VEREINIGTE HAGEL: Rückblick auf Geschäftsjahr 2020

Die VEREINIGTE HAGEL gab bei der 28. Mitgliedervertreterversammlung am 14. Juni in Gießen einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2020.

Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Mugele begrüßt die Teilnehmer. Bild: VEREINIGTE HAGEL.

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Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Mugele begrüßte die Mitgliedervertreter der VEREINIGTEN HAGEL zur diesjährigen Versammlung, die sowohl in Präsenz im Direktionsgebäude als auch digital statt fand. Dabei galt sein besonderer Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Sachverständigen, die auch unter den Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie für die Mitglieder da sind und deren Versicherungsschutz jederzeit sicherstellen.

Rückblickend schließt die VEREINIGTE HAGEL das Jahr 2020 trotz regional und vor allem individuell teils heftiger Schäden als moderates Schadenjahr ab, wie der Vorstandsvorsitzende Dr. Rainer Langner berichtete.Für das Gesamtunternehmen steht insgesamt eine Schadenquote von rund 57% zu Buche.

Im Ausland verzeichnete Luxemburg ein Überschadenjahr aufgrund von extremen Dürreschäden bei Ackerkulturen und Grünland, die im Großherzogtum mit einer Prämienförderung von 65% versicherbar sind. Auch das Baltikum hatte im letzten Jahr überdurchschnittlich viele Schäden zu verzeichnen. Die anderen ausländischen Niederlassungen wurden weit weniger von Unwettern getroffen und leisteten ihren Beitrag zum insgesamt positiven Ergebnis.

Dass eine umfassende Mehrgefahrenversicherung immer wichtiger wird, zeigte sich beim Rückblick auf das Wetter-und Schadengeschehen des letzten Jahres. Alle Wetterunbilden sorgten für Schäden in der Landwirtschaft sowie im Obst-, Gemüse-und Weinbau. Ende Juni reichte der Schadenstrich europaweit von Luxemburg bis in das Baltikum. Ende Juli war dann Bayern mit Schwerpunkten in Niederbayern und der Oberpfalz besonders betroffen.

Im Inland hat vor allem der Frost wieder zugeschlagen. Das im Dezember 2019 in Baden-Württemberg neu entwickelte Pilotprojekt zur Förderung der Frostversicherung für den Wein-und Obstbau hat damit sein Ziel erreicht, den Betrieben eine finanzierbare Absicherung gegen existenzgefährdende Frostschäden zu ermöglichen und gleichzeitig unbürokratisch Entschädigungsleistungen zu erhalten. Mit rund 14.000 ha sei bereits über ein Drittel der versicherbaren Fläche dadurch bereits abgesichert gewesen, berichtete Vorstandsmitglied Thomas Gehrke. Neben den Obst-und Weinkulturen seien flächendeckend auch landwirtschaftliche Bestände, vor allem Wintergerste, von den Spätfrösten betroffen gewesen. Bei allen relevanten Kennzahlen –versicherte Fläche, Versicherungssumme und Beitrag –konnten im Jahr 2020 wieder Zuwächse erzielt werden. Insgesamt hatte die VEREINIGTE HAGEL 5,6 Mio. Hektar mit einer Versicherungssumme von rund 10 Mrd. Euro in Deckung. Der Versicherungsbeitrag betrug insgesamt rund 215 Mio. Euro.

Beitragsrückerstattung an die Mitglieder

Nach Zuführung zu den gesetzlichen und satzungsgemäßen Rückstellungen sowie der Stärkung der Schwankungsrückstellung für zukünftige schwere Schadenjahre sind rund 8 Mio. Euro als Rückstellung für Beitragsrückerstattung in der Bilanz 2020 reserviert. Alle Mitglieder der VEREINIGTE HAGEL, die zur Ernte 2020 eine Police für den Kulturbereich Landwirtschaft abgeschlossen hatten, 10% ihres dafür gezahlten Beitrags zurück –unabhängig davon, ob sie selbst im vergangenen Jahr einen Schaden hatten oder nicht. Die Abwicklung erfolgt automatisch im Herbst dieses Jahres, sofern der Vertrag nicht gekündigt ist. Die Mitglieder brauchen also nichts selbst zu unternehmen.

Aktives und passives Risikomanagement

Neben dem klassischen passiven Risikomanagement, also der finanziellen Entschädigung durch die Versicherungs-Produktlinien Secufarm® und FarmIndex, ist die VEREINIGTE HAGEL seit mittlerweile fast zwei Jahren auch Partner für das aktive Risikomanagement in der Landwirtschaft. Der Erfolg aller betrieblichen Maßnahmen –von der Aussaat über die Düngung bis hin zu Pflanzenschutzmaßnahmen –hängt im Wesentlichen von der Verfügbarkeit valider Wetterdaten und einer präzisen Prognose ab. Mit meteosol®, der Kooperation von VEREINIGTE HAGEL und Jörg Kachelmann, steht ein Netzwerk an Wetterstationen bereit, deren Daten ausschließlich nach wissenschaftlichen Kriterien erhoben werden. Die lokalen Wettervorhersagen, in die die Stationsdaten einfließen, ermöglichen somit eine verlässliche Planung der Arbeiten. Warnfunktionen z. B. für Frost oder die Angabe der sog. Feuchtkugeltemperatur ermöglichen insbesondere Obstbauern und Winzern rechtzeitig die erforderlichen Gegenmaßnahmen einzuleiten. Mit mittlerweile über 600 eigenen Stationen verfügt meteosol® bereits über eines der größten Wettermessnetz-werke in Deutschland. Ziel ist es, neben den DWD-Stationen in jeder Gemeinde mindestens eine Station zu betreiben, um die Genauigkeit der Wetterinformationen insgesamt weiter zu optimieren. (VH)

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