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Kartoffelernte 2026: Mehrere Hitzewellen stellen vieles auf den Kopf
"Damit würden wir uns wieder im Rahmen der letzten Jahre bewegen und können auf eine besser zu vermarktende Ernte mit ordentlichen Preisen hoffen", so Olaf Feuerborn, Vorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA), zu den jüngst veröffentlichten Anbauzahlen. Die Pflanzarbeiten in weiten Teilen Deutschlands verliefen planmäßig und zügig, in den frühen Anbauregionen war Frost kein Thema. Die Erträge der Frühkartoffeln sind mit regionalen Unterschieden etwas unterdurchschnittlich. Allerdings stellte vor allem im Südwesten der Republik die Rodung aufgrund der hohen Temperaturen eine große Herausforderung dar.
Aufgrund der großen Hitze mit extremer Sonneneinstrahlung ab der zweiten Junihälfte und den Folgewochen nahmen die bislang größtenteils gut aussehenden Kartoffelbestände Schaden. Die intensive Sonne drang durch den Bestand, schädigte die Stängel und sorgte für einen stark aufgeheizten Damm. Temperaturen von 50 Grad Celsius und mehr können hier gemessen werden. „Wiederholt hohe Temperaturen – so etwas ist auch für uns Landwirte, die gelernt haben, mit Wetterextremen umzugehen, völlig neu“, kommentiert Feuerborn die Situation der letzten Wochen.
In Abhängigkeit von Sorte, Beregnungsmöglichkeit und Pflanztermin haben sich die Bestände daraufhin im Laufe der letzten Wochen sehr unterschiedlich entwickelt. Es zeigt sich schon jetzt, dass sich die außergewöhnlichen Witterungsbedingungen auf die Rodeergebnisse der sich anschließenden Bestände auswirken werden. Durch einen vielfach hohen Ansatz im Frühjahr und die in Teilen schon beendete Ertragsbildung wird mit vielen Untergrößen, aber auch unterdurchschnittlichen Erträgen zu rechnen sein.
Ausgehen kann man davon, dass die hitzegeplagten Regionen im Süden und Südwesten mehr betroffen sein werden als beispielsweise Teile Norddeutschlands. Ob der sich angekündigte Temperaturwechsel und auch mögliche Niederschlagsereignisse Auswirkungen auf Ertrag und Qualität haben werden, ist aktuell noch nicht zu beantworten.
Zu kämpfen haben die Landwirte auch in diesem Jahr mit der weiteren Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade als Überträger bakterieller Krankheiten an Kartoffeln. Im Vergleich zum letzten Jahr scheint es aufgrund der Witterungsbedingungen eine längere Flugphase gegeben zu haben, einhergehend mit der Beobachtung des sehr frühen Zuflugs im Süden Deutschlands. Das alles zeigt, dass die gemeinsamen Anstrengungen der Branche mit Behörden und Politik hinsichtlich der Eindämmung der Zikade weiterhin notwendig und zwingend erforderlich sind. Die Auswirkungen der Hitzeperioden und Trockenheit werden in nahezu ganz Europa gesehen, so dass auch hier nicht mit Übermengen zu rechnen ist. Die sich hoffentlich ergebenden Vermarktungschancen müssen genutzt werden.

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