LELF: Mehr Tannenrindenläuse durch milde Winter

Das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurerneuerung meldet das ein Grund für das vermehrte Auftreten der Tannenrindenläuse die milden Winter der letzten Jahre sind.

Gesunde Nordmann-Tanne. Bild: GABOT.

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In den letzten Wochen häufen sich beim Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurerneuerung (LELF) die Anfragen zu großen, mattschwarzen Läusen, die zum Teil in massivem Aufkommen an den Stämmen und Ästen von Coloradotannen in Parks und Gärten beobachtet werden können. Es handelt sich hierbei um die „Coloradotannen-Rindenlaus“ alias „Mattschwarze Tannenrindenlaus“ (Cinara curvipes).

Ein Grund für das vermehrte Auftreten der Tannenrindenläuse sind die milden Winter der letzten Jahre, in denen die Tiefsttemperaturen über Werten zwischen minus 10°C bis minus 13°C lagen. Ab Ende April findet man sie dann in oftmals riesigen Kolonien auch am Stamm. So können aufmerksame Gartenbesitzer sie auch jetzt vorfinden.

Dennoch gibt das LELF Entwarnung, denn der Schaden an den Tannen durch die Saugtätigkeit der Läuse hält sich in Grenzen. Die Tiere sind weder giftig noch allergieauslösend und es werden auch keinerlei Sommerblumen, Stauden, Gemüse oder Obstgehölze von ihnen befallen. Im Hinblick auf die Imkerei und den Schutz von Honig- und Wildbienen ist sogar zu beachten, dass der massenhaft gebildete Honigtau der Läuse eine bedeutsame Quelle für den Tannenhonig sein kann. Daher ist ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen diese Läuse in den großen Bäumen weder erforderlich noch sinnvoll. Auch nutzen Meisen und Rotkehlchen die Rindenläuse als Nahrungsquelle.

Am Stamm sitzende Kolonien könnten zur Minderung des Befalls mit einem scharfen Wasserstrahl abgespritzt werden. Um das Eindringen der Tiere als Lästlinge in Häuser oder Keller zu verringern, rät das LELF dazu, an entsprechender Stelle Leimringe oder doppelseitige Klebebänder anzubringen. Ab Ende Mai bis Anfang Juni beginnen die Kolonien sich dann aufzulösen, wenn die geflügelten Tiere andere Wirtsbäume zur weiteren Verbreitung aufsuchen.

Hintergrund

Die „Coloradotannen-Rindenlaus“ ist ein so genannter Phloemsauger und gehört zur Familie der Rindenläuse (Lachnidae). In Deutschland wurde sie im Jahr 2000 erstmals nachgewiesen. Seitdem gab es, insbesondere nach milden Wintern, immer wieder vereinzelt auffälliges Massenauftreten. Die Coloradotannen-Rindenlaus besitzt eine Körperlänge von bis zu 5,3 Millimeter, womit sie im Verhältnis zu anderen Läusen recht groß ist. Sie ist mattschwarz gefärbt, nur Kopf, Brust und Hinterleibsende sind glänzend schwarz. Hauptwirtspflanzen sind die Coloradotanne (Abies concolor) und die Große Küstentanne (Abies grandis), an denen sie im Frühjahr hauptsächlich an den Unterseiten der Äste, wo sie überwinter haben, Pflanzensaft saugen. Vereinzelt wird sie aber auch an anderen Tannenarten, an Serbischer Fichte, Blaufichte oder Hemlocktanne beobachtet. (LELF)

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