Frankreich kommend über Baden-Württemberg und Bayern bis nach Österreich und Tschechien Hagelschneisen auf einer Länge von mehreren hundert Kilometern verursachten. Örtlicher Starkregen mit enormen Regenmengen aus sog. „Wasserbomben“ und Hagelschlossen in der Größe von Tennisbällen führten zu den genannten extremen Schäden.

Erneut schwere Frostschäden

Auch im vergangenen Jahr mussten die Obst- und Weinbaubetriebe um ihre Ernte fürchten. Die in der Blüte besonders frostempfindlichen Bestände wurden durch die kalten Nächte Anfang April stark geschädigt. Der Gesamtschaden allein in Süddeutschland dürfte bei rund 75 bis 85 Mio. Euro gelegen haben (versichert und unversichert). Die Erwerbsobstbauern zeigten sich trotz des dramatischen Ausmaßes erleichtert, dass ein Teil der Schäden versicherungstechnisch abgedeckt ist. Seit einiger Zeit fördern die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Sachsen die Frostpolice für Winzer und/oder Obstbauern finanziell. 2021 war übrigens schon das vierte Frostschadenjahr innerhalb der letzten sechs Jahre.

Dank an die Sachverständigen

Rund 125.000 einzelne Feldstücke mit einer Gesamtfläche von 335.000 Hektar haben die Sachverständigen im letzten Jahr europaweit begutachtet, einen großen Teil davon während oder kurz vor der Ernte. Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Mugele betonte, dass ihnen ein besonderer Dank gelte, seien sie doch über die eigentliche Schadenregulierung hinaus ein wichtiges Bindeglied zwischen den Mitgliedern und ihrer Versicherung. (VEREINIGTE HAGEL)

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