Laubholzbockkäfer: Quarantänezone in Murnau aufgehoben

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim (AELF) haben den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) in Murnau zusammen mit den Bürgern und dem Markt Murnau in einem gemeinsamen Kraftakt erfolgreich bekämpft.

Die ALB-Quarantänezone in Murnau konnte am 1. Januar aufgebhoben werden, die Schilder werden abgenommen. Bild: LfL.

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Die Quarantänezone Murnau konnte zum 1. Januar 2021 aufgehoben werden. Die verantwortlichen Behörden, Kommunen und Firmen haben in enger Kooperation mit den Bürgerinnen und Bürgern die Maßnahmen des EU-Durchführungsbeschlusses 2015/893 konsequent umgesetzt. Dieses entschlossene Handeln hat eine Aufhebung nach nur vier Jahren Quarantänedauer ermöglicht und der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) konnte in Murnau wieder ausgerottet werden.

Im Oktober 2016 wurde erstmals Befall durch den ALB an rund 20 Bäumen am alten Volksfestplatz festgestellt, und im Februar 2017 trat die erste Allgemeinverfügung in Kraft. Während der anschließenden Fällungsmaßnahmen im März stellten sich weitere Bäume als befallen heraus, dieses bewirkte eine Erweiterung der sogenannten Befallszone – dem Radius von 100 Metern um befallene Gehölze. Die Fällungen in der erweiterten Befallszone und die Einleitung intensiver Monitoringmaßnahmen begannen im Oktober. Im Dezember 2018 folgte die Erweiterung der Befallszone nach Norden und damit auch der Quarantänezone. Seitdem wurden im gesamten Qua-rantänegebiet intensive Monitoringmaßnahmen durchgeführt, die Quarantänezone umfasste eine Fläche von rund 1.437 Hektar. Im Zuge der Bekämpfungsmaßnahmen wurden 2.510 Eiablagen, 68 Larven und 8 lebende Käfer gefunden und deren Entwicklung sowie Verbreitung wurde verhindert. Die gefundenen 159 Ausbohrlöcher von Käfern dokumentieren, dass weiteres Potential für eine Verbreitung bestanden hätte.

Die ALB-Quarantänezone mit einem Radius von zwei Kilometern umfasste das gesamte Stadtgebiet des Marktes Murnau und der Gemeinde Seehausen. Alle öffentlichen Flächen im Stadtgebiet und Offenland sowie die größere Naturschutzflächen, z.B. Teile des Murnauer Moos, wurden dabei durch LfL-Mitarbeiter kontrolliert.

Die Spezialisten des AELF Weilheim haben die Waldgebiete innerhalb der Quarantänezone auf ALB-Befall kontrolliert. Die Kontrolle von Jungwuchszonen und gefällten Laubbäume erfolgte mit speziell ausgebildeten ALB-Spürhunden. Die Baumkletterer waren auf den Waldflächen zwischen dem ehemaligen Volksfestplatz und Staffelsee sowie am Dünaberg zur Kontrolle im Einsatz.

Die erfolgreiche Ausrottung des ALB und damit die Auflösung der Quarantänezonen gelang erstmals zum Jahresende 2015 in Neukirchen (Landkreis Passau) und dann zum Jahresende 2019 in Neubiberg. Zusammen mit Murnau konnten zum 1. Januar 2021 zwei weitere Quarantänezonen in Feldkirchen und Kelheim erfolgreich aufgehoben werden. Seit dem Erlass des EU-Durchführungsbeschluss im Jahr 2015 gilt die bundesweit einheitliche Bekämpfungs-Leitlinie des Julius Kühn-Institutes und es hat sich gezeigt, dass bei konsequenter Umsetzung der Bekämpfungsmaßnahmen die Quarantänezeit eines Befallsgebiets verringert werden kann. Diese rechtlichen Vorgaben sind die Basis für das Vorgehen der LfL und sowie der jeweils zuständigen AELF bei der Bekämpfung des ALB.

Bayernweit kann die LfL auf eine gute Bilanz blicken, mittlerweile sind fünf von sieben ALB-Quarantänezonen erfolgreich aufgehoben. Aktuell finden sich noch zwei ALB-Befallsgebiete in Ziemetshausen-Schönebach (Landkreis Günzburg) und in Miesbach (Landkreis Miesbach). Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass Wachsamkeit gegenüber dem ALB geboten ist. In allen bayerischen Befallsgebieten haben konkrete Verdachtshinweise zur Bestätigung geführt, jedoch hatte sich der ALB stets an diesen Orten etabliert und ausgebreitet.

Die in Murnau verantwortlichen Mitarbeiter der LfL, Klaus Köhler und Sascha Michalak, werden in den nächsten Monaten die aufgelöste Quarantänezone abwickeln und stehen weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung.

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