NL: Baumschulen stellen sich den Herausforderungen

Die niederländische Gemeinde Zundert ist als Geburtsort von Vincent van Gogh bekannt, sie ist auch aber das Zentrum den Baumschulsektors in der Region Nord-Brabant.

Der Vorstand der GrootGroenPlus. Von links: Erik Bastiaensen, Didier Hermans, Frans van Wanrooij, Corianne Oudijk und David Bömer. Bild: GGP.

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Alljährlich findet in Zundert die Baumschulfachmesse GrootGroenPlus statt. Auch in diesem Jahr blickten alle Augen der niederländischen Baumschulwirtschaft auf diese Veranstaltung um zu sehen, wo der Sektor 18 Monate nach Beginn der Corona-Pandemie steht. In seiner Rede zur offiziellen Eröffnung der GrootGroenPlus erinnerte der Vorsitzende David Bömer daran, dass der Sektor nun dort weitermache, wo er im Frühjahr 2020 aufgehört habe. „Die Saison 2020 war eigentlich ganz gut“, sagt Bömer, “die meisten Erzeuger hatten ein gutes Jahr 2020. Und auch die Vorzeichen für 2021 stehen gut“. Doch die Betriebe haben auch Sorgen: „Wir haben Personalprobleme. Und im Moment müssen wir oft 'nein' zu unseren Kunden sagen“, führt Bömer aus und bezieht sich dabei auf eine allgemeine Knappheit von Baumschulware. Gleiches bestätigen auch die Vorstandskollegen von David Bömer: Erik Bastiaensen, Didier Hermans, Corianne Oudijk und Frans van Wanrooij sind allesamt gestandene BaumschulgärtnerInnen in den Niederlanden und Belgien. „Ja, wir haben nicht genug Mitarbeiter“, sagt Frans van Wanrooij, aber es gebe auch Lichtblicke. Die Corona-Situation habe die Menschen zurück in die Natur geführt und grüne Berufe seien jetzt wieder etwas im Aufwind. Einig ist man sich aber auch darüber, dass der Sektor mit Maschinen gegen die Personalknappheit ankämpfen muss. Die Produktion werde laufend technisiert. Damit, so die Experten, ändere sich auch das Berufsbild des Baumschulgärtners, bzw. der Baumschulgärtnerin. Das könnte das Image verbessern und den Beruf weiter attraktiv machen.

Während der Corona-Zeit sei allerdings nicht alles rosig gewesen. Einige Unternehmen seien hart getroffen worden, ebenso wie viele Familien in diesem Sektor. „Es geht nicht nur darum, Pflanzen zu produzieren“, sagt Bömer, „es ist auch sehr wichtig, sich selbst gut zu pflegen. Sorgen Sie für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Ihrem Privat- und Geschäftsleben. Halten Sie sich Zeit für sich und Ihre Familie frei“, riet er den Unternehmerkollegen, die zahlreich die Messe besuchten. „Die persönlichen Kontakte sind so wichtig“, weiß auch Didier Hermans, der sichtlich froh darüber war, sich wieder persönlich auf der Messe mit den Berufskollegen austauschen zu können.

Die Herausforderungen sind da, doch man blickt positiv in die Zukunft. Man ist jetzt auf einem guten Weg 'back to normal' im Baumschulsektor der niederländisch-belgischen Grenzregion.

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