Smart Fertilizing: Digitalisierung treibt Präzision voran

VDI Umfrage: Autonome Ausbringungstechnik noch keine echte Alternative Düngungsmaßnahmen sind eine Grundlage zur Ernährung von Kulturpflanzen und die Sicherung hoher und stabiler Erträge.

Smart Fertilizing: Digitalisierung treibt Präzision voran. Bild: GABOT.

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Durch die verschärften Umweltvorschriften für das Düngen und die technische Entwicklung wird der Trend zur Hightech-Landwirtschaft auf. Deutschlands Landwirtschaftsbetrieben beschleunigt. Ein großer Fortschritt ist dabei, dass durch eine zunehmende Digitalisierung und Vernetzung bei der Planung und bei der Ausbringung von organischen und mineralischen Düngern, die Präzision der Düngung erhöht wird. Dies geht aus der aktuellen Mitgliederumfrage des VDI-Fachbereichs Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik (MEG) hervor, deren Ergebnisse im Rahmen der Tagung Land Technik 2017 vorgestellt wurden„Des Weiteren sehen die Mitglieder die Landmaschinenindustrie in der Pflicht, gegenüber Anforderungen durch den Gesetzgeber proaktiv innovative technische Lösungen zu entwickeln“, meint Prof. Dr. Peter Pickel, Vorsitzender des VDI-Fachbereichs MEG und Deputy Director des John Deere European Technology Innovation Center.

Außerdem genießt der Einsatz von N-Sensoren bei den Befragten hohes Vertrauen. N-Sensoren bestimmen den Stickstoffgehalt in Echtzeit und kalkulieren daraus die aktuelle Applikationsmenge. Diese Maßnahmen sind für die Landwirte zwar positiv, führen aber nur bedingt zu einer höheren gesellschaftlichen Akzeptanz der Düngung in der Bevölkerung, führt Pickel weiter aus.

Die größte Unsicherheit bei den Befragten besteht bei der autonomen (fahrerlosen) Ausbringungstechnik. Hier reichen Vorstellungskraft und Vertrauen in die technische Entwicklung noch nicht aus, um darin eine echte Alternative zur klassischen Ausbringungstechnik zu sehen. Noch geringer ist die Hoffnung auf „smarte“ Mineraldüngemittel, die die Nährstoffe in Abhängigkeit von Pflanzenbedarf und Niederschlag freigeben. Nur jeder Dritte glaubt, dass das zukünftig möglich sein wird. 

Technik ist verbesserungsfähig

„Die technischen Möglichkeiten für Smart Fertilizing sind schon weit entwickelt und eingeführt“, sagt Hubertus Paetow, Landwirt und Vorstand DLG e.V.. Die Präzision der Ausbringung könne aber noch weiter verbessert werden. Das größte Potenzial liege dabei in der Verbesserung der Algorithmen und Kombination der Sensorsysteme für die teilflächenspezifische Düngung. Hersteller haben hierfür viele sinnvolle Innovationen entwickelt und die Landwirte seien auch bereit, diese in Form von modernen Maschinen auf den Betrieben einzuführen schlussfolgert der Landwirt.

Satelliten und Drohnen als Informationsquelle

Dr. Norbert Rauch, Gesellschafter bei der Rauch Landmaschinenfabrik GmbH stimmt dem zu und geht sogar noch einen Schritt weiter. „Umfangreiche, teilweise bereits verfügbare Weiterentwicklungen im Datenmanagement werden bedeutende Effizienzsteigerungen ermöglichen. Aus der Ferne kann z.B. der Zustand und die Arbeit des Düngerstreuers verfolgt werden“, so Rauch. Daten von Satelliten und Drohnen können hilfreiche Informationen über den Ernährungszustand der Pflanzen liefern und diese mit den Bodenproben abgleichen. Mittels Datentransfer zu Spezialisten und erarbeiteter Zusammenführung dieser Daten könne mit einer optimierten Düngerapplikationskarte eine weitere Präzision der Applikationsmenge pro Flächeneinheit erzielt werden, so der Landmaschinenhersteller.

N-Dünger als Basis für intelligente Düngungssysteme

Laut Dr. Carola Schuster, Leiterin Zentralbereiche Forschung und Entwicklung, SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH, liegt die Basis für effiziente Düngungssysteme im innovativen N-Dünger. Sie können in der Landwirtschaft flexibel und intelligent abgestimmt auf die jeweiligen Bedingungen eingesetzt werden, so Dr.Schuster, Harnstoff kombiniert mit Urease- und Nitrifikationsinhibitor bietet größtes Potenzial, die Dünger-N-Effizienz zu steigern und damit sowohl wirtschaftlichen als auch ökologischen Anforderungen Rechnung zu tragen. Umfassend könne das generelle Ziel einer effizienten N-Düngung aber nur im intelligenten Zusammenspiel von innovativer Düngemittelindustrie, kenntnisreicher, aufgeschlossener Landwirtschaft und moderner Technik im Bereich Pflanzenernährung erreicht werden, schlussfolgert Schuster.

Fachlicher Ansprechpartner im VDI:

Dr. Andreas Herrmann VDI-Fachbereich

Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik (MEG)

Telefon: +49 211 6214-372

Telefax: +49 211 6214-177

E-Mail: herrmann@vdi.de

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