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Royal FloraHolland: Strategische Partnerschaft mit der FM Group
Frank Koenen, CEO der FM Group: „Wir waren uns schon immer bewusst: Man muss es gemeinsam angehen. Wenn man transparent zusammenarbeitet, kommt man als Branche am weitesten.“
Von der Fusion von Fleura und Metz im Jahr 2009 bis hin zu den jüngsten Zuwächsen, darunter die Verdel Groep und Hilverda De Boer: FleuraMetz, auch bekannt als FM Group, ist ein Unternehmen im Aufschwung. Das muss auch so sein, wenn man auf dem dynamischen internationalen Markt für Blumen und Pflanzen mithalten will. Ursprünglich richtete sich die FM Group auf den Fachhandel (Blumenhändler und Großhandel) aus, durch die Übernahme der Verdel Groep nun auch auf Supermärkte. Die FM Group hat eine starke Position in Europa, aber auch darüber hinaus. Das Unternehmen wächst rasant in Australien und ist ein wichtiger Akteur in Amerika, dem nach Deutschland größten Markt für die FM Group.
Frank Koenen: „Dies ist eine Branche, in der man selbst mitwirken muss, um seine Ideen zu verwirklichen. Das gilt ganz besonders für die Geschäftsführung. Oft sieht man schnell Ergebnisse: Das macht die Arbeit befriedigend. Die kurzen, informellen Kommunikationswege untereinander und die niederländische Direktheit tragen dazu bei. Das merke ich auch in der Zusammenarbeit mit Royal FloraHolland.“
Wie sah die Zusammenarbeit zwischen der FM Group und Royal FloraHolland bisher aus?
Frank Koenen: „Wir haben schon immer mit Royal FloraHolland zusammengearbeitet, zum Beispiel in der Vorreitergruppe, auf strategischer Ebene, bei der Logistik und bei Floriday. Natürlich gibt es dabei Höhen und Tiefen. Und manchmal kommt auch Misstrauen auf: ‚Was machen die da denn jetzt schon wieder?‘ Aber ich halte nicht viel von Misstrauen. Es bremst die Entwicklung. Man sollte das Gespräch suchen, wenn man sich nicht richtig versteht.
Ein konkretes Beispiel: Mit Floriday hatten wir anfangs einige Probleme. Aber dann setzt man sich miteinander ins Gespräch und schaut, wie man gemeinsam eine Lösung finden kann. Und schau, wo wir jetzt stehen. Solche Entwicklungen kosten Zeit und Mühe, aber langfristig profitieren wir alle davon.“
Martin de Ruiter (CCO Käufer bei Royal FloraHolland) schließt sich diesen Worten an. „Manchmal heißt es: Ihr bei RFH hört nur auf die Großen. Das stimmt nicht. Wir hören vor allem den Akteuren zu, die die Branche als Ganzes voranbringen wollen – egal ob groß oder klein. Und dafür ist die FM Group ein gutes Beispiel. Hier in den Niederlanden diskutieren wir oft über Themen, die vor allem für die Niederlande relevant sind. Frank Koenen bringt eine viel internationalere Perspektive ein.
Ein Beispiel hierfür sind die derzeitigen Transportbehälter und Verpackungen für Schnittblumen. Reicht die traditionelle Struktur des Schnittblumenvertriebs in Europa aus, um unsere Spitzenposition auf dem europäischen Markt zu behaupten und als Branche darüber hinaus zu wachsen? Ist beispielsweise der Transport von Blumen auf Wasser nicht überholt? In anderen, weit von uns entfernten Märkten läuft alles über Kartons, wobei jeder Karton bereits in der Gärtnerei individuell zusammengestellt wird. Die Situation ist in jedem Land anders.“
Frank Koenen: „Verpackungen auf Wasser lassen sich nur schwer automatisieren und machen den Transport – gerade in diesen Zeiten – unnötig teuer. Hinzu kommt, dass wir zudem mit nicht individuellen, also nicht scanbaren Fässern arbeiten. Das führt zu viel Doppelarbeit in der gesamten Vertriebskette und macht uns weniger effizient.“
Martin de Ruiter: „Du sagst eigentlich schon seit einiger Zeit: ‚Es ist Zeit für eine Erneuerung unserer Vertriebsmodelle.‘ So hältst du uns als Genossenschaft und als Branche auf Trab, was die Zusammenarbeit und den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Niederlande als Zierpflanzenanbaugebiet angeht.“
Was ändert sich durch die strategische Partnerschaft?
Frank Koenen: „Eigentlich gab es diese Partnerschaft bereits. Wir haben uns regelmäßig auf strategischer Ebene ausgetauscht.“
Martin de Ruiter: „Konkret verbinden wir nun unsere Organisationen auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Bereichen miteinander. Nicht nur auf strategischer Ebene, sondern beispielsweise auch in den Bereichen IT, Vertrieb und Logistik. Wir schauen: Welche Projekte laufen gemeinsam in unseren Unternehmen? Und sind wir der Meinung, dass sie ausreichend vorankommen? Es ist also nicht mehr so, dass der eine gegen den anderen drückt oder umgekehrt, nein, wir ziehen wirklich gemeinsam an einem Strang.“
Frank Koenen: „Früher war es doch noch vor allem eine Lieferanten-Kunden-Beziehung. Jetzt arbeiten wir viel bewusster und strukturierter zusammen. Denn wir wissen, dass wir auf diese Weise weiterkommen.“
Welchen Wert hat diese Partnerschaft für die Branche?
Frank Koenen: „Je besser man sich gegenseitig versteht, desto weniger verliert man den Kontakt zueinander. Royal FloraHolland sieht nun beispielsweise aus der Innenperspektive, welche Rolle Nachhaltigkeit in unserem Unternehmen und auf unserer Seite der Lieferkette spielt. Indem man sich gegenseitig von innen heraus versteht, tut man das, was wirklich nötig ist, um sich gegenseitig im Bereich der Nachhaltigkeit voranzubringen, aber auch bei vielen anderen Themen, die in der Branche, bei der FM Group und bei Royal FloraHolland eine Rolle spielen.“
Martin de Ruiter: „Es ist lehrreich, auf diese Weise miteinander zusammenzuarbeiten. Bei jeder neuen Entwicklung stellen wir Annahmen auf. Aber diese Annahmen stimmen nicht immer. Ich erinnere mich noch daran, dass wir in den Anfängen von Floriday dachten, alle Exporteure würden auf ähnliche Weise arbeiten. Das war also absolut nicht der Fall. Durch die systematische Zusammenarbeit mit der FM Group überprüfen wir unsere Annahmen sofort in der Praxis, und zwar auf vielen verschiedenen Ebenen.“
Was lernt ihr voneinander?
Martin de Ruiter: „Was ich von Frank lerne, ist, stets die Interessen der Branche in den Vordergrund zu stellen. Er investiert unglaublich viel Zeit darin, seine Beziehungen zu pflegen und sein Engagement in Gremien und über Interessenverbände zu zeigen. Meiner Meinung nach ist die FM Group stets bestrebt, die Branche voranzubringen.“
Frank Koenen: „Aber das sehe ich auch als unsere Verantwortung an, als großer Akteur auf dem Markt. Auch wenn wir das schon getan haben, als wir noch kleiner waren. Was ich von Martin und Royal FloraHolland lerne, ist: Wenn man bereitwillig ist, kann man sich gegenseitig wirklich weiterhelfen. Die Übernahme von Blueroots durch Floriday war für mich ein Beispiel für eine solche positive Entwicklung. Für alle Glieder der Kette gilt: Überwinde deine Vorbehalte und betrachte das übergeordnete Interesse. Davon profitieren letztendlich wir alle.“

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