Österreichische Hagelversicherung: 28 Mio. Euro Schaden

Vielerorts gab es in Österreich eine regelrechte Weltuntergangsstimmung mit tennisballgroßen Hagelschloßen.

Hagel in Mailberg (NÖ) am 24.06.2021. Bild: Österreichische Hagelversicherung.

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Eine Woche der Negativrekorde und der traurigen Superlative: „Aktuell gehen wir aufgrund der letzten Unwetter von einem Gesamtschaden an landwirtschaftlichen Kulturen in den Bundesländern Oberösterreich und Niederösterreich von 28 Mio. Euro aus. Ein weiterer Negativrekord in der Unternehmensgeschichte“, so Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, in einer weiteren ernüchternden Zwischenbilanz, nur 48 Stunden nach den außergewöhnlichen Schäden in Oberösterreich. „Ich habe mir bereits am Dienstag ein Bild von den massiven Hagelschäden in Oberösterreich gemacht und mit den geschädigten Landwirten gesprochen. Für die Betriebe bedeutet dieser Ertragsausfall einen massiven Einkommensverlust. Für uns ist die logische Konsequenz, eine rasche Hilfe zu leisten um ein rasches Weiterwirtschaften zu erleichtern“, erklärt Weinberger.

Die Chronologie:

Drückend heiß war es, dann zogen die ersten Gewitterwolken auf und entluden sich bis in den Abend hinein über weite Teile des Landes in unterschiedlicher Intensität. Besonders betroffen war erneut Oberösterreich, jetzt stellen aber die landwirtschaftlichen Schäden im Wein- und Waldviertel einen traurigen Rekord auf:

Niederösterreich: 19 Mio. Euro Gesamtschaden

„In Niederösterreich wurde die Landwirtschaft in den Bezirken Neunkirchen und Bruck an der Leitha geschädigt, besonders massiv waren die Hagelunwetter mit lokal starken Niederschlägen in den Bezirken Zwettl, Gmünd, Tulln, Hollabrunn und Mistelbach. Im Waldviertel und im Industrieviertel haben sich erste große Gewitterzellen am späten Nachmittag gebildet und für den ersten Hagel gesorgt. Das Weinviertel wurde am Abend zum Hotspot. Vielerorts – wie in Hollabrunn – gab es eine regelrechte Weltuntergangsstimmung mit tennisballgroßen Hagelschloßen. Vom Getreide bis zum Wein entstand auf einer Gesamtfläche von rund 26.000 Hektar ein Schaden. Oftmals ist die Ackerkultur gar nicht mehr erkennbar. Diese heutigen Unwetter in der Höhe von 19 Mio. Euro sind gigantisch und dramatisch“, zieht Ing. Josef Kaltenböck, Landesleiter NÖ-Ost, eine erschreckende Bilanz.

Oberösterreich: 9 Mio. Euro Gesamtschaden

Bemerkenswert in Oberösterreich: „Ich bin schon fast 40 Jahre bei der Österreichischen Hagelversicherung. Aber so viele Gewitterzellen, die über das ganze Bundesland hinwegzogen, habe ich noch nie erlebt! Betroffen sind alle landwirtschaftlichen Kulturen, Wintergerste ist die Hauptkultur – das Schadensausmaß reicht bis hin zu einem Totalausfall. Die Wucht der Unwetter zeigen vielerorts die schweren Sachschäden. Aber auch kleine Schäden sind dabei. Im Vergleich zum Unwetter am Dienstag waren die Hagelkörner war zwar ebenfalls groß, der Hagelschlag hatte aber nicht die Dichte. Aufgrund der bisher eingelangten Schadensmeldungen und den ersten Erhebungen unserer Sachverständigen entstand für die Landwirtschaft ein Schaden in der Höhe von 9 Mio. Euro“, so der zuständige Landesleiter in Oberösterreich, Ing. Wolfgang Winkler.

Steiermark: 600.000 Euro Gesamtschaden

Bereits in der Nacht auf Donnerstag kam es im Bezirk Murtal zu Schäden am Getreide bzw. Mais, Kartoffeln, Zwiebel und Grünland. „Der Gesamtschaden an landwirtschaftlichen Kulturen beträgt auf einer Fläche von fast 9.000 Hektar 600.000 Euro. Die Steiermark ist als Hagel-Hotspot bekannt. Glücklicherweise sind wir aber von den bisherigen schweren Hagelunwettern großteils verschont geblieben“, so Ing. Josef Kurz, Landesleiter in der Steiermark. (Österreichische Hagelversicherung)

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