Pflanzenschutz: Buchsbaumzünsler breiten sich weiter aus

Ursprünglich stammt der Buchsbaumzünsler aus Ostasien. Der Schädling mit dem lateinischen Namen Diaphania perspectalis wurde vermutlich mit Pflanzenlieferungen in Schiffscontainern importiert.

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Ursprünglich stammt der Buchsbaumzünsler aus Ostasien. Der Schädling mit dem lateinischen Namen Diaphania perspectalis wurde vermutlich mit Pflanzenlieferungen in Schiffscontainern importiert. Der Zünsler ist in der Lage, Buchsbäume vollständig zu zerstören Er hat in Deutschland bisher vor allem entlang des Rheins deutliche Spuren hinterlassen. Da der unscheinbare Falter und seine Raupen in Deutschland keine natürlichen Feinde haben, können sich die Tiere schnell vermehren. Deshalb ist eine effektive und zuverlässige Bekämpfung besonders wichtig.

Die kleinen deltaförmigen Falter halten sich vor allem an der Unterseite der äußeren Blätter auf und legen dort ihre Eier ab. Da die Tiere auf anderen Pflanzen leben und tatsächlich nur zur Ei-Ablage den Buchsbaum besuchen, ist es nicht einfach, eine Gefährdung festzustellen. Typisch für die Falter sind die weißen Flügel mit bräunlichem Rand. Es wurden aber auch schon schwarz-braune Tiere mit weißen Punkten gesichtet. Aus den Eiern schlüpfen bei Temperaturen über 7 °C die knapp fünf Millimeter großen, grünlichen Raupen mit schwarzen Punkten und dunklem Kopf. Der Befall breitet sich rasant aus und kann besonders in großen Beständen kostenintensive Schäden verursachen.

Häufig werden die Buchsbaumzünsler erst dann entdeckt, wenn die Pflanze schon fast zerstört ist. Der Grund: Die Larven beginnen gut versteckt im Inneren des Buchsbaums zu fressen. Erste Anzeichen sind beige-gelbliche Blätter. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Blätter dann bis zu dem Mittelrippen abgefressen. Außerdem ist die grüne Rinde der Äste bis zum Holz vernichtet. Das führt zum Eintrocknen der Blätter, die Pflanzenteile oberhalb der Fraßstelle sterben ab. Besonders auffällig sind die dichten Gespinste, die oft den Buchsbaum überziehen.

Wird der Schaden entdeckt, ist schnelles Handeln wichtig. Das Absammeln der Raupen reicht dafür nicht aus: Sie flüchten bei der kleinsten Erschütterung ins Innere des Buchsbaums. Die typischen Gespinste, in denen die letzte Larvengeneration überwintert, werden meist herausgeschnitten und verbrannt – in großen Beständen eine zeitintensive Arbeit, die aber notwendig ist. Ergänzend muss gespritzt werden. Gute Erfahrungen wurden mit dem Wirkstoff Natur-Pyrethrum gemacht, der aus einer in Afrika wachsenden Chrysanthemen-Art gewonnen wird. Das Mittel gelangt über die Hautöffnungen (Stigmen) in den Körper der Raupen. Der Pflanzenschutzspezialist Progema nutzt in seinem Spritzmittel Spruzit Neu zudem Rapsöl. Das Öl weicht die Außenhaut der Raupen auf, so dass die Pyrethrum-Aufnahme deutlich erhöht ist. Im Körper schädigt der Wirkstoff dann die Reizweiterleitung im Nervensystem und führt so zu einem schnellen Absterben der Schädlinge. Das Rapsöl wirkt zudem auf die Ei-Stadien und zusätzlich auf die erwachsenen Schädlinge, indem es die Atmungsorgane schädigt. Für Warmblüter besitzt Pyrethrum lediglich eine geringe Toxizität. (txn/Aerzen).

Weitere Infos online unter www.progema.de.

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