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Niedersachsen: Mehr Ökofläche
Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe hat sich um 49 auf insgesamt 2741 in 2025 erhöht (2024: 2692). Leicht zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Verarbeiter (1542), nun sind es 43 weniger als 2024 (1585). Der Anteil der Ökofläche an der landwirtschaftlichen Nutzfläche liegt bei insgesamt 6,2% (0,2% mehr als in 2024).
Agrarministerin Miriam Staudte: „Insgesamt ist die Entwicklung der Ökobranche erfreulich. Die Zahlen zeigen, dass die Richtung auf Erzeugerseite stimmt. Gleichzeitig macht der Strukturwandel in der Lebensmittelverarbeitung auch vor Bio nicht halt und der Rückgang der verarbeitenden Betriebe setzt sich fort. Der weitere Ausbau der Ökolandwirtschaft und regionaler Öko-Wertschöpfungsketten bleibt ein wichtiges Ziel der Landesregierung, das wir weiterhin mit diversen Maßnahmen fördern.“
Die Nachfrage sei weiterhin da: Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken wächst weiter. Im zweiten Quartal 2026 stieg er um 3,8 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 auf 4,75 Mrd. Euro laut Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).
Die Zielzahlen des Niedersächsischen Weges – 10% ökologisch bewirtschafteter Fläche bis 2025 – werden auch mit dem deutlichen Wachstum der Fläche nicht erreicht. Die Vorgaben wurden zu Beginn des Niedersächsischen Weges (2020) beschlossen und waren zu dem Zeitpunkt auch durchaus realistisch – damals lag das Wachstum bei jährlich 10 bis 12%. Nicht vorhersehbar waren jedoch beispielsweise die multiplen globalen Krisenlagen der vergangenen Jahre – unter anderem der Ukrainekrieg und die damit verbundene Energiekrise – die zu Unsicherheit und Einbußen in der Landwirtschaft und der Biobranche geführt haben. Die Ausbauziele bleiben für die Landesregierung jedoch weiterhin richtig – auch wenn die Entwicklung etwas langsamer voran geht als ursprünglich erwartet.
Wie unterstützt die Landesregierung den Ökolandbau?
Einige Beispiele: Die niedersächsische Landesregierung stellt jährlich 1,4 Mio. Euro bereit, um verschiedene Maßnahmen zur Förderung des Ökologischen Landbau zusätzlich zu der flächenbezogenen Umstellungs- und Beibehaltungsprämien der EU bereitzustellen. Ein wichtiges Instrument ist dabei die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von nicht investiven Projekten im ökologischen Landbau (Richtlinie Ökolandbau). Über diese Richtlinie werden unter anderem praxisnahe Versuche, Informations- und Wissenstransferveranstaltungen, Beratung, aber auch der Ausbau von Wertschöpfungsketten gefördert.
Darüber hinaus fördert Niedersachsen derzeit insgesamt fünf Öko-Modellregionen (ÖMR) im Landkreis Schaumburg, die ÖMR Göttingen, ÖMR Hameln-Pyrmont, ÖMR Hasetal und die ÖMR Uelzen. Über einen Förderzeitraum von drei Jahren wird jede ÖMR mit Landesmitteln in Höhe von 180.000 Euro über die Richtlinie Ökolandbau gefördert.
Im Bereich des Ökolandbaus kommt dem Bereich Ausbildung und Qualifizierung eine hohe Bedeutung zu. So finden sollen auch im Winter 2026/27 wieder Praxisseminare zur Qualifizierung von Ausbilderinnen und Ausbildern im Beruf Landwirtin bzw. Landwirt im Ökologischen Landbau stattfinden. Ebenfalls planen wir die Durchführung von Marktinformationsveranstaltungen und eine detaillierte Analyse der niedersächsischen Ökobranche, durch die für Transparenz bei allen Marktakteuren führen soll.
Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte ist darüber hinaus gelungen, die bundesweiten Ökofeldtage 2027 nach Niedersachsen zu holen. Sie werden am 16. und 17. Juni 2027 in Amelinghausen im Landkreis Lüneburg stattfinden. Damit werden die Öko-Feldtage erstmals in Norddeutschland Station machen. Die Veranstaltung wird der niedersächsischen Öko-Branche eine sehr gute Chance bieten, sich einem bundesweiten Publikum zu präsentieren und gleichzeitig interessierten Landwirtinnen und Landwirten die Möglichkeit eröffnen, mit dem Thema Ökolandbau und umweltfreundlicher Landwirtschaft in Kontakt zu kommen.
Darüber hinaus hegt das Land den Anspruch auf landeseigenen Flächen bzw. Domänen den Ökoanteil zu erhöhen bzw. Maßgaben an die zukünftige Bewirtschaftung stellen. So kommen bei Neuverpachtungen nur die Bewerber zum Zug, die eine ökologische Bewirtschaftung des Betriebes langfristig beabsichtigen. Bei einer Wiederverpachtung an denselben Pächter/Pachtfamilie, auch generationsübergreifend, ist eine Beratung bezüglich einer Umstellung auf Bio-Landwirtschaft nachzuweisen.
Wie werden die Daten erhoben?
Bis letztes Jahr wurden die Ökostrukturdaten (Ökofläche und Anzahl Ökobetriebe) von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Mitte des Jahres für das vergangene Jahr (zum Stichtag 31.12.) für alle Bundesländer veröffentlicht. Grundlage war die Jahresmeldung der zuständigen Behörden, die auf einer Abfrage der Kontrollstellen basierte. Aufgrund einer gesetzlichen Änderung in den Erhebungsvorgaben wird die Fläche ab 2025 auf Bundesebene nicht mehr über die Meldungen der Kontrollstellen ermittelt, sondern durch die Landesämter für Statistik.
Die dieser Mitteilung zu Grunde liegenden Zahlen basieren wie bisher auf den Meldungen der Öko-Kontrollstellen an das LAVES.
Dadurch ist zum derzeitigen Zeitpunkt ein Vergleich mit den Werten anderer Bundesländer nur sehr eingeschränkt möglich.

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