Pflanzenschutzamt: Fliegen schädigen Obst, Walnüsse und Sonnenblumen

Neue Schäden an den Beerenfrüchten, Walnüssen und Sonnenblumen sorgen zurzeit für besorgte Anrufe im Pflanzenschutzamt. Verursacht werden diese Schäden durch nichteuropäische Fliegenarten, die sich in den vergangenen fünf Jahren in Berlin etabliert haben.

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Neue Schäden an den Beerenfrüchten, Walnüssen und Sonnenblumen sorgen zurzeit für besorgte Anrufe im Pflanzenschutzamt. Verursacht werden diese Schäden durch nichteuropäische Fliegenarten, die sich in den vergangenen fünf Jahren in Berlin etabliert haben. Dabei handelt es sich um die Kirschessigfliege, zwei Walnussfruchtfliegenarten und um die Sonnenblumenfruchtfliege.Die genannten Arten sind aus verschiedenen Gründen nicht mit den bekannten herkömmlichen biologischen oder chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen zu regulieren und können sich im professionellen und privaten Anbau rasch ausbreiten und die Früchte schädigen.

Kirschessigfliegen Drosophila suzukii
Die Kirschessigfliege Drosophila suzukii schädigt dünnschalige Früchte wie Kirschen, Himbeeren, Blau- und Brombeeren, Erdbeeren, Weintrauben und viele Wildfrüchte.

Sie legt ihre Eier in nahezu reifes, gesundes Weichobst ab. Äußerlich ist sie der heimischen Gärfliege ähnlich, die jedoch nur überreifes, faulendes Obst zur Eiablage nutzt. Nach wenigen Tagen sind die bis zu 5 mm langen Maden auf den Früchten erkennbar. Das Fruchtfleisch wird weichfaul, zersetzt sich und das Obst ist nicht mehr appetitlich.

Da als Gegenmaßnahmen keine Insektizide zur Verfügung stehen, sollten gegen die weitere Ausbreitung konsequent Abpflücken alle auch der bereits befallenen Früchte entfernt, in verschlossene Tüten gegeben und dem Hausmüll zugeführt werden.

Schadbild durch die Walnussfruchtfliege
Walnüsse mit schwarz verfärbten Nusshüllen sind zurzeit deutlich an den Bäumen erkennbar. Unter der Schale fressen bis zu 10 mm lange Maden der Walnussfruchtfliege. Zwei Arten, Rhagoletis completa und Rhagoletis suavis, sind inzwischen in Deutschland bekannt und auch in Berlin nachgewiesen.

Ihre Bekämpfung ist wegen der Entwicklung innerhalb der Schalen und wegen der Größe der Walnussbäume mit Insektiziden nicht möglich.

Auch hier sollten die betroffenen Früchte abgepflückt und aufgesammelt und anschließend in verschlossenen Tüten entsorgt werden.

Die Maden aus den Fruchtschalen lassen sich auf den Boden fallen, um sich hier zu verpuppen und auch zu überwintern. Deshalb ist es ratsam befallene schwarze Nusshüllen sofort zu entsorgen. Wo es die Örtlichkeiten zulassen, kann mit Fliegennetzen bzw. Vlies unter den Walnussbäumen ein Eindringen der Maden in den Boden verhindert und so im nächsten Sommer der Schlupf erschwert werden. Meisen und Amseln beteiligen sich in der Regel an der Vertilgung der Fliegenmaden an den Nussbäumen.

Sonnenblumenfruchtfliege
Deutliche Schadbilder der Sonnenblumenfruchtfliege Strautzia longipennis sind umknickende Sonnenblumen während der Blüte. Die Maden fressen vor allem im unteren Stängelabschnitt. Außer Sonnenblumen werden auch Topinambur und Runzeliger Wasserdost als Wirtspflanze genutzt.

Bleiben Pflanzenreste über Winter im Boden, kann diese Fliege im nächsten Jahr erneut für einen Befall sorgen. Sämtliche Stängelreste mit derartigen Befall sollten noch vor dem Winter über den Hausmüll oder Laubsäcke entsorgt werden.

Walnussfruchtfliege und Sonnenblumenfruchtfliege gehören zu den außereuropäischen Fruchtfliegen und stehen dadurch unter Quarantäne. Aufgrund der großen Ausbreitung der Walnussfruchtfliege wird über diesen Status derzeit diskutiert. Anders verhält es sich bei der Sonnenblumenfruchtfliege. Da in Berlin professionell keine Sonnenblumen angebaut werden, sind hier keine besonderen Eindämmungsmaßnahmen notwendig.

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