Landvolk: Der Kartoffel wird es im Lager zu warm

Mit eher durchschnittlichen Ertragserwartungen haben Niedersachsens Ackerbauern die Kartoffelernte begonnen. Nach der schwierigen Wachstumsphase mit vielen Niederschlägen machen den Bauern nun Hitze und Trockenheit zu schaffen.

Anzeige

Mit eher durchschnittlichen Ertragserwartungen haben Niedersachsens Ackerbauern die Kartoffelernte begonnen. Nach der schwierigen Wachstumsphase mit vielen Niederschlägen machen den Bauern nun Hitze und Trockenheit zu schaffen. „Bei den derzeit hohen Temperaturen heizen sich die Kartoffeln richtig gehend auf, die warmen Knollen können nicht sofort eingelagert werden“, schildert Thorsten Riggert vom Landvolk Niedersachsen.

Die Qualität der neuen Ernte bezeichnet er als gut, die Ertragserwartungen seien ähnlich wie in der Getreideernte auf durchschnittlichem Niveau. Die niedersächsischen Kartoffelbauern in der Lüneburger Heide, wo überwiegend Speisekartoffeln erzeugt werden, sowie im Westen des Landes mit dem Schwerpunkt Verarbeitungskartoffeln haben die Anbaufläche mit 102.400 ha gegenüber dem Vorjahr etwas reduziert. 2015 wuchsen in Niedersachsen auf 105.900 ha Kartoffeln. Bundesweit wurde die Anbaufläche um 0,6% auf 235.500 ha reduziert. Über die Beregnung haben die Anbauer die Ernte in den zurückliegenden trockenen Wochen abgesichert und damit erneut hohe Kosten aufbringen müssen.

Mit deutlich reduzierten Ertragserwartungen haben vielerorts die Biolandwirte die Ernte begonnen. Auf ihren Feldern hat der feuchte Sommer mit der gefürchteten Kraut- und Knollenfäule durch den Phytophthorapilz deutliche Spuren hinterlassen, die geschwächten Bestände haben dann zusätzlich unter der Hitze gelitten. Marktimpulse sieht die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn derzeit bei den Herstellern von Pommes, Chips, Kartoffelflocken oder Kartoffelsalat, der sogenannten Verarbeitungsindustrie. Bei ihnen herrscht witterungsbedingt Rohstoffmangel, daher ordern sie über die vertraglich gebundenen Mengen hinaus weitere Ware. Dies gilt insbesondere für die Verarbeitungsunternehmen in Belgien und Nordfrankreich. Die genauen Ernteschätzungen werden am 21. September in Hamburg auf der Internationalen Kartoffel-Herbstbörse verkündet, die der Deutsche Kartoffelhandelsverband zum 65. Mal organisiert. (LPD)

Der GABOT-Newsletter

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.