Schleswig-Holstein: Rund 781.000 Weihnachtssterne im Anbau

Rot, leuchtet der vertraute Weihnachtsstern alljährlich zur besinnlichen Winterzeit in deutschen Wohnzimmern. Als Liebesstern "Étoile d’amour" wird er in Frankreich verkauft.

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Rot, leuchtet der vertraute Weihnachtsstern alljährlich zur besinnlichen Winterzeit in deutschen Wohnzimmern. Als Liebesstern „Étoile d’amour“ wird er in Frankreich verkauft. „Flores de Noche Buena“ – die Pflanze der heiligen Nacht – heißt es auf mexikanisch. Weltweit hat der Weihnachtsstern unterschiedliche Bedeutungen und wird zu unterschiedlichen Anlässen verkauft. In Schleswig-Holstein ist er zur Adventszeit gefragt. In wenigen Tagen ist der erste Advent und wie die Landwirtschaftskammer auf dem Betrieb von Werner Pein in Halstenbek mitteilte, beginnt nun die Hauptverkaufszeit für den Weihnachtsstern.

Gärtnern und Blumenliebhabern steht auch in diesem Jahr wieder eine große Auswahl an Sorten, Farben und Formen zur Verfügung. Hier im Blumenhof Pein stehen allein etwa 40 Schönheiten. Auf einer Gewächshausfläche von rund 6.500 m² sowie einer 2.700 m² großen Verkaufsfläche präsentiert der Betrieb sein Angebot. Für Werner Pein hat Kundenzufriedenheit oberste Priorität. „Qualität, Frische und Vielfalt sind bereits in der dritten Generationen unser Markenzeichen – und das soll auch so bleiben.“

Dr. Hans Hermann Buchwald, Vorstandsmitglied der Landwirtschaftskammer, verwies auf die hohe Bedeutung der Regionalität für die Gartenbauwirtschaft hierzulande: „Wenn Sie Weihnachtssterne ,Made in Schleswig-Holstein‘ verschenken, schenken Sie Freude, stärken die heimische Wirtschaft, verzichten auf lange Transportwege und verschenken ein echtes regionales Produkt.“

Neuheitenauswahl
Im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer wie auch in den gärtnerischen Versuchsanstalten in Hannover-Ahlem wird jedes Jahr eine Fülle neuer Weihnachtssternsorten deutscher und internationaler Züchter unter die Lupe genommen. Dabei wird entschieden, welche Sorten zum Beispiel im nächsten Jahr ins Kulturprogramm aufgenommen werden, weil sie besondere Eigenschaften haben.

Die Verbraucher profitieren davon, weil sie auf dem Markt immer wieder neue Farben und Formen, aber auch die Klassiker in Rot finden. Die Gärtner freuen sich über neue Absatzchancen durch besondere Sterne im Sortiment. Eine moderne Gärtnerei wie der Blumenhof Pein hat immer ein vielfältiges Sortiment und darunter auch viele neue Sorten.

Sterne in Zahlen
Alle vier Jahre fragen die Statistiker des Landes die Gärtner, wie viel Pflanzen sie in deren Gewächshäusern heranziehen. Bei der jüngsten Erhebung (2012) waren das 781.000 Pflanzen in Schleswig-Holstein, davon wachsen gut die Hälfte im Kreis Segeberg und rund 10% hier im Kreis Pinneberg. Deutschlandweit werden nach Angaben der Vereinigung der Weihnachtssternzüchter rund 35 Mio. Sterne gezogen, das bedeutet, dass durchschnittlich in jedem Haushalt ein Weihnachtsstern seine Pracht entfaltet.

Platz 2 für die Beliebtheit
Obwohl der Weihnachtsstern nur wenige Wochen verkauft wird, liegt er in der „TOP-10“ der Zimmerpflanzen auf Platz 2 mit einem Marktanteil von 10%. Auf Platz 1 rangiert die Orchidee.

Auch 2015 bleibt Rot (von Rot-Orange bis Bordeaux) mit 80% der in Deutschland produzierten Weihnachtssterne die dominierende Farbe. 10% entfallen auf weiße Sterne, 4% auf zweifarbige, 2% auf rosafarbene und 4% auf andere Farben. Viele Christsterne sind „von hier“. Laut Stars for Europe, der Vereinigung der europäischen Weihnachtssternzüchter, werden rund 85% der 35 Mio. in Deutschland verkauften Weihnachtssterne auch hier produziert.

Farbige Hochblätter sind ihr Markenzeichen
Das Besondere am Weihnachtsstern sind die dekorativen Brakteen, das sind die farbigen Hochblätter. Es gibt sie in Weiß, gesprenkelt, lachsfarben, Rosa, Pink bis hin zu klassisch Rot – die Farbenvielfalt hat in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen. Dabei gibt es auch unterschiedliche Formen bei den Hochblättern von glatt, über geriffelt bis hin zur Rosette. Auch die Größe der Sterne variiert.

Historie: Ursprung in Mittelamerika
Vor rund 200 Jahren schickte der erste Botschafter der USA in Mexiko mit Namen Joel Poinsett, einige Pflanzen zur Sichtung in seine Heimat Philadelphia. Ihm zu Ehren wurde die Pflanze „Poinsettie“ getauft. Die Pflanze ist noch heute unter dem Namen Poinsettie bekannt. Erst etwa 100 Jahre später kamen die ersten Pflanzen nach Europa. Seine Karriere als „Weihnachtspflanze“ startet der Christstern zunächst als Schnittpflanze. Erst in den 1950er Jahren gelang es der Züchtung kurzstielige, kompakte Topfsorten zu züchten. Damit etabliert sich der Christstern auch als Zimmerpflanze und Tischdeko, wie wir ihn heute kennen. Heute ist er eine der beliebtesten Zimmerpflanzen.

Warum er zu Weihnachten blüt
Da die Blüte durch anhaltende Kurztage ausgelöst wird, blühen die Pflanzen, mit Unterstützung durch ein angepasstes Lichtprogramm der Gärtner, bei uns zur kalten Jahreszeit. Durch Kältereize wird die Pflanze stabiler im Wuchs und die Farben kräftiger. Während die Wildform eine Höhe von bis zu vier Metern erreichen kann, sind die kultivierten Formen deutlich kleiner.

Weihnachtssterne gehören zum Advent
Weihnachtssterne sind aus der Adventszeit nicht wegzudenken. Sie haben nach wie vor eine hohe Symbolkraft für die Deutschen. Ob nun für die eigene Tischdekoration oder als Geschenk, der Weihnachtsstern erfreut sich großer Beliebtheit. Insbesondere wer regionale Produkte verschenken möchte, wird regional in Schleswig-Holstein mehr als fündig.

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